Destroy All Humans! 2: Make War Not Love im Gamezone-Test

Test CharLu

Crypto muss mit Hilfe von Hippies ein paar KGB-Beamten kräftig in den Hintern treten.

Blasse Flower-Power

Destroy All Humans! 2: Make War Not Love Destroy All Humans! 2: Make War Not Love Die sechziger Jahre gelten gemeinhin als das Jahrzehnt der Blumenkinder mit fröhlichen und lauten Farben. Doch im Spiel werdet ihr wenig bis gar nichts damit zu tun haben - es sei denn, ihr spendet den Gedanken der freien Liebe und lasst ein paar Passanten tanzen. Dann habt ihr ein paar hübsche, wenn auch immer gleich aussehende Blümchen, die ein wenig Farbe ins Spiel bringen. Ansonsten dürft ihr leider nur sehr wenig von den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts erwarten. Überirdisch gut sieht in jedem Fall anders aus. Crpyto und seines Gleichen bewegt sich augenscheinlich eher in den Slums der USA, denn anders lassen sich die grau-braunen verwaschenen, sehr matschigen, blassen und wenig schmucken Bauten und Hinterhöfe nicht beschreiben. Die Fassaden gleichen sich gerne und oft und bestechen vor allem durch nicht vorhandene Details. Wobei dies auch für das gesamte Straßenbild seine Gültigkeit hat. Zwar tummeln sich regelmäßig eine gute Handvoll Zivilisten, im Alarmfall dann auch ein paar Polizisten und Soldaten, auf der Straße und auch genügend Autos bzw. Flower Power Busse kurven rum, aber so wirklich lebendig erscheint das Szenario nicht. Zu eckig fahren die Autos um die Kurve und auch die Passanten und schmückenden Charaktere haben scheinbar ein paar Tüten zu viel inhaliert. Die Animationen lassen doch sehr zu wünschen übrig und Hippies, Polizisten und Co. wirken mittels Copy & Paste erstellt und unterscheiden sich nur wenig bzw. maximal nach der vorherrschenden Gesinnung bzw. ihrem Beruf. Bewegungen als auch Reaktionen wiederholen sich sehr schnell, sehr oft und bieten dem verwöhnten Zockerauge nur wenig Erfreuliches. Selbiges trifft auch auf Crypto zu, der ein fest gefahrenes und wenig flexibles Aktionsmuster vorzuweisen hat und in seiner Gesamtheit sehr steif und ungelenk daher kommt.

Destroy All Humans! 2: Make War Not Love Destroy All Humans! 2: Make War Not Love Kann man in all dieser Tristes die vorhandenen und durchaus abwechslungsreichen Grün- und Parkanlagen ansatzweise lobend erwähnen, reicht dies dennoch nicht aus die sonst vorherrschenden grafische Patzer auszubügeln. Verwaschene Texturen sind wieder einmal mit von der Partie und auch die inzwischen nervenden Treppchenmuster sowie Pop Ups beehren die Spieler und geben wenig Grund zur Freude. Erschwerend kommt hinzu, dass sich Crypto das eine oder andere Mal in luftigen Höhen aufhält und dabei leider keinerlei Fernsicht geboten bekommt - ganz das Gegenteil ist der Fall. Neblig, diesig und trüb beschreibt den Ausblick am Besten und erst im letzten Moment offenbart sich der nahende Horizont und gibt damit den Blick auf den angeflogenen Stadtteil frei. Besonders ärgerlich wird diese ganze Angelegenheit dann, wenn ihr den Auftrag habt euch das Militär vom Hals zu halten und ihr die Gegner zwar auf dem Radar habt, dank vorherrschenden Nebels allerdings die Panzer und Geschützfahrzeuge am Boden nicht ausmachen könnt - und das trotz Tiefflug. Das eine oder andere Mal wird so eine Mission zum Scheitern verurteilt sein, da ihr schlicht nichts sehen könnt. Ebenfalls ein überaus ärgerlicher Glitsch ist die Tatsache, dass der gute Crypto, wird er z.B. mal aus seinem geliehenen menschlichen Körper geschossen - schließlich ist der Körperklau nur für eine bestimmte Zeit möglich und irgendwann gibt der beste Mensch auf - landet Crypto nicht einfach auf der Straße. Vielmehr versinkt der kleine graue Kerl und verschmilzt vollständig mit dem Beton. Einmal darf so etwas vielleicht passieren, aber bitte nicht zig mal hintereinander.

Die verwendeten Lichteffekte hingegen, welche z.B. bei der Wendung des Zap-O-Matik oder aber des Todesstrahls, lockern das sonst eher trübe Umfeld ordentlich auf. Sogar die Polizeisirenen als auch die Explosionen von Panzern und Militärfahrzeugen wissen zu gefallen. Gleichfalls reiht sich auch das sichtbar gemachte Manipulationsgut ein, mit welchem Crypto um sich schmeißen kann. So haben die Strahlen, welche den bevorstehenden Körperübergriff ankündigen, eine andere Farbe als z.B. die Verwendung der "Make love" Strahlen.

Aliens sind zweisprachig und manchmal störrisch

Destroy All Humans! 2: Make War Not Love Destroy All Humans! 2: Make War Not Love Bestach seinerzeit der erste Teil schon mit bitterbösem Humor, so werden Einsteiger als auch Wiederholungstäter mit Crypto erneut ihren Spaß haben. Böse, z.T. sehr doppelzüngig und arrogant lästert die Alien-Brut über die Rasse Mensch und ihre (Un)Fähigkeiten ab. Immer wieder gern genommen sind Aussprüche, die darüber Auskunft geben, zu was man Zweibeiner nicht alles missbrauchen kann - ganz zu schweigen von ihrer geringen Hirnkapazität. Damit Spieler auch keinerlei Probleme haben zu verstehen, was die Außerirdischen von ihm wollen, gibt es neben der ausschließlich englischen Sprachausgabe - die sehr überaus gelungen ist und zudem gut verständlich ist - natürlich deutsche Untertitel. Die Übersetzung ist ohne Beanstandung und man hat sich überdies auch Mühe gegeben den Humor treffsicher mit zu übersetzen. Kenner wissen, es ist manches Mal gar nicht so einfach einen witzigen Ausspruch aus der englischen Sprache Pointen genau ins Deutsche zu bringen. Hier darf man vor den Entwickler bzw. den Verantwortlichen den Hut ziehen: Die Übersetzungsarbeit kann ohne Zweifel als gelungen beschrieben werden.

Auch die begleitende Soundkulisse, angefangen beim Panzergrollen oder aber den mystischen, ein wenig an die alten Star Treck erinnernden Pfeiftönen, passen gut in die Szenerie und unterstreichen das vorsintflutliche Alien-Treiben. Schuss- und Explosionsgeräusche, von denen es nicht zu wenige zu hören gibt, wissen gleichfalls zu gefallen. Wie schon erwähnt, haben sich auch die Synchronsprecher richtig Mühe gegeben und ihre zugeteilten Protagonisten überaus gut vertont. Passende und z.T. sehr überspitzte Betonungen sind dabei das Salz in der Suppe.

Destroy All Humans! 2: Make War Not Love Destroy All Humans! 2: Make War Not Love Die Steuerung des kleinen grauen Gefährten sowie die Handhabung seiner Fähigkeiten ist wiederum ein zweischneidiges Schwert. Zumeinst reagiert Crypto umgehend und tut was er soll; Es gibt allerdings Ausnahmen und die können dann auch noch verdammt ärgerlich sein, vor allem dann, wenn aufgrund der hakeligen Kamera oder aber der nicht ausgereiften Kollisionsabfrage eine Mission zum Scheitern verurteilt ist. Speziell bei der Ausführung von Aufträgen, die vorzugsweise fliegend absolviert werden müssen, kämpft ihr oft und gerne mit beiden nicht ganz gelungenen Komponenten. Die Kamera erweist sich ebenso als Feind wie die Soldaten und euer Traktorstrahl ist nur so gut, so lange keine gravierenden Hindernisse in den Weg kommen. Ein Baum kann schon ein Grund sein, dass ein Vorhaben schwerlich zu Ende geführt werden kann, denn auf einmal hat das holzige Gebüsch Ausmaße, die erscheinen sprichwörtlich außerirdisch groß.
Probleme gibt es diesbezüglich auch auf der guten Mutter Erde, da sich gerne mal Container und allerlei anderes Zeugs getrauen mitten im Weg zu stehen, die ihr dann natürlich mit den Alien-Fähigkeiten weg beamen müsst. Leichter gesagt als getan, denn spätestens dann wenn ihr mit verschiedenen Gegenständen spazieren gehen müsst - um sie für einen Auftrag von A nach B zu bringen - werdet ihr auf so manches Hindernis stoßen; Vor allem aber auf imaginäre. Das sich dabei die Kamera nicht mehr gut bzw. z.T. sogar gar nicht mehr richtig postieren lässt, ist dann schon fast nicht mehr wichtig. Wenigstens gestattet euch das Spiel an jeder belieben Stelle euren Fortschritt zu speichern. Und solltet ihr mal allein zu sehr gefrustet sein, schnappt euch einen Freund und lasst euch einfach helfen - zu zweit geht es oft besser als allein. Vertikalem Splitt-Screen sei Dank können die Aufgaben und Missionen auch im Doppelpack abgeschlossen werden.

Meinung

Wertung zu Destroy All Humans! 2 (PS2)

Wertung:

7.5 /10
Pro & Contra
witzige und gelungene Storygute Synchronisation sowie Soundkulissegelungene deutsche Übersetzungrecht vielfältiges Missionsdesignviel schwarzer Humorgelungenes Feature zum Waffen Upgradeder menschliche Gen-Mixer macht vieles leichteran jeder x-beliebigen Stelle kann gespeichert werdenrecht kurze LadezeitenKoop-Modus
altbackene, verwaschene und sehr triste Grafiksehr wenig Animationsstufenbockige Kameraunausgegorene Kollisionsabfragepartiell träge Steuerungspielerisch sehr identisch mit dem ersten Teilwenig Neuerung
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