Das gibts nur in Japan: Knapp bekleidete Lolita-Engel mit dicken Dingern stellen sich dem Kugelhagel der Höllenbrut.
Japanliebhaber, Fans asiatisch-verrückter Spiele und Freaks lecken sich geradezu die Finger und dürften in Verzückung geraten, wenn sie hiesige Händlerregale abklappern und tatsächlich einen der hochgeschätzten Danmaku-Shooter als deutsche PAL Version entdecken. Man mag es kaum glauben, doch Caves Kugelgewitter Deathsmiles schlägt auf europäischen Boden auf und wird die Spielergemeinde wie kein anderes Spiel in zwei Gruppierungen spalten: Entweder man liebt es, oder man hasst es abgrundtief! Letzteres wird bei vielen sicherlich der Fall sein, vor allem wenn man sich nur flüchtig mit den knapp begleiteten Lolitas beschäftigt.
Dabei sind die vier feschen Mädels mit elf bis siebzehn Jahren noch als Minderjährig zu bezeichnen und nichts für Männer mit heißen Fantasien. Ein knapper Rock, bisweilen extrem üppige Oberweiten und das schrille japanische Geschrei macht es jedem männlichen Spieler aber nicht gerade leicht - zumindest wenn man auf den poppigen Stil bzw. Gothik-Look steht. Windia, Casper, Follet und Rosa sind aber alles andere als zartbesaitet und prügeln jeden Höllendämon in das Loch zurück, woraus dieser faulige Schleimbeutel entkommen ist. Ihre Aufgabe als Engel und Beschützer von Gilverado, einer parallelen Welt zur unsrigen, welche sie mit Bravour einige Jahre bewältigten. Bis sich eines Tages tatsächlich das Tor zur Hölle auftut und die Bewohner durch die grässlichsten und fürchterlichsten Monster, die man sich nur vorstellen kann, bedroht werden.
WTF - Hiiiiilfeeee!!!!!
Deathsmiles
Wer einen solch japanischen Shooter schon mal bestaunt, oder gar selber Hand angelegt hat, weiß, was nun äußerst gewaltiges auf ihn zukommt. R-Type, Gradius und Konsorten sind gegenüber dieser Reizüberflutung geradezu Kindergarten, denn was die Höllenfiguren angefangen bei riesigen Minotauren, über den Sensemeister höchst persönlich sowie fliegenden Augen und zweiköpfigen Drachen euch an Attacken entgegen werfen, geht auf keine Kuhhaut mehr - auch ganz klar, denn der Milchgeber verfolgt uns als mächtiger Endgegner wie eine Furie und lässt den Flatscreen mit rot erhitztem Kopf und Rauch schnaubend geradezu erbeben. Denmaku, wie die Japaner liebevoll dieses Genre getauft haben, kann völlig frei mit Sperrfeuer übersetzt werden, oder, wie ebenfalls in Wikipedia nachzulesen und unserer Meinung nach viel aussagekräftiger, mit "Bullet Hell" zu bezeichnen ist.
Deathsmiles
Der Begriff trifft den Nagel definitiv auf den Kopf, denn wenn die zahlreichen Feinde auf dem Bildschirm erst einmal richtig loslegen, und das geschieht schon auf dem leichtesten aller Schwierigkeitsgrade, ergießt sich ein pinker und violetter Vorhang an todbringender Kugel über die Damen und lässt die detailreich gezeichneten 2D-Hintergründe von einem dampfenden Sumpf, einem üppigen Urwald und das Bankett zu Hofe der Majestät geradezu verblassen. Ein ungeübtes Augen kann schon gar nicht mehr erfassen, was sich überhaupt auf den Bildschirm abspielt, und auch sonst stellt sich wahrlich die Frage, wie man überhaupt noch irgendwie reagieren, ja geschweige einen Platz zum Ausweichen bzw. Überleben finden soll? Der traurige Verlust eines weiteren Lebens bzw. des zigfachen Continues wird in dem Moment zur Gewissheit, in welchem die Feinde sich zur Wehr setzen - sprich eigentlich immer. Doch das Gewirr an Kugeln zeigt einen roten Faden, ein Schema, ein sich wiederholendes Konzept, so dass nach mehrmaligem Durchspielen eine deutlich höhere Überlebenschance besteht!
