Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn im Gamezone-Test

Test Michael Sosinka

Kein Top-Titel, doch wer ein etwas ruhigeres Action-Adventure sucht wird bestens bedient.

Eigentlich hat Electronic Arts vor vielen Jahren bereits die Geschichte rund um "Der Herr der Ringe" versoftet und im Prinzip alles erzählt. Dennoch macht sich nun Warner Bros. Interactive mit den "Abenteuern vor Aragorn" auf, die Saga erneut den Videospielern näher zu bringen, jetzt allerdings mit einem etwas anderen Ansatz.

Oh bitte, noch eine Geschichte

Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn Das Entwickler-Team von Headstrong Games hat sich ein sehr witziges Konzept der Erzählweise erdacht. Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn findet viele Jahre nach den Ereignissen statt, die Cineasten aus den Filmen kennen werden. Samwise Gamdschie hat mittlerweile Nachwuchs bekommen und erzählt ihnen von den Abenteuern von Aragorn. Zuerst müssen wir jedoch in der Rolle des Sohnemanns durch das Auenland streifen und kleine Aufträge für Standbesitzer erledigen, die ein großes Fest vorbereiten, das zu Ehren des Königs Aragorn demnächst stattfindet. Zum Glück finde Papa noch genug Zeit, um die spannende Geschichte zum Besten zu geben.

Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn Das Spiel nimmt die wichtigsten Begebenheiten aus den drei Filmen und erzählt sie relativ weit von der Vorlage entfernt. Die Abenteuer von Aragorn sind ein Action-Adventure aus der Third-Person-Perspektive, das am besten als eine Art Zelda Light bezeichnet werden könnte. Zunächst reisen wir mit der ständig wechselnden Gefolgschaft (den Hobbits, Gandalf, Legolas, Gimli usw.) durch Bruchtal, die Minen von Moria oder Fangorn, um dann nach Rohan, Helms Klamm, die Pelennor Felder und schließlich zum Schwarzen Tor zu gelangen. Zwar hält sich das Storygrundgerüst an die Filme, das Gameplay selbst ist allerdings recht weit davon weg. Dennoch trifft man auf bekannte Gegner wie Orks, Trolle und Spinnen, aber auch auf Goblins sowie Wölfe. Bei den Endgegnern stehen unter anderem Ringgeister oder der mächtige Balrog auf dem Speiseplan. Letzterer jagt uns beispielsweise durch halb Moria, eine der spannendsten Stellen im Spiel.

Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn Insgesamt kann man behaupten, dass die Erzählweise des Spiels durchaus liebevoll gestaltet wurde und man sich förmlich in die Haut der Kinder hineinversetzen kann, da Sam immer wieder aus dem Off einige Facts zu Aragorn und der Welt von sich gibt. Zwischen den einzelnen Missionen betteln die Kids immer wieder um weitere Geschichten. Zwischendurch ist es übrigens auch möglich, als kleiner Hobbit durch das Auenland zu streifen und noch nicht erledigte Nebenquests zu absolvieren und Sammelgegenstände zu suchen. Dieser Teil ist dennoch etwas langweilig geraten. Die Abenteuer von Aragorn sind da schon weitaus interessanter.

Erkunden und Kämpfen

Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn Auch wenn wir in jeder Mission stets ein festes Ziel vor Augen haben, sind die einzelnen Areale weitläufig genug, um sich auch Mal abseits des Pfades umzuschauen. Das führt dann dazu, dass wir allerlei Nebenquests und versteckte Gegenstände finden. So lassen sich zum Beispiel verschiedene Token für die einzelnen Gefährten finden, die sie dauerhaft stärker machen, während in Gefäßen reichlich Gold schlummert. Mit der harten Währung können für Aragorn neue Fähigkeiten gekauft werden, die ihn beispielsweise mehr Kampfkraft verleihen oder ihn immuner gegen bestimmte Feinde machen. Die Abenteuer von Aragorn können demnach leichte Rollenspiel-Elemente aufweisen, doch auch beendete Aufgaben, die wir unter anderem in Siedlungen erhalten, führen oft dazu, dass Aragorn neue Skills für sich verbuchen kann. Es lohnt sich also die Gegend zu erforschen. Ein übersichtliches Questlog, Wegpunkte und die Weltkarte helfen bei diesem Unterfangen ungemein.

Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn Aragorn selbst ist mit Schild, Schwert, Fackel und einem Bogen bewaffnet. Um das Schwert zu nutzen, schwingen wir die Wiimote und den Move-Controller nach rechts und links sowie nach oben und unten. Auch Stiche noch vorne sind möglich. Das Zielen mit dem Bogen wird ebenfalls über die Bewegungssteuerung durchgeführt. Obwohl das Kampfsystem auf den ersten Blick recht simpel ausfällt, muss man sich für diverse Feinde ein kleine Taktik überlegen. Einige sind gegen Feuer allergisch, die anderen sind mit Schildstößen gut zu erledigen. Ansonsten heißt es viel in Deckung zu gehen und ab zu warten, bis der Gegner angreifbar erscheint.

Wiimote schlägt Move

Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn Wie ich bereits kurz erwähnt haben, wird die Move-Steuerung unterstützt. Während die Wiimote die Bewegungen des Spielers exakt und ohne zu murren erkennt und sofort ausführt, sieht es auf der PlayStation 3 schon ganz anders aus. Manchmal wird das Schwingen des Schwertes überhaupt nicht erkannt, doch viel unschöner ist die deutliche Verzögerung des Move-Controllers, die einfach keinen Spaß macht. In diesem Punkt wurde zu wenig Optimierungsarbeit betrieben, weswegen ich empfehle lieber doch alleinig mit dem Gamepad zu spielen. Auf der Wii wird der Classic-Controller nicht unterstützt, was jedoch auch nicht nötig ist, da die Kombination aus Nunchuk und Wiimote bestens funktioniert.

Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn Auch wenn man mit dem Gamepad spielt, ist es ärgerlich zu beobachten, dass der rechte Analog-Stick völlig ungenutzt bleibt. Das bedeutet, dass sich die Kamera nicht manuell justieren lässt, was in diesem Genre eigentlich Standard sein sollte. So sieht man einige Feinde nicht kommen und ist oft ein wenig orientierungslos, da nicht genügend Übersicht gegeben ist, vor allem in engeren Räumlichkeiten. Die Abenteuer von Aragorn richten sich auch an ein etwas jüngeres Publikum, weswegen der Schwierigkeitsgrad nicht der Höchste ist. Dennoch werden ebenfalls Erwachsene ihre Freude an den simplen Kämpfen haben. Besonders viel Abwechslung wird nicht geboten, da die wenigen Rätsel kaum der Rede wert sind. Immerhin darf man sich auch Mal auf den Rücken eines Pferdes setzen. Die Spielzeit ist angenehm lang, denn wenn man sich den meisten Nebenaufgaben widmet, benötigt man rund 10 bis 12 Stunden für einen Durchgang. Leider erlebt man dabei einige Längen und viel unnötiges hin und her Gelaufe. Positiv zu erwähnen ist aber, dass ein zweiter Spieler jederzeit ins laufende Spiel eintreten kann, um dem kooperativen Modus zu frönen.

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