Die Sims legen ein gelungenes und würdiges Debüt auf der aktuellen Konsolengeneration hin und lassen uns lächelnd die Toilette putzen.
Belohne dich, bestrafe mich
Die Sims 3
Durch all die Aktionen, die man im Verlaufe des Spieles ausübt, erhält man Herausforderungspunkte ab, die man später in Objekte oder Fähigkeiten investieren kann. Ebenso haben die Sims laufend Wünsche, erfüllt man diese, erhält man sogenannte Lebenszeitbelohnungen, die man in Charaktereigenschaften ummünzen kann. Dadurch müssen Sims etwa weniger häufig zur Toilette, lernen schneller oder können Rabatte in den Einkaufsläden einheimsen. Neu sind die Karma-Kräfte, mit denen man das Leben seines oder eines anderen Sims erleichtern oder zur Hölle machen kann. Hat man beispielsweise keine Lust sich um das Wohlbefinden eines Sims zu kümmern, kann man ihn auf einen Schlag "Mega zufrieden" machen - oder man spielt seine dunkle Seite aus und verursacht einen Feuersturm oder lässt einen bestimmten Sim eine Zeitlang nur Pech erleben. Die Kräfte müssen zum Teil zuvor noch freigespielt werden, auch kann man diese nicht unentwegt nutzen, sondern muss seine Karma-Leiste zunächst füllen, was durch das Erfüllen von Wünschen und bei jedem Tagwechsel automatisch geschieht.
Tauschen und Kaufen
Die Sims 3
Abhilfe im Bezug auf den bereits erwähnten Mangel an Gegenständen wird über die Exchange-Option gewährleistet, über die man eigene Inhalte mit denen anderer Spieler über das Internet tauschen kann. Das können etwa fertige Sims oder vollständig eingerichtete Häuser, neue Tapeten oder umgefärbte Objekte sein, all das geht sehr schnell von der Hand und bis dato sind bereits hunderte an Downloads verfügbar. Zudem stellt Electronic Arts einen Shop zur Verfügung, jedoch sucht man bis jetzt erst einmal vergeblich nach neuen Inhalten. Man kann aber natürlich davon ausgehen, dass dieser in Kürze mit (kostenpflichtigem) Downloadcontent gefüllt wird.
Maus oder Gamepad?
Zwar kann die Konsolenfassung mit sehr vielen Features überzeugen, dennoch behält bei Die Sims 3 die PC-Version die Oberhand. Neben (leichten) grafischen Defiziten liegt das vor allem an den langen Ladezeiten, die bei jedem Wechsel in einen anderen Abschnitt der Karte auftreten. Zudem haben Computerspieler den Vorteil, ganze Nachbarschaften neu entstehen zu lassen oder weitere Sims einer bestehenden Nachbarschaft hinzufügen zu können.
Die Sims 3
Auch wenn das Gamepad nicht mit der Maus-Steuerung mithalten kann, ist die Interaktion mit der Spielwelt sehr gelungen. Statt Zeiger hat man hier eine grüne Lichtsäule vor Augen, die mit dem Stick bewegt wird und nutzbare Objekte hervorhebt; erwischt man zwei Geräte auf einmal, hat man in der Folge noch die Möglichkeit, das Gewünschte über ein Kontextmenü auszuwählen. Einzig im Baumodus überzeugt das Ganze nicht so sehr, gerade wenn es um das manuelle Abreissen von Gebäuden geht. Optisch ist das Spiel, trotz etwas altbackener Grafik, definitiv gelungen. Vor allem das aufgeräumte und intuitive Menü weiß zu gefallen, auch wenn man sich mitunter durch einige Reiter klicken muss. Nervig ist aber, dass bereits gewählte Aktions-Warteschlangen nicht mehr in der Reihenfolge verändert werden können und, falls man eine Aktion dazwischenschieben möchte, die ganze Liste ab dem gewünschten Punkt gelöscht und neu erstellt werden muss.
