Hiermit offeriert uns Square/Enix einen mehr als gelungenen RPG-Beat ´em Up Hybrid mit wahrlich epischen Ausmaßen.
Dissidia: Final Fantasy
Beginnt der Kampf gilt es den Feind anfangs zu entmutigen, bevor man ihn mit einem geschickten Schwertstreich ins virtuelle Nirwana befördert. Während die Kreis-Taste dazu benutzt wird um den Mut eures Gegenübers zu senken, verwendet ihr die Quadrat-Taste um ordentlich Prügel auszuteilen. Der angerichtete Schaden richtet sich dabei immer nach der Höhe des eigenen Mutes. Gegner die kaum Mut haben, teilen dementsprechend weniger aus, aber auch dem Helden kann dies passieren, was die spezielle taktische Note des Prüglers hervorhebt. Damit ist aber noch lange nicht genug, denn je nach Analogstick-Stellung und Bewegung können andere Angriffe ausgeführt werden, die von Spielfigur zu Spielfigur variieren. Damit ergeben sich natürlich eine Vielzahl der unterschiedlichsten Angriffs- Sprung und Spezialmanöver wobei letztgenannte oftmals ein wahres Effektgewitter auslösen und "Over the Top" inszeniert wurden. Dennoch passt dies hervorragend zum Setting und es macht einfach eine Menge Spaß die verschiedenen Moves auszuprobieren, bis man den eigens gewählten Charakter vollends beherrscht. Richtig wild wird es jedoch bei den sogenannten EX-Attacken, für die man eine spezielle Energieleiste auffüllen muss. Dies geschieht, indem man dem Gegner ordentlich verdrischt und anschließend die kleinen blauen Kugeln aufsammelt, welche die EX-Leiste ansteigen lassen und beim Anwählen ein Quick-Time Event ausgelöst wird. Ist dieses erfolgreich absolviert knallt, funkt und blitzt es überall auf dem Schirm und man führt einen ungeheuer machtvollen Angriff aus. Das führt mitunter zu einigen Übersichtsproblemen, bei denen die Kamera das ein oder andere mal ins Schwanken gerät. Aufgrund der ungeheuer beeindruckenden Effekte und der Tatsache, dass der Spielfluß nicht maßgeblich beeinträchtigt wird, nimmt man dieses Manko gern in Kauf.
Dissidia: Final Fantasy
Der eben erwähnte Arcade-Modus hingegen bietet exakt das, was man sich erwartet und so bekommt man jeweils fünf Gegner gegenübergestellt, die es zu besiegen gibt, wobei die Charaktere vorgegeben sind und man nicht den eigens aufgelevelten Kämpfer verwenden kann. Da bietet sich der "Schnelles Spiel"-Mode schon eher an. Der Clou hierbei; Die verdienten Erfahrungspunkte können widerum im Story-Modus verwendet werden, wohingegen man mit dem verdienten Geld einige neue Ausrüstungsgegenstände erwirbt, um noch machtvoller zu werden. Damit erweitert sich die Palette an Bonusgegenständen und neuen Moves natürlich enorm, so dass man sich allein mit dem Ausrüsten des eigenen Charakters und dem Erforschen der zahlreichen Menüs stundenlang beschäftigen kann. Als Bonus obendrein kann man natürlich weitere spielbare Charaktere frei schalten oder neue Kostüme für die verschiedenen Kämpfer erspielen. Und wer seine besten Kämpfe festhalten will sollte zudem das Museum des Spiels frei schalten. Damit könnt ihr eure legendärsten Schlachten aufzeichnen, die Kamerawinkel nach belieben postieren, Screenshots machen oder einfach das ganze Video als .avi-File auf euren Rechner exportieren um es im Internet hochzuladen. Ein weiterer Punkt, weswegen man sich stundenlang mit der UMD beschäftigen kann.
Dissidia: Final Fantasy
Leider fehlt jedoch ein Online-Mehrspieler Modus, so dass man nur lokal gegen einen Freund antreten kann. Schade, denn eine Online-Funktion hätte natürlich für wesentlich mehr Spaß gesorgt, gerade im Hinblick auf die eigens erstellten Videos, die man mit Freunden via PSP hätte tauschen können. Witzig ist jedoch die Funktion im Sleep-Modus. Befindet sich die PSP eures Kollegen in besagtem Modus und er ist nicht allzu weit entfernt (z.B. nach einer Party, bei der er schon früh "nachlassen" musste), kann man gegen einen Geist seines Charakters antreten, welches die Fertigkeiten eures Freundes sozusagen nachahmt. Eine nette Funktion, die einen vollwertigen Online-Modus jedoch leider nicht ersetzt.
Episches Effekt-Spektakel
Dissidia: Final Fantasy
Wer die Final Fantasy-Reihe kennt der weiß, dass ihn jedes Mal epische Intros und Zwischensequenzen erwarten. Dissidia bildet hier keine Ausnahme und zaubert traumhaft schöne Cutscenes auf den kleinen Bildschirm der PSP; Seien es nun gigantische Schlachten oder einfach nur verträumte Story-Sequenzen. Im Spiel selbst fällt das grafische Level natürlich etwas ab, überzeugt jedoch mit einer absolut flüssigen Spielweise, kosmischen Arenen und ausgefeilten Special-Moves, welche sehr actionreich und dynamisch in Szene gesetzt wurden. Dazu kommt das altbekannte Charakterdesign, welches uns ein Wiedersehen mit bekannten Final Fantasy Charakteren aus den meisten Teilen der Serie beschert und einige neue Figuren vorstellt. Diese zeichnen sich durch die schönen Animationen aus und unterscheiden sich allesamt in ihren Kampfcharakteristika, bzw. den aufwändig inszenierten EX-Special Moves.
Dissidia: Final Fantasy
Musikalisch hingegen werden Erinnerungen an vergangene Zeiten geweckt. Dies fällt umgehend auf, wenn wir den Startbildschirm öffnen und uns altbekannte Final Fantasy Klänge entgegenschallen. Und wenn die Chocobo-Melodie während der Installationsphase erklingt kann sich der ein oder andere ein Schmunzeln sicherlich nicht verkneifen. Nobuo Uematsu hat es erneut geschafft, einem Final Fantasy-Spiel seinen musikalischen Stempel aufzudrücken und tut dies in der altbekannten, aber unverwechselbaren Art und Weise. Die Synchronisation tut ihr übriges, da die Stimmen sorgsam gewählt wurden und hervorragend zu den verschiedenen Charakteren passen. Hierzulande müssen die Spieler jedoch mit deutschen Untertiteln Vorlieb nehmen, da im Spiel selber nur englisch gesprochen wird.
