Ubisofts Wuselvolk ist los. "Veni, Vidi, Vici" für die DS Umsetzung oder doch keine so gute Idee? Das fanden wir für euch raus!
Hardwareeinschränkungen?
Die Siedler DS
Vielleicht hat man sich bei Blue Byte mit der Portierung auch einfach übernommen, bzw. das System von Nintendo überschätzt. Optisch fällt natürlich der etwas zu geringe Sichtbereich auf. Trotzdem verschaffen eine nahe, wie auch weit entfernte Perspektive einen akzeptablen Überblick über die Gesamtsituation. Wichtige Ereignisse bekommt man eh per Post mitgeteilt und kann zum jeweiligen Brennpunkt des Geschehens mittels einer Taste springen. Neben den Touchscreenproblemen rücken aber weitere technisch Macken in den Vordergrund und wirken sich negativ auf den Spielgenuss aus. Um von Hand durch die Kolonie zu wandern, benötigt man das Steuerkreuz zum scrollen des Bildes. Selbst ohne eingestellten Zeitraffer kommt die Grafik dabei ins Stocken und bietet ein ruckelndes visuelles Erlebnis. Sollte man gar die doppelte Spielgeschwindigkeit nutzen, was aufgrund des gemächlichen Spielablaufs durchaus vor kommt, gleicht das Scrolling fast schon einer Diashow. Fehlte hier letztendlich die Zeit für eine Optimierung, oder reicht die Hardware einfach nicht mehr aus? Letzterer Fall kann aber nach Betrachtung von "Anno 1701" eigentlich ausgeschlossen werden!
Die Siedler DS
Die Grafik selber hält sich an das Original und bringt uns das wuselige Volk mit viel Charme und liebevollen Details auf den DS. Per Lupe schaut man den Siedlern bei der Arbeit über die Schulter und erfreut sich an den putzigen Animationen. Die Bäume biegen sich im Wind, das Laub raschelt und die Tiere huschen über den kleinen Bildschirm. Es herrscht einfach eine Lebensfreude im Volke, die man auch über die Grafik und den Sound übermittelt bekommt. Zwar wirkt die Optik etwas angestaubt und nicht ganz so kontrastreich, wie bei manch anderen 2D DS-Spielen, das komplette Umfeld kann aber überzeugen! Auch die Musik ertönt in vertrauten Klängen. Liebliche Melodien laden zum träumen ein, so dass fast schon eine Urlaubsstimmung aufkommt. Der Variantenreichtum ist aber mager und so lauscht man über eine ganze Mission hinweg stets der gleichen Musik. Insgesamt verschafft der Titel vor allem bei Nostalgikern ein wollig warmes Gefühl. Wenn man dann das Spiel zum ersten mal einschaltet, die ersten Gehversuche wagt und vertraute Klänge wie das fröhliche "Yipieeee" der Geologen vernimmt, fühlt man sich wahrlich in die gute alte Zeit der 90er Jahre versetzt. Ganz verschweigen möchten wir aber nicht, dass so manche Soundeffekte irgendwie um Schlund des Lautsprechers stecken bleiben. Man vernimmt den vertrauten Klang, aber oftmals nicht mehr dessen Ende. Auch hier fehlte wohl aus technischer Sicht das letzte Finetuning.
