Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging für Nintendo Switch im Test: Trainiert eurer Gehirn!
Test
Wie fit ist euer Gehirn? Auf der Switch könnt ihr das ab sofort dank Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging herausfinden - aber macht euch auf ernüchternde Ergebnisse gefasst! Wie gut das vermeintliche Training funktioniert und ob bei all der Denkanstrengung auch der Spaßfaktor nicht zu kurz kommt, klären wir in unserem Test.
Ryūta Kawashima ist ein Neurologe aus Japan. Das alleine macht aus ihm keine Berühmtheit, die Mitwirkung an den beliebten Gehirn-Jogging-Spielen schon eher. Das freundliche Gesicht von Dr. Kawashima begleitete bereits auf dem DS, dem 3DS sowie auf einigen Nintendo-fremden Plattformen eure Versuche im Kopfrechnen, auf der Switch begegnet ihr dem Wissenschaftler erneut. Und wieder hat er eine Menge Tipps, Ratschläge und Informationen rund um geistige Fitness parat.
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Wer die Vorgänger kennt, findet sich in der Switchfassung sofort zurecht. Das Denkspiel besteht aus drei Teilen: Dem Alterstest für euer Köpfchen, den täglichen Übungen und dem Mehrspielermodus - nur bei Letzterem könnt ihr die Switch im stationären Betrieb verwenden. Den Alterstest und die Übungen absolviert ihr so oft am Tag, wie ihr möchtet, gespeichert wird aber nur das erste Ergebnis.
Wenn ihr dranbleibt, schaltet ihr im Verlauf eures Trainings neue Übungen frei. Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging für Switch bietet sich somit in erster Linie zum Genuss in kleinen, regelmäßigen Portionen an, längeres Vergnügen findet man nur beim obligatorischen Sudoku und der Tetris-ähnlichen Bazillenjagd - doch dieses Minispiel ist so einschläfernd, dass wir es nach dem ersten Ausprobieren gar nicht mehr angeworfen haben. Natürlich entscheidet auch die persönliche Vorliebe darüber, welche Disziplinen ihr täglich in Angriff nehmt und welche ihr lieber liegenlasst. Die Übung Zeitunglesen etwa ist zweifellos eher unspannend - dabei tragt ihr laut alte Zeitungsartikel vor, und zwar zweimal hintereinander. Der Neuzugang Klavierspielen macht schon deutlich mehr Spaß: Mithilfe einer Oktave der Klaviatur spielt ihr bekannte Stücke nach, darunter Volkslieder und klassische Werke. Wer Noten lesen kann, ist im Vorteil, aber die Bewertung der Leistung fällt in dieser Übung sehr nachsichtig aus. Jeden Tag gibt's eine neue Melodie für euch, insgesamt sind 50 Kompositionen enthalten.
Greift zum Stift
Quelle: PC Games
Zeigt mit der Hand in die Infrarotkamera das Ergebnis der Rechenaufgabe links. Die Erkennung eurer Gesten funktioniert überraschend gut!
Als Eingabegerät dient der dem Spiel beiliegende Touch-Stift. Der hat ein angenehmes Gewicht und eine praktische Größe, dennoch läuft man Gefahr, den Pen mangels einer Aufbewahrungsoption an der Konsole zu verlegen oder zu verlieren. Wie damals auf dem DS tragt ihr zum Beispiel beim Kopfrechnen eure Ergebnisse mit dem Stift ein. Die Erkennung der Zahlen und Buchstaben lässt allerdings zu wünschen übrig. So kann es sein, dass ihr die ersten Male eine schlechtere Wertung als verdient einstreicht, da ihr erst "lernen" müsst, so zu schreiben, dass das Spiel erkennt, was gemeint ist. Mit dem Finger funktioniert das Schreiben natürlich auch, der Stift ist aber die komfortablere Variante.
Auch die Infrarotkamera
der Joy-Cons kommt in der Switchfassung des Spiels zum Einsatz. Mit der linken Hand haltet ihr den umgedrehten Joy-Con in Richtung rechte Hand und mit dieser rechten Hand (oder umgekehrt) zeigt ihr zum Beispiel Zahlen an oder formt Stein-Papier-Schere-Figuren. Das funktioniert besser als gedacht, achtet aber darauf, dass die Umgebung nicht zu hell ist. Auch die Buttons der Controller werden benötigt, nämlich bei einigen Disziplinen der Mehrspieler-Herausforderungen. Zählt zum Beispiel Vögel oder Kisten. Mit dem Druck auf dem ZR- oder ZL-Button gebt ihr die Menge an, mit dem L- oder R-Button schickt ihr euer Ergebnis ab. Selbst die Bewegungssteuerung kommt zum Einsatz: Beim Flaggenspiel müsst ihr die angezeigten Bewegungsmuster nachahmen und euch immer längere Aktionsketten merken.
Quelle: PC Games
Beide Spieler zählen die Vögel im Bild und betätigen für jeden Piepmatz die Schultertaste auf dem Joy-Con. Nicht von den Äpfeln aus dem Konzept bringen lassen!
Das funktioniert ordentlich, passt nur auf, eurem Gegenspieler nicht mit dem Arm im Gesicht herumzufuchteln - ja, das ist uns passiert. Insgesamt ist es um die Abwechslung recht gut bestellt, manche Übungen könnt ihr jedoch nicht einzeln anwählen, ihnen begegnet ihr lediglich im Rahmen des Altertests. Der besteht aus je einer Aufgabe zu den drei Prüfungsgebieten Selbstkontrolle, Informationsverarbeitung und Kurzzeitgedächtnis. Exklusiv merkt ihr euch dort etwa 30 Wörter oder 25 Zahlen (inklusive deren Platzierung in einem Raster) innerhalb von eineinhalb Minuten. Aus eurer Leistung errechnet sich dann das "Alter" eures Gehirns. 80 ist das schlechteste Ergebnis, 20 das beste Resultat. Da aber wie bereits erwähnt die Erkennung der Handschrift wahrscheinlich auch bei euch nicht von Anfang an reibungslos funktionieren wird, werdet ihr vermutlich bei den ersten Tests selbst mit einem Hochleistungsdenkorgan nicht das Idealalter oder zumindest eine Zahl mit einer "2" am Anfang erreichen.
Fühlt ihr euch schlauer?
Taugt Dr. Kawashimas neues Spiel, um geistig fit zu werden oder zu bleiben? Eine Frage, die wir nicht ohne Weiteres beantworten können - mehr zu meiner Meinung dazu lest ihr im Kasten rechts. Auf jeden Fall kann man aber festhalten, dass die Switch-Fassung von Gehirn-Jogging denen gefallen dürfte, die schon auf dem DS und dem 3DS Freude an den Denkaufgaben hatten. Auch wer jeden Tag ein paar Minütchen für Trainingszwecke erübrigen möchte, kommt auf seine Kosten. Nicht erwarten solltet ihr ein Spiel, das euch stundenlang an den Bildschirm fesselt, eine packende Story oder allgemein ein Erlebnis, das über die Aneinanderreihung diverser Übungen hinausgeht. Über die Technik gibt es abseits der angesprochenen Steuerung wenig zu sagen - Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging für Switch wird sauber und zweckmäßig präsentiert, der Sound ist unaufdringlich und Bugs sind uns keine begegnet. Ab und an stoßt ihr auf kleine Scherze, die das ansonsten doch recht nüchterne Spiel auflockern - etwa legt euch der gute Doktor bei der Präsentation eures Alterstest-Ergebnisses rein, indem er zunächst einen deutlich besseren Wert präsentiert als ihr eigentlich erreicht habt. Charmant! Ein kleiner Tipp noch für Ungeduldige: Durch das Umstellen der internen Uhr der Konsole könnt ihr schneller neue Übungen freischalten.
