Warum sich mit vorgefertigten Helden abgeben, wenn man sich selbst einen zeichnen kann?
Die Macht des Stylus
Drawn to Life: Mal-Held sein
Wäre es mit diesen Spielelementen alleine getan, dann hätte "Drawn to Life" wahrlich einen schwierigen Stand bei den vielen guten Jump and Run Spielen für den DS. Die Besonderheit dieses Spiels liegt darin, dass man nicht einfach so die Levels meistern kann, da es schlichtweg an Wegen bzw. Plattformen mangelt. Vielmehr muss man immer wieder den Stylus zücken und zum Beispiel eine Wolke oder Ranke zeichnen, um eine Stand- und Kletterfläche zu haben. Es gibt auch in diesem Bereich zwar einige Objekte wie zum Beispiel ein U-Boot, die schon vorgegeben sind und somit nur mit der gewünschten Farbe ausgefüllt werden können, aber die meisten Hilfsmittel in diesen Levels dürft ihr freihändig zeichnen. Mithilfe der eigenen Kreationen Abgründe zu überwinden oder höhere Abschnitte zu erreichen macht ausgesprochen gute Laune und sorgt für originelle Unterhaltung.
Drawn to Life: Mal-Held sein
Wegstecken sollte ihr den Touchpen nach einer kreativen Tätigkeit nicht, denn diesen braucht ihr nicht nur zum zeichnen, sondern auch zum reinigen. Immer wieder stößt man in den Levels nämlich auf Flecken einer schwarzen Substanz, aus dem Schattenwesen entspringen - und zwar so lange bis man die Schmiere mit dem Stylus weggeputzt hat. Die dunklen Wesen selber kann man dabei ganz einfach durch dreimaligen Kopfhüpfer erledigen. Wahlweise könnt ihr auch von eurer Waffe Gebrauch machen, die aber nur begrenzte Munition hat und somit nicht immer einsatzfähig ist. Das ist nicht weiter tragisch, da man die Gegner meist recht einfach erledigen kann. Etwas nervig ist nur, dass sie nicht dauerhaft verschwinden, sondern sofort wieder da sind, wenn man sich etwas von ihnen entfernt hat. Auch wenn der Schwierigkeitsgrad im niedrigen Bereich anzusiedeln ist, kommt es gelegentlich vor, dass man einige Treffer kassiert - was sich amüsanterweise nicht durch irgendwelche Abzüge in einer Lebensanzeige deutlich macht, sondern in Form von Entkleidung. Das heißt, dass eure Figur immer mehr von ihren Kleidungsstücken verliert, bis zum Schluss nur noch ihr ursprüngliches Wesen - nämlich eine Holzpuppe - übrig bleibt. Positiv angemerkt werden muss auch die ordentlich ausgefallene Größe dieser 2D Jump and Run Levels, die wesentlich dazu beitragen, dass man acht bis zehn Stunden braucht, um das Abenteuer durchgespielt zu haben. Schade ist, dass man keine Speichermöglichkeit in diesen Abschnitten hat. Das Spiel speichert zwar automatisch, aber nur im Dorf. Und so muss man, wenn man einmal mit einem 2D Level losgelegt hat, entweder diesen durchspielen oder beim nächsten Mal wieder von vorne anfangen.
Einfach aber putzig
Drawn to Life: Mal-Held sein
Optisch wie musikalisch präsentiert sich der Titel mit locker-fröhlichen Klängen und einfachem, aber putzigem Comiclook insgesamt recht ordentlich und dürfte der anvisierten jüngeren Zielgruppe ganz gut gefallen. Was die Steuerung betrifft, so ist diese mit dem Einsatz der Knöpfe zum Ausführen aller Bewegungen der Spielfigur und der Einbindung des Touchscreens beim Zeichnen sowie Reinigen gut gelungen und funktioniert in der Anwendung einwandfrei. Der DS Doppelbildschirm kommt mit Infos, wie Anzahl der Leben und der eingesammelten Münzen, auf dem oberen Bildschirm und der Spielwelt auf dem Touchscreen gut rüber und weiß vor allem im Zeichenmodus zu gefallen. Hier darf man auf dem Touchscreen seinem künstlerischen Schaffen nachgehen, während man am oberen Bildschirm gleichzeitig betrachten kann, wie sich die Eigenkreation ins Spiel einfügt.
