Hurrikans, Tsunamis, Vulkanausbrüche, Erdbeben – pure Action die mal nicht auf Casual-Gamer ausgerichtet ist!
Lightgun-Shooter?
Disaster: Day of Crisis
Obwohl "Disaster: Day of Crisis" kein Lightgun-Shooter ist, könnte so manche Szene aus dem Spiel direkt aus einem solchen stammen. Neben den Fußmärschen und Autosequenzen ist dies der dritte große Bereich. Ganz unverhofft tauchen immer wieder die Truppen von Surge auf und das Geschehen schaltet (ähnlich wie bei Rollenspielen) von einem Moment auf den anderen in den "Kampfmodus". Dieser ist haargenau so aufgebaut, wie man das aus einschlägigen Lightgun-Shootern kennt. Hinter Kisten und anderen Gegenständen kann man Schutz suchen (Z-Taste gedrückt halten), um dann im richtigen Moment aus der Deckung zu stürmen und das Fadenkreuz per Wii-Remote auf die Feinde zu richten und mittels B-Trigger abzudrücken. Um nachzuladen muss man kurz mit dem Nunchuk schütteln. Manchmal hat man die Möglichkeit auf Fässer zu schießen, die daraufhin explodieren und gleich mehrere Söldner ins Verderben stürzen. Per C-Taste kann man für kurze Zeit zoomen und besonders genau zielen. Dabei fügen Treffer sogar doppelten Schaden zu, man muss jedoch auch doppelt einstecken, wenn man selbst verletzt wird. Der Zoom-Modus dauert nur so lange, wie Rays Konzentration aufrechterhalten bleibt. Ist diese Anzeige (rechts unten im Bild) leer, wird auch der Zoom-Modus beendet und man muss kurz warten, bis sie sich wieder füllt. Damit man sich nicht dauernd in der sicheren Deckung verkriecht, passieren nicht selten auch Dinge, die einen dazu zwingen, diese zu verlassen. Wenn man unter Beschuss eines Raketenwerfers steht, dann nützt es auch nichts, sich hinter einer Kiste zu ducken, da die Wucht der Explosion auch dort für Verletzungen führt. Manchmal wird man auch durch die Naturkatastrophen aus der Deckung gelockt oder von heranstürmenden Söldnern, die einem eins überbraten wollen, überrascht. Man kann sich also nie wirklich ausruhen und sicher fühlen, was das Spielerlebnis um einiges interessanter macht. Für Abwechslung sorgen auch die "Bossfights". Manchmal muss man gegen einer der Oberhäupter von Surge persönlich antreten und sein Verhaltensmuster genau analysieren, um schwache Stellen ausfindig machen zu können und anzugreifen. Meist sind diese aber relativ leicht zu bezwingen.
Neben der herkömmlichen Pistole gibt es verschiedene Waffen zur Auswahl. Ein Sturmgewehr, eine Schrotflinte, Wurfgeschosse und eine Armbrust, sind schon relativ früh zugänglich, während der Raketenwerfer erst nach einigen Stunden ins Repertoire aufgenommen wird. Es gibt außerdem noch einige ganz spezielle Waffen, wie die Pulskanone, die neue und ungewöhnliche Möglichkeiten bieten, welche ich nun aber nicht verraten möchte. Es ist aufregender dies selbst herauszufinden.
Fähigkeiten verbessern und Waffen tunen
Disaster: Day of Crisis
Wie schon kurz erwähnt, kann man im Laufe des Spiels Helden- und Kampfpunkte (HP und KP) erhalten. Heldenpunkte gibt es beispielsweise für erfolgreich gerettete Personen und Kampfpunkte verdient man sich im Gefecht, durch besonders präzise Kopfschüsse und dergleichen. Nachdem eine Mission beendet wurde, öffnet sich ein Menü, in dem es allerhand Optionen gibt. Unter dem Punkt "Aufrüsten" verbirgt sich die Möglichkeit Ray zu stärken. Man kann seine Fähigkeiten verbessern, indem man Heldenpunkte einsetzt. Während er anfangs nur wenige Gegenstände tragen kann, lässt sich seine Tragkapazität steigern, seine Konzentration im Kampfmodus verbessern, seine Körperkraft erhöhen und mehr. Solche Elemente kennt man aus Rollenspielen, wobei das "Aufleveln" bei "Disaster" natürlich wesentlich einfacher und weniger komplex geschieht.
Auch die Waffen lassen sich verbessern. Wer ein größeres Magazin, schnelleres Nachladen, mehr Feuerkraft oder höhere Genauigkeit will, der muss seine hart verdienten Kampfpunkte dafür einsetzen. Es lassen sich auch neue Waffen kaufen, die zuvor aber erst freigeschalten werden müssen und auf dem Schießstand in einem kleinen Testschießen erworben werden können. Hat man das Testschießen einmal erfolgreich hinter sich gebracht, darf auch die neue Waffe fortan bei den nächsten Einsätzen eingepackt werden. Mehr als vier Waffen kann Ray jedoch nicht mitnehmen.
Effektvoll mit Schwächen
Disaster: Day of Crisis
Was die Grafik angeht, ist der Gesamteindruck von "Disaster: Day of Crisis" durchaus positiv. Die Charaktermodelle können sich sehen lassen und die Naturkatastrophen werden sehr effektvoll in Szene gesetzt. Leider gibt es aber viele schwache Texturen und manche Objekte sehen etwas billig aus. Es tritt auch hier und da ziemlich starkes Kantenflimmer auf. Das ist aber nicht das Entscheidende, denn insgesamt wird eine packende Atmosphäre erzeugt. Dazu trägt auch die gelungene orchestrale Soundkulisse bei, die in dramatischen Momenten noch zusätzlich für Spannung und Adrenalin sorgt. Die (leider nur englischen) Sprecher leisten ebenfalls ganze Arbeit. Sie wirken authentisch und glaubwürdig. Einige Soundeffekte sind hingegen ziemlich gewöhnungsbedürftig. Es gibt also sowohl Licht, als auch Schatten. Ein Grafikprotzer ist "Disaster" mit Sicherheit nicht und Preise für die Soundkulisse wird es wohl auch nicht bekommen, aber insgesamt ist es technisch eine runde Sache. Man sagt auch gerne "guter Durchschnitt" dazu.
Alles im Griff?
Disaster: Day of Crisis
Die Steuerung ist sehr vielfältig. In den Missionen zu Fuß muss man mittels Analog-Stick durch die Trümmer laufen, immer wieder die Wii-Remote und Nunchuk einsetzen, ohne dass dies nervig wird und per A-Button springen. Das funktioniert prima. Auch die Lightgun-Abschnitte sind komfortabel gelöst und kommen mit nur wenigen Buttons aus. Bei den Autosequenzen funktioniert die Steuerung ebenfalls einwandfrei, aber da die Wii-Remote schräg gehalten werden muss, ist diese nicht ganz so präzise. Um die Aufgaben zu bestehen und erfolgreich der Lava (oder Flutwelle und Co.) zu entkommen, reicht es aber allemal. Die Kamera lässt sich in den Missionen zu Fuß selbst justieren, kann aber auch automatisch eingestellt werden, sodass man selbst nicht so viel Stress hat. Es empfiehlt sich aber hier und da selbst Hand anzulegen. Anfangs nervt es ein wenig, dass sich die Kamera nur relativ langsam drehen lässt, aber daran gewöhnt man sich schnell. Man hat die meiste Zeit einen guten Überblick über das Geschehen und in den Auto- und Lightgun-Sequenzen ist die Perspektive ohnehin fest vorgegeben.
