Das Spiel mit Licht und Schatten ist kreativ, doch wie lange kann das Abenteuer unterhalten?
Du bist nicht allein ...
Der Schattenläufer und die Rätsel des dunklen Turms
Springen, klettern und Rätsel knacken - das allein würde schon recht bald langweilig werden, da es letztendlich dann doch an Abwechslung mangelt. Daher tummeln sich auch diverse Schattenkreaturen im Turm, die Gefangen in den Gemäuern ihr Unwesen treiben und allzu gern menschliche Seelen auf dem Gewissen haben. Nicht anders ist zum Beispiel ein überdimensionaler Ball zu erklären, welcher als unbesiegbarer Boss uns ins Schwitzen bringt und mit seinen zahlreichen Füßen und Armen, die fast gar hilferufend nach uns greifen, gefasst bekommen möchte. Aber auch kleine Spinnen und rollende Käferköter machen einem das Leben schwer. Relativ zu Beginn des Abenteuers findet der Junge ein rostiges, im Schatten aber makelloses Schwert, mit dem er sich immerhin zur Wehr setzen kann.
Der Schattenläufer und die Rätsel des dunklen Turms
Die Kämpfe erscheinen zu Beginn geradezu monoton. Einfache Hiebe werden zu einer bis zu drei Schlägen umfassenden Kombination zusammengefasst, danach sollte man das Weite suchen, weil der kleine Kerl erst mal mal verschnaufen muss. Viel mehr hat der Schatten-Held aber nicht auf Lager, auch wenn er durch Siege an Erfahrung gewinnt und dadurch immer stärker wird. Dennoch sorgen die Feinde für Abwechslung. Während man die Spinnen in Schach hält, muss man zum Beispiel Tore in die Dunkelheit schließen, aus denen zahlreiche Gegner immer und immer wieder nachkommen. Andere Feinde kommen schnell und ruckartig angerollt, sollten daher erst übersprungen und von hinten angriffen werden. Auch natürliche Fallen wie stachelige Böden, der Schatten von Feuer und anderen Dingen sorgen für die eine oder andere Niederlage. Häufige Rücksetzpunkte lassen aber keinen Frust aufkommen und machen das Abenteuer auch dank eines einstellbaren Schwierigkeitsgrades für Anfänger recht zugänglich.
Der Schattenläufer und die Rätsel des dunklen Turms
Insgesamt überzeugt der Titel mit einer intelligent umgesetzten Mechanik an Sprung- und Rätseleinlagen und immer wieder aufkommenden Kämpfe. Doch die Anfängliche Euphorie verfliegt mit der Zeit. Was ungewohnt erscheint, geht schnell in Fleisch und Blut über und dann spielt sich "Der Schattenläufer und die Geheimnisse des dunklen Turms" fast wie ein gewöhnliches Action-Adventure. Auch die Grafik ist nicht makellos und verursacht vor allem mit starkem Kantenflimmern ein gewisses Stechen im Auge. Darüber hinaus ist die Optik auch nicht sonderlich detailreich, vor allem nach etlichen Abschnitten in den dunklen Gemäuern des mysteriösen mechanischen Turms mangelt es an Abwechslung. Trotzdem aber, vor allem in Kombination mit der mystisch-melancholischen Musik, entwickelt der Titel einen ganz eigenen Scharm und erinnert bisweilen an die überzeichnete Darstellung eines ICO. Als eher kleinen Wermutstropfen sei noch erwähnt, dass nach einmaligen Durchspielen die Luft raus ist - bzw. der Held das Rätsel des Turms gelöst hat und kaum Motivation mehr besteht, nochmals die schattigen Welten zu durchforsten.
