Wer kann diesem Kater widerstehen? Flink, gewieft und einfach nur unterhaltsam, gibt er sich auch auf den Konsolen.
Der gestiefelte Kater
Der Hindernisparcour fordert unsere Reflexe, indem wir uns mit seitlichen Bewegungen der Arme an Vorsprüngen entlang hangeln, steile Wände empor kraxeln und Abgründe mit einem beherztem Sprung überwinden, zumindest wenn wir uns vor Kinect befinden und versuchen, das Abenteuer zu meistern. Move vertraut zu sehr auf simple Bewegungen oder gar Tasten, der spielerische Flair geht dabei ein wenig flöten. Dies ist besonders bei den zahlreichen Minispielen zu spüren, welche geschickt und fließend in den Spielablauf eingebaut wurden. Müssen wir zum Beispiel über ein Seil wandern, funktioniert dies indem wir mit den Armen balancieren, Move macht es etwas anders und reagiert überempfindlich. Droht Gefahr oder müssen wir etwas stehlen, so schleichen wir mit leisen Schritten über knarrende Bodendielen. Sollte der Blick dennoch auf dem Kater ruhen, so kann man Figuren nachahmend hinter Pappaufsteller, Kakteen oder riesigen Kaffeekannen posieren. Die Samtpfote kann aber nicht alles verhindern und muss daher auch oft geworfenen Objekten oder ähnliches ausweichen. Das macht den Kids vor allem mit Kinect so richtig Spaß, anstatt den Move Controller nur irgendwie in einen Richtung zu scheuchen. Dies soll nun nicht falsch verstanden werden, denn einige Szenen sind deutlich einfacher mit dem Controller zu spielen, dennoch merkt man dem Titel unweigerlich an, dass er grundsätzlich für Kamera-Gestik entworfen wurde!
En Garde, ihr Schurken!
Der gestiefelte Kater
Beweisen wir mal nicht gerade unser Geschick, führen einen Tanz auf oder fahren wie auf einem Skateboard riesige Lianen hinunter, stellen sich dem Kater haufenweise Schergen in den Weg. Vielleicht fallen diese ja auf den herzzerreißenden Blick des Gestiefelten Katers herein, ansonsten gibt seien deftige Backpfeifen ebenfalls empfohlen. Brüllen kann die Mieze ja nicht wirklich und daher wohl kaum mit seiner niedlichen, übrigens vom original Synchronsprecher vertonten Stimme Respekt einfordern. Der Degen dagegen ist ein bewehrtes Argumentationsmittel gegen die Banditen. Dieser wird kurzerhand aus der Scheide gezogen und anschließend mit wilden Bewegungen geführt. Der Kampf ist zugegebenermaßen nicht sonderlich einfallsreich und taktisch und gäbe es dafür Buttons, würde dieser Titel definitiv unter wildem Tastengehämmer leiden, doch mit der Bewegungsgestik macht es durchaus Laune. Eine wirkliche Gefahr stellen die meisten Feinde aber nur kaum dar. Mit hektischen Schlägen werden sie aufgeweicht und hat sich die Anzeige gefüllt, reicht ein schmackhafter Arschtritt (und den darf man mit Kinect wortwörtlich nehmen), um diese von ihren Füßen zu holen. Garniert werden die Auseinandersetzungen mit witzigen Interaktionen, zum Beispiel wenn der Kater seine Krallen ausfährt und den Schurken damit etwas intensiver kitzelt bzw. witziger weise die Laute auspackt und ein paar Takte spielt. Kaum hat man die Banditen eingelullt, werden diese mit der Gitarre kurz und schmerzvoll KO geschlagen, natürlich indem man für einen heftigen Schlag mit dem Arm ausholt. Im Kampf unterscheiden sich die beiden Versionen kaum, da wirkt der Move Controller auch etwas feinfühliger und besser, vor allem da man etwas wie einen Degen in der Hand hält.
Der gestiefelte Kater
Jeder Schlagabtausch findet prinzipiell in einer Art Arena statt, auch wenn dies mal der Marktplatz, das andere mal das Lager der Banditen ist. Vollgestopft mit einem variantenreichen Inventar, sorgen die Tritte auf den Allerwertesten für zusätzliche Interaktion. Wenn der Feind unter Heu begraben wird, in einen Wasserbrunnen fällt, sich den Hintern verbrennt oder mit einem Elchkopf gekrönt wird, bleibt sicherlich kein Auge trocken und zudem werden satte Bonuspunkte kassiert. Diese dienen der Endauswertung eines jeden Levels, welche Bronze, Silber und Gold vergibt. Aber nicht nur die Highscore sorgt für einen vorhanden Wiederspielwert, auch zahlreiche versteckte Sammlerobjekte wie die Fahndungsplakate oder goldenen Eier können auch nach Abschluss des Abenteuers, vor allem unter Achievement-Freunden, frohlocken. Die zusätzlichen Minispiele abseits der Hauptstory, spielerisch einzelnen Szenen des Abenteuers entnommen, sind zwar nett, dienen letztendlich aber nur einer kurzweiligen Dreingabe. Somit ist der Umfang etwas kurz geraten, vor allem da die Spielzeit nicht sonderlich ausufernd ist. In Sachen Präsentation und Spielwitz macht der Titel aber alles richtig und vor allem mit Kinect unheimlich viel Spaß. Kein Core-Game, was so viele immer und immer wieder sich wünschen, aber ein Titel, welcher sinnvoll mit der Thematik der Bewegungssteuerung umgeht!
