Devil May Cry 3 im Gamezone-Test

Test GreenAcid

Ein spielerisch gelungener Höllenritt der Extraklasse mit dem vielleicht coolsten Helden des Jahres.

Mehr als nur effektvolles Gemetzel

Devil May Cry 3 Devil May Cry 3 Man könnte jetzt meinen, Devil May Cry 3 bestünde lediglich aus dem effektvollen Abmurksen allerlei schräger Typen aus den hinteren Eingeweiden der Hölle, doch glücklicherweise hat das Spiel einiges mehr zu bieten: Auch wenn die 20 Missionen recht linear gestrickt wurden, so sind sie doch hin und wieder mit ein paar einfachen Puzzles angereichert, was die ideale Abwechslung zur Adrenalin fördernden Metzelorgie darstellt. Mal muss ein Schlüssel gefunden, eine Tür geöffnet oder ein simples Lichtstrahlen-Puzzle gelöst werden - immer dann, wenn man gerade mal eine kleine Verschnaufpause herbeisehnt. Die hat man auch bitter nötig, denn 14 knallharte Endgegner wollen auf dem Weg zum Abspann ebenfalls besiegt werden. Jeder einzelne bedarf einer eigenen Strategie und verfügt über eine außerordentlich große Palette verschiedenster Angriffsmuster. Sicher ist, dass ihr euch an mindestens einem dieser Burschen zeitweilig die Zähne ausbeißen werdet und so manche Mission erneut beginnen dürft. Denn einfach ist Devil May Cry 3 absolut nicht, eher etwas für japanische Joypadakrobaten der Oberliga. Glücklicherweise schaltet ein mehrfaches Ableben eurerseits den "Easy-Mode" frei, was für viele der wohl einzig gangbare Schwierigkeitsgrad sein dürfte.

Devil May Cry 3 Devil May Cry 3 Doch selbst auf "Easy" bietet Devil May Cry 3 mindestens 10-12 Stunden Spielspaß für den ersten Durchgang und motiviert selbst danach noch ungemein. Dies liegt daran, dass dieses Spiel von Anfang an für mehrfaches Durchspielen konzipiert wurde und zu diesem Zweck einen handlichen Auswahlbildschirm bietet, auf dem nicht nur jede einzelne Mission (nach erstmaligem Freischalten) angewählt werden kann, sondern auch deren abschließendes Style-Rating ersichtlich ist. Durch das mehrfache Spielen der einzelnen Aufträge sammeln sich immer mehr Seelen auf eurem Konto und nur auf diese Weise dürft ihr irgendwann in den Genuss aller möglichen Spezialattacken und Waffenstärken kommen. Wem es zeitweilig also mal zu schwer wird, der sammelt fleißig Seelen und holt sich damit ein paar schlagkräftigere Upgrades und Waffen. Zudem warten in den 20 Hauptmissionen auch noch 12 gut versteckte Bonuslevel auf euch, welche natürlich erst einmal gefunden werden müssen.

Die personifizierte Coolness hat weiße Haare

Devil May Cry 3 Devil May Cry 3 Ganz im Gegensatz zum Titel, ist Devil May Cry 3 absolut nicht zum Weinen! Der junge Dante wirkt cooler denn je und hat für jede noch so verrückte Situation einen mindestens genauso abgefahrenen Spruch auf Lager. Nicht zuletzt durch die zahlreichen und an spektakulärer Choreographie nicht zu überbietenden Zwischensequenzen entsteht in diesem Spiel eine derart lässige Atmosphäre, dass man sich nach dem Abspann am liebsten die die Haare weiß färben würde. Die Polygon-Helden vollbringen hier derart abgedrehte Stunts, dass man selbst in den unrealistischsten Kinofilmen noch keine derartigen Szenen gesehen hat. In einem Videospiel allerdings, wirken mit Schwertern durchbohrte Helden, die eine Hundertschaft dämonischer Feinde mit der einen Hand erledigen, während sie mit der anderen ein Stück Pizza essen, nicht übertrieben unrealistisch, sondern einfach nur verdammt cool. Genau so kommt Dante auch rüber und glücklicherweise hat Capcom diesmal besonders auf die erzählte Geschichte und die darin vorkommenden Charaktere geachtet und jeder Mission mindestens eine der fantastischen Zwischensequenzen spendiert. Diesmal wird man also nicht nur aufgrund des actionbetonten Gameplays motiviert, sondern auch ganz besonders durch die packende und gleichzeitig humorvoll erzählte Geschichte rund um die beiden Dämonen-Zwillinge.

Devil May Cry 3 Devil May Cry 3 Natürlich entsteht auch ein Großteil der teuflisch guten Atmosphäre durch die eigentliche Spielegrafik. Die ist nämlich stellenweise absolut sensationell und bringt die PS2-Hardware so richtig ins Schwitzen. Geruckelt wird deshalb aber noch lange nicht, nicht mal wenn der gesamte Bildschirm voll mit gruselig-schönen Gegnern ist und Dante sie mit übertrieben großen Feuerstößen zurück in die Hölle schickt. Die Grafik der zentralen Kampfaction gleicht einem farbenfrohen Polygon-Gewitter und bleibt trotz des Effekt-Hagels stets sehr übersichtlich. Aber auch die skurrile Welt in der das Ganze abläuft hat ihre regelmäßigen Höhepunkte zu bieten: Die liebevoll ausgearbeiteten Gotik-Bauwerke der Entwickler sorgen allein schon aufgrund ihrer dunklen Farbgebung und ihrer schieren Größe für kalte Schauer auf dem Rücken. Wenn sich dann auch noch verzerrte Gesichter in den Wänden abzeichnen und kopflose Statuen davor stehen, dann kommt im wahrsten Sinne des Wortes die richtige Stimmung auf. Einen großen Beitrag dazu leistet auch der hervorragende Sound, welcher in den actionbetonten Szenen knallharten Rock und Metal aus den Boxen dröhnen lässt (leider immer den selben Track) und in gemächlichen Abschnitten mit stimmigen Sphärenklängen für Gänsehaut sorgt. Auch die englischen Sprecher haben ein Lob verdient, denn nur deren Talent ist es zu verdanken, dass Dantes coole Sprüche auch richtig beim Spieler ankommen. Die deutsche Version bietet vollständig übersetzte Texte sowie Untertitel und einen 60Hz-Modus.

Meinung

Wertung zu Devil May Cry 3 (PS2)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
grandiose Kampf-Choreographiewitzige und spektakuläre Zwischensequenzengelungene Storygigantische Endgegnersehr viele verschiedene Waffen und Kampfstilehoher Wiederspielwertruckelfreie Hammer-Grafikgelungener Sound60Hz-Modus
stellenweise ungünstige Kameraperspektivenfür viele Spieler nur auf "Easy" spielbar
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