Dem Spieler stellt sich bei den Noobs zwangsläufig die Frage, wer hier eigentlich die Noobs sind.
Die Noobs: Klein aber Gemein
Das Leveldesign ist völlig linear und erfordert nur ein halb wachsames Auge, um den roten Faden noch deutlich zu erkennen. Die schlichte Architektonik, egal ob man sich nun auf dem Dach des Ferienhauses aufhält, oder sich durch zerklüftete Schluchten eines fremden Planeten schlägt, kann einfach nicht überzeugen. Regelrecht eckige Welten und spärliche Details erinnern tatsächlich eher an ganz alte Nintendo 64 Jump'n'Runs, als an die aktuelle Konsolengeneration. Zwar wird z. B. die Planetenoberfläche mit einigen schicken Partikeleffekten geziert, das kantige Design erfüllt aber allerhöchstens noch seinen Zweck. Der Kameramann ist auch nicht wirklich auf der Seite der Entwickler. Dieser zeigt wohl fast gar freudig etliche Unzulänglichkeiten auf und schwenkt gerne in die Wände hinein, offenbart Textur- und Clippingfehler und präsentiert das Spiel immer von seiner "schönsten" Seite.
Die Noobs: Klein aber Gemein
Wer bis dato noch beide Augen zukneifen konnte und sich die Filmumsetzung immer noch schön redete, wird spätestens im Zusammenspiel mit der Kamera und der unausgegorenen Steuerung zu Fluchen beginnen. Die Animationen der vier Helden wirken extrem schlaksig und bisweilen gar tuntig. Völlig surreal aus einer fremden Galaxie kommend überschreitet das Verhalten der Figuren aber vor allem die Grenzen der akzeptablen Spielbarkeit. Die gute Razor, die einzige Dame im Quartett, verfügt über den Doppelsprung, welcher aber jeglicher Physik trotzt und euch das Leben regelrecht zur Hölle macht. Fluchend dürft ihr diverse Sprungpassagen dank Kamera und Steuerung zigfach wiederholen! Die kleinen Aliens müssen einerseits tonnenschwer sein, anderseits wie Federn daher kommen - so zumindest fühlt sich das Sprungverhalten bzw. der Abflug in die ewigen Abgründe an. Benötigt wird der Doppelsprung aber pausenlos, ansonsten können weder die Plattformen, noch irgendwelche höher gelegene Plateaus erreicht werden.
Ein Klischee in Ehren
Die Noobs: Klein aber Gemein
Tatsächlich versuchten die Entwickler die anstehende Katastrophe noch irgendwie zu verhindern, denn in einigen späteren Abschnitten kann mit kleineren Rätseleinlagen und Schleichspielen von "Abwechslung" die Rede sein. Schade nur, dass nach einem solchen spielerischen Start mit sich wiederholendem Leveldesign kaum mehr etwas geradebiegen lässt. Mit einem mittelalterlichen HUD für diverse eher nicht benötigte Anzeigen, furchterregenden Grafiken inmitten eines uninspirierten Leveldesigns und einer völlig schlampigen Steuerung verliert man vorab auch schon jegliche Motivation an diesem Titel. Selbst die Kids, die noch am ehesten etwas mit dem Spiel anfangen können, werden die Disc wohl nach nur wenigen Minuten in die Ecke pfeffern. Was nützt in einem solchen Fall eine zugkräftige Filmlizenz, wenn es letztendlich an spielerischer Qualität, Abwechslung und schlussendlich auch Spielwitz fehlt. Da hilft leider weder Schönreden, noch der Versuch, das Gameplay mit bis zu vier Charakteren anzureichen. Theoretisch hätte man alle Fähigkeiten einer einzigen Spielfigur übergeben und somit das nervige hin- und herschalten verhindern können. Abgerundet wird der Eindruck mit einem zwar chilligen Soundtrack, der so aber einerseits nicht in ein Action-Abenteuer passen möchte und andererseits in einer Dauerschleife auf die Nerven gehen kann. Was die vier Aliens sonst von sich geben, wird kaum vernommen oder artet in Monotonie aus!
