Deliver At All Costs im Test: Chaos und Zerstörung habe ich erwartet - aber nicht diese mysteriöse Story
Test
Spaßiges Chaos-Gameplay trifft in Deliver at all Costs auf eine erstaunlich mysteriöse Geschichte. Matthias hat sich das Actionspiel im Test angeschaut.
Die Materialien werden eingesetzt, um nützliche Gadgets für meinen Lieferwagen zu bauen. Zunächst benötige ich die passenden Blaupausen dafür. Diese bekomme ich meist über die Nebenquests von diversen NPCs in der Spielwelt. Habe ich die Pläne, suche ich eine Werkstatt oder Werkbank auf und schraube nützliche Verbesserungen wie einen Ladekran, ein Katapult oder einen Raketenantrieb an die Karosse.
Auch hier wird leider viel Potenzial liegen gelassen. Einige der Gadgets spielen während genau einer Mission mal eine Rolle, und danach nie wieder. Andere kommen gleich gar nicht im Kontext von Aufträgen zum Einsatz.
Missionsvielfalt
Immerhin bieten die Missionen viel Abwechslung, und der Chaosfaktor steigt im weiteren Spielverlauf immer weiter an. Da ist das Liefern einer Kiste Feuerwerk, während diese am Explodieren ist, noch das Normalste, was ich erlebt habe. Als Nächstes findet sich dann eine Ladung Melonen auf meiner Ladefläche, deren Transport dank der teils stark übertriebenen Physik eine echte Herausforderung ist.
Richtig wild wird es, wenn äußere Einflüsse meine Lieferfahrt in Gefahr bringen. Da muss ich mich gegen die Wagen eines konkurrierenden Unternehmens wehren, vom Himmel fallenden Bomben ausweichen oder einfach nur wütenden Bürgern aus dem Weg fahren. Wenn ich nämlich während meiner Fahrten "aus Versehen" Passanten erwische, dann machen die aufgebracht Jagd auf mich und hängen sich todesmutig an meinen Truck.
Quelle: Konami
Übertreibe ich es mit der Zerstörung zu stark, hetzt man mir sogar die Polizei auf den Hals. Dann heißt es für mich, aus der Sichtlinie der Cops zu verschwinden und mich schnell in einem Müllcontainer zu verstecken. Den Ordnungshütern zu entkommen ist allerdings ziemlich einfach und kaum eine Herausforderung. Zudem muss ich mich wirklich wie ein Extremrowdy aufführen und mehrere Gebäude zerlegen, um überhaupt von der Polizei verfolgt zu werden. Im ganzen Spiel ist mir das nur eine Handvoll Male passiert. Dadurch fehlt dem Feature irgendwie die Bedrohungswirkung, die die Entwickler sich davon möglicherweise versprochen hatten.
Zweckmäßige Technik
Technisch reißt Deliver at all Costs keine Bäume aus. Die Grafik ist für das isometrische Gameplay zweckmäßig, ohne jedoch sonderlich hervorzustechen. Der Fokus der Entwickler lag da ganz klar auf der Zerstörbarkeit der Umgebung. Wenn ich Häuser in ihre Einzelteile zerlege, sieht das toll aus und "motiviert" mich, noch mehr Zerstörung anzurichten.
Quelle: Konami
Die technischen Limits des Spiels werden in Zwischensequenzen besonders deutlich. Charaktere strotzen nicht unbedingt vor Polygonen, Animationen sind eher rudimentär und viele Texturen sehen aus der Nähe nicht sonderlich schön aus. Es reicht, um mir die spannende Story zu vermitteln, aber eine cineastische Hochglanzpräsentation sollte hier niemand erwarten.
Gut gefallen hat mir dagegen die musikalische Untermalung. Mit fröhlichen Jazz- und Swing-Stücken aus dem Autoradio wird eine tolle Atmosphäre erzeugt, die gut zur Ära des Spiels Ende der 50er-, Anfang der 60er-Jahre passt. Das Spiel bekommt dadurch für mich noch einen gewissen Film-Noir-Touch, der zur mysteriösen Story passt.
Fazit
Deliver at all Costs ist ein witziges kleines Spielchen, das durchaus Respektables auf die Beine stellt, wenn man bedenkt, dass es als Schulprojekt einer Gruppe Studenten begonnen hat. Das wilde und chaotische Brettern durch die zerstörbare Spielwelt macht einfach viel Laune. Genug, damit ich nicht zu lange traurig darüber bin, dass einige Features ihr Potenzial nicht ausschöpfen können.
Am meisten hat mich beim Spielen aber die positive Überraschung bezüglich der Story gefreut. Eine mit Mystery und übernatürlichen Elementen versehene Handlung hatte ich bei dem Spiel nicht erwartet. Die für Deliver at all Costs aufgerufenen 30 Euro sind also durchaus ein guter Deal. Auf dem PC könnt ihr euch vor dem Kauf auch eine Demo herunterladen, um euch selbst ein Bild zu machen.
Deliver at all Costs wird von Far Out Games entwickelt und von Konami vertrieben. Das Spiel ist zum Preis von rund 30 Euro auf PC, Playstation 5 und Xbox Series S/X erhältlich. Transparanzhinweis: Für die Erstellung dieses Beitrags wurde die Release-Fassung von Deliver at all Costs von Konami gestellt.
