Der Pate 2 im Gamezone-Test

Test Goreminister

Der Pate II wirkt streckenweise sehr unfertig und kommt storytechnisch viel zu langsam in Fahrt.

Der Pate 2 Der Pate 2 Auf unserer Reise durch die Stadt kommen wir immer wieder an verschiedenen Passanten vorbei, die speziell gekennzeichnet sind und "Bonusjobs" für uns bereit halten. Aufgrund der eher paranoiden Grundeinstellung eines Gangsters ist es daher schon etwas komisch, direkt auf einen komplett Fremden zuzugehen, um ihm Hilfe anzubieten. Nun ja, aber irgendwo müssen die Jobs ja herkommen. Hat man eingewilligt, den geforderten "Gefallen" des anonymen Passanten zu übernehmen, müssen von Mord bis hin zur Sabotage und Einschüchterung alle Arten von Aufträgen erledigt werden, die in der "Branche" halt so anfallen. Als Belohnung winken nicht nur grüne Scheinchen, sondern manchmal auch wertvolle Tipps, wie man die Soldaten und Gemachte Männer von verfeindeten Banden ein für alle Mal ausschalten kann. Sie einfach umzupusten reicht in der Videospielwelt des Paten nämlich nicht aus, da jeder einzelne auf bestimmte Art und Weise aus dem Weg geschafft werden muss. Der eine wird mit Betonschuhen im Fluss versenkt, der nächste ganz altertümlich erdrosselt und wieder ein anderer klassisch zu Tode geprügelt.
Erweist man jedoch höheren Tieren wie Politikern, Polizeichefs, etc. solche "Gefallen" kann dies Vorteile einbringen, welche euch z.B. vor dem Knast schützen, Polizeischutz gewähren oder gesprengte Gebäude schneller wieder aufbauen lassen.

Der Pate 2 Der Pate 2 Die "Exekutionsmöglichkeiten" des Vorgängers haben ihren Weg ebenfalls in das Spiel gefunden und der lausige Gorilla, welcher vor der Kneipe patrouilliert kann 1, 2, fix mit der Knarre in seinem Mund hingerichtet oder mit der Thommy Gun vortrefflich perforiert werden. Damit der Spaß diesbezüglich länger anhält kann man im weiteren Verlauf des Spiels alle möglichen Hinrichtungsarten frei schalten, bekommt Achievemts für die Ausführung und kann seinen virtuellen Sadismus ausleben. Dumm nur für einige zart besaitete Spieler, dass man zwangläufig Gewalt anwenden muss um an das gewünschte Ziel zu kommen und einem kaum andere Möglichkeiten geboten werden, aber schließlich handelt es sich hierbei ja auch um ein Mafia- und nicht um ein Kindergartenspiel. Interessant ist hierbei nur die Tatsache, dass die USK scheinbar nichts dagegen einzuwenden hatte, dass man Menschen vorsätzlich nötigen, verprügeln und umbringen muss damit man sein Ziel erreicht, zumal dies in den dazugehörigen "Minispielen" entsprechend visualisiert wird.

Der Pate 2 Der Pate 2 In der Theorie hören sich die oben beschriebenen Punkte äußerst unterhaltsam an, doch in der Praxis wird der Speilablauf schon nach rund 2 bis 3 Stunden sehr eintönig. Es wiederholt sich einfach zuviel und die Missionen, bzw. Kämpfe gegen verfeindete Familien laufen stetig nach dem gleichen Schemata ab. Begebt euch zu einem Kartell; Schaltet die Wachen aus; Bedroht den Besitzer; Zieht ihn auf eure Seite und ab zum nächsten Objekt, bevor man im finalen Stadium zum Großschlag auf das Anwesen der Familie ausholt. Zwischendurch gibt es einen Banküberfall hier und eine kleinere Verfolgungsjagd dort, doch nie kommt wirklich das Gefühl einer wirklich offenen Spielwelt auf. Manchmal blocken sogar Gegenstände den Weg des Protagonisten über die man im Normalfall hinweg springen könnte, doch außer an speziell gekennzeichneten Stellen kann Dominic keine Hindernisse überwinden. Das Gameplay des Paten entpuppt sich somit als eine Art lineare, offene Spielwelt mit diversen Aufrüst-Optionen in Bezug auf die Verwaltung der eigenen Familie, bzw. der damit verbundenen Geschäfte. Außerdem gibt es einen weiteren entscheidenden Knackpunkt; Hat man das Spiel erfolgreich absolviert gibt es in der Welt des Don nichts mehr zu tun. Man kontrolliert alle Geschäfte und kann lediglich kleine Gefälligkeiten erledigen und/oder die restlichen Achievements sammeln, doch darüber hinaus ist "alles getan". Hoffen wir, dass EA in Zukunft noch etwas mehr Nachschub lifert, da das Spiel mit seinen 12 bis 15 Stunden nicht gerade lang für ein Open-World Titel ist.

Technisch auch im Jahre 1959?

Der Pate 2 Der Pate 2 Schon die ersten Spielminuten offenbaren uns deutlich, dass wir es hier nicht mit einem grafischen Hochgenuss zu tun bekommen und auch im weiteren Spielverlauf sind grafische Highlights sehr spärlich gesät. Zwar sehen die Explosionseffekte wirklich äußerst gelungen aus, doch dagegen stehen äußerst fade Texturen, langweilige Stadtstrukturen, hölzerne Animationen, kaum Weitsicht und leicht unübersichtliche Menüs in denen man sich erst einmal zurechtfinden muss. Hübsch ist definitiv anders! Auch der Wechsel von Tag zu Nacht sieht etwas sehr abrupt aus, doch dies will man dem Spiel gar nicht groß zur Last legen, da es wesentlich schlimmere Kritikpunkte in Bezug auf die unfertig erscheinende Technik gibt.

Der Pate 2 Der Pate 2 Wenn man ein Spiel entwickelt, dass euch bis zu drei Gehilfen zur Seite stellt, so sollte man erwarten können, dass sich diese Gesellen auch entsprechend steuern lassen. Leider erweist sich die Künstliche Intelligenz unserer Mitgangster öfter mal als Fall für die Sonderschule, da die Jungs manchmal einfach nicht das machen, was ihnen aufgetragen wird. Dies äußert sich zum Beispiel darin, dass unsere "Three Stooges" orientierungslos um ein Auto laufen anstatt einfach einzusteigen oder ohne uns einen Gegner angreifen, obwohl sie dies nicht sollen und somit einen Auftrag zunichte machen. Definitiv frustrierend an der Sache ist jedoch, dass unsere Kollegen nicht auf der Minimap angezeigt werden, so dass wir manchmal nicht wissen wo sie sind, bzw. uns ständig umdrehen um nachzusehen, ob sie auch standesgemäß und brav folgen.

Der Pate 2 Der Pate 2 So "rudimentär" wie unsere Gehilfen, verhalten sich allerdings auch die Gegner, welche uns manchmal gar nicht als Bedrohung wahrnehmen, bis es für sie zu spät ist. Ansonsten suchen die gegnerischen Pizzabrötchen auch nur selten Deckung sondern rennen oftmals einfach schnurstracks auf uns los und enden demzufolge schnell im virtuellen Nirwana. Damit verkommen die Actionsequenzen nicht nur einmal zu simplem Run and Gun-Sequenzen, bei denen man einfach nur Dutzende von Gegnern dezimiert. Schnell sind so die Achievements erreicht, für die man 50, 100, 250 oder mehr Feinde ausknipsen muss.

Der Pate 2 Der Pate 2 Die Fahrphysik ist auch weit davon entfernt ist realistisch zu sein, was aber nicht weiter schlimm ist, da man selten wirklich große Strecken mit einem entsprechenden Vehikel wie in z.B. in GTA: San Andreas zurücklegen muss und demzufolge nie wirklich lange in einem Auto zubringt. Schlimmer ist da die streckenweise sehr störrische Kamera, welche sich vor allem in Innenräumen und Häusern böse Aussetzer erlaubt und nicht immer die richtigen Ansichten liefert. Von daher ist es ratsam ein mit Gegnern besetztes Haus zu betreten und sich mittels Druck auf den rechten Analogstick umgehend in Deckung zu begeben, sofern dies möglich ist. Wie auch im Rest der "offenen Spielwelt" kann man sich nicht an jede Wand anlehnen und die Gegner unter Beschuss nehmen. Was uns zur Steuerung führt die zwar "okay", aber auch weit von "perfekt" entfernt ist. Dominic zu steuern fühlt sich recht schwammig an und gäbe es nicht die praktische "Lock-On"-Funktion wäre man im Kampf mit mehreren Gegnern sicher aufgeschmissen. So hechtet man durch die Levels, markiert die Gegner mittels L-Taste und pustet sie mit der R-Taste weg, bevor es zur nächsten Gegnerwelle übergeht. Dabei kann man mittels Druck auf die LB-Taste das entsprechende Waffenmenü aufrufen, wobei wir eine Vielzahl an Waffen transportieren können und nicht nur auf zwei beschränkt sind.

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