Der Herr der Ringe: Die Eroberung im Gamezone-Test

Test Sandro Odak

Auch die Next-Gen Versionen der neuen Herr der Ringe-Versoftung enttäuschen.

Onlinekampf um Mittelerde

Der Herr der Ringe: Die Eroberung Der Herr der Ringe: Die Eroberung Zur recht kurzen Kampagne, die man an zwei normalen Spielabenden durchaus flott durchspielt, gesellt sich noch ein Multiplayer-Modus, der die Wurzeln des Spieles aufdeckt: die Battlefront-Vergangenheit und das darauf aufbauende System kann online durchaus Spaß machen. Da sich aber auch hier spielerische Fehler einschleichen und man zudem kaum zusammen spielt, sondern zumeist nur mit anderen "auf der selben Karte", kommt kein rechtes Multiplayerfeeling auf. Schön ist jedoch, dass EA nicht nur auf eigene EA Nation Server setzt, sondern es dem Spieler auch erlaubt im Splitscreen an einer Konsole zu spielen - entweder Koop durch die Kampagne, oder aber die Multiplayermodi "Finde den Ring", Eroberung, Helden- oder Team Deathmatch. Das Computer-Äuqivalent zum Splitscreen bildet übrigens ein LAN-Modus, der aber weiter nicht erwähnenswert ist.

Der Herr der Ringe: Die Eroberung Der Herr der Ringe: Die Eroberung Offline wie online kann das Kampfsystem übrigens wenig überzeugen, statt geplanten Kombo-Attacken geht man schnell zu üblem Button-Smashing über. Mehr gibt das System auch nicht her, denn eine Gegner-Fixierung wie in ähnlichen Titeln gibt es nicht. Viel zu oft passiert es da, dass unsere Schwerter wild durch die Lüfte wirbeln, der Charakter aber in die genau entgegengesetzte Richtung des Feindes tänzelt. Bewährt hatte sich daher auch schnell der Bogenschütze, der im Solo-Part die überbalancierteste Einheit darstellt. Zu dem üblen Kampfsystem gesellen sich schlussendlich noch ein ganzer Haufen Bugs, Glitches, die zuvor erwähnten inhaltlichen Fehler und nicht ausgelöste Trigger. Schon die erste Mission mussten wir beispielsweise abbrechen, da an einer Stelle zwar alle gewünschten Gegner ausgeschaltet waren, der Weg zum nächsten Ziel aber versperrt blieb. Nach knapp 100 gefällten Orks starb letztlich jeglicher Funken Hoffnung, man könne den Trigger noch nachträglich oder aus Versehen auslösen und ein Neustart war angesagt - frustrierend für die ersten Spielminuten!

Der Herr der Ringe: Die Eroberung Der Herr der Ringe: Die Eroberung Doch spätestens an Stellen wie dem Isengart-Level, an denen man Schlangenzunge die Schlüssel zum Turm seines Meistern entreißen muss, hört der Spaß für Spieler auf. Man muss Schlangenzunge auf der Karte, die vorwiegend aus Brücken und Abgründen besteht, finden und ausschalten, daraufhin lässt er den gesuchten Gegenstand fallen. Aufgrund der topographischen Begebenheit geschah es aber gleich mehrfach hintereinander, dass der kleine Verräter beispielsweise eine Brücke herunterfällt oder aber wir den Schelm am Rande einer Plattform getötet haben, und der Schlüssel dementsprechend außerhalb der Karte im Abgrund landet: Will der Spieler hinterher, stirbt er. Selbiges gilt für weitere gefährlich luftige Missionen, wie es passieren kann dass solch entscheidende Stellen nicht entsprechend dagegen geschützt sind, ist rätselhaft. Unschöne Glitches wie im Blickfeld des Spielers aufpoppende Gegner und massig Clippingfehler fallen da schon fast gar nicht mehr ins Gewicht, stören sie doch nicht den Spielfortschritt.

Technisch kein Wintermärchen

Der Herr der Ringe: Die Eroberung Der Herr der Ringe: Die Eroberung Wenn doch schon die Spielmechanik durchwachsen ist könnte man wenigstens auf eine angenehme technische und optische Umsetzung hoffen. Doch auch dies bleibt dem Spieler verwehrt, denn weder setzt Herr der Ringe grafische Aspekte, noch weiß er sonst großartig zu überzeugen. Die matschigen und lieblosen Texturen gesellen sich zu tristen Charaktermodellen, die zudem in der Hektik eines Kampfes allesamt gleich wirken. Lediglich die Helden und riesigen Monster wie Olifanten, Trolle und Ents liefern ein wenig effektreiche Szenerie. Wie so häufig unterstützt die Xbox 360 Version 1080p während Sonys Playstation 3 es nur auf 720p schafft, dennoch attestieren wir eben dieser einen leichten Vorteil. Zwar wirkt die Welt auch auf Sonys Konsole trist und matschig, aber farbige Objekte und vor allem Effekt-Filter kamen uns hier voller vor.

Der Herr der Ringe: Die Eroberung Der Herr der Ringe: Die Eroberung Einziger technischer Lichtblick ist die musikalische Untermalung. Entsprechend der original Filmlizenz hat man es geschafft, den epischen Soundtrack der Film-Reihe, komponiert von Howord Shore, ins Spiel passend zu integrieren. Zur Gänze kann aber auch die Kategorie "Sound" nicht überzeugen, die Sprecher wirken zu einem Teil lustlos, ohne richtiges Engagement. Der Unterschied zwischen Spielszenen und original Filmausschnitten ist so immens und selbst für Nichtkenner der Filme schnell raushörbar.

Online kann man mit bis zu 16 Spielern Schlachten schlagen. Während es schon den Kampagnen an dieser Stelle an Epik fehlt, hat man online noch mehr gepatzt: Statt großem Schlachtengetümmel ist man mit seinen 16 Spielern, ob nun alle real oder durch Bots ersetzt, allein auf der Karte, der "Wow!"-Faktor geht dadurch vollkommen verloren.

Meinung

Wertung zu Der Herr der Ringe: Die Eroberung (PC)

Wertung:

5.9 /10
Pro & Contra
Helden- und Bosskämpfe machen Spaßoriginaler Soundtrack erfreut das Ohrleicht verdiente Gamerscore-Punkte
vermurkstes Gameplaytriste Schlauchleveldröge Grafik und veraltete TechnikGlitches und frustrierende Bugshässliches Clippinguntaugliches Kampfsystem und schwere Balancing-Schwierigkeitenunepischer Multiplayerder Massenschlachtfeeling vermissen lässt
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