Dungeon Lords im Gamezone-Test

Test GreenAcid

Dungeon Lords ist trotz seiner langen Entwicklungszeit immer noch weit von der Fertigstellung entfernt.

Von der Technik, die einst begeisterte

Dungeon Lords Dungeon Lords Die Grafik von Dungeon Lords sah auf den ersten Screenshots noch absolut atemberaubend aus. Die Veröffentlichung dieser frühen Bilder liegt allerdings schon zwei Jahre zurück und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass Dungeon Lords nach heutigen Maßstäben nur noch im optischen Mittelfeld rangiert. Da sich das Spiel aus einer riesigen Oberwelt und den titelgebenden Dungeons zusammensetzt, ist auch die Grafik ziemlich unterschiedlich ausgefallen. Während man sich in den Wäldern der Spielwelt noch über die schön animierten Blätter und Gräser freut, erwartet einem in den unterirdischen Verließen meist ein sehr tristes und lieblos eingerichtetes Gängesystem. Auch die wenigen Städte des Spiels wirken nicht zuletzt aufgrund der einfachen und schmucklosen Bauweise und dem Fehlen von computergesteuerten Passanten sehr steril und stimmungslos. Da die weitläufige Oberwelt weder spielerisch noch optisch auf Dauer begeistern kann, gestalten sich längere Reisen über Land bald so spannend und abwechslungsreich wie ein Spaziergang durch die Wüste. Ganz anders sieht es da schon mit den vielen verschiedenen Monstern aus, welche allesamt sehr detailverliebt ausgearbeitet worden sind und durchaus einiges an Atmosphäre verbreiten können. Zwar hätten die Animationen der Fieslinge etwas besser sein können, aber im Vergleich mit dem stocksteif agierenden Protagonisten sehen die Bewegungen der Monster immer noch hervorragend gut aus. Ganz besonders im Kampf hackt eure Spielfigur mit den immer gleichen Animationen auf ihre Gegner ein, was auf Dauer ein weiterer Grund für die schnell auftretenden Ermüdungserscheinungen bei diesem Spiel ist. Generell hätten wir im Kampf etwas mehr optisches Feedback erwartet, denn außer mit einem Blutspritzer (Treffer) und einer Staubwolke (kein Treffer) wird man bei diesem Spiel aus grafischer Sicht kaum für die Zeigefinger-Strapazen des Kampfes entschädigt.

Dungeon Lords Dungeon Lords Die Wartezeit auf die deutsche Version von Dungeon Lords hat sich in akustischer Hinsicht auf jeden Fall gelohnt, denn dtp und Crimson Cow haben einige sehr bekannte deutsche Synchronstimmen (Angelina Jolie, Charlton Heston und Kirk Douglas) im Rahmen der vollständigen Lokalisierung verpflichten können. Doch so sehr man sich auch Mühe mit der Vertonung der vollständig gesprochenen Dialoge gegeben hat, auch hier sind es einige Bugs, die dem Spiel den ambitionierten Wind aus den Segeln nehmen: Auf unserem Testsystem wurden die Stimmen und Umgebungsgeräusche grundsätzlich von einem seltsamen "Unterwasser-Filter" gestört wiedergegeben und nur aus allernächster Nähe konnten wir die Gesprächspartner überhaupt verstehen. Außerdem haben die NPCs die unschöne Angewohnheit auch nach dem Ende des Gesprächs ungebremst weiterzuquasseln, sofern der letzte Satz noch nicht beendet wurde. Eine stimmungsvolle Hintergrundmusik sucht man übrigens völlig vergebens, bis auf die chronisch verzerrten Hintergrund- und Kampfgeräusche bleibt Dungeon Lords die meiste Zeit ziemlich stumm. Diese Ungereimtheiten und das Fehlen von Gesprächsanimationen und Gesten der digitalen Akteure rauben dem Spiel so ziemlich den letzten Funken Atmosphäre.

Meinung

Wertung zu Dungeon Lords (PC)

Wertung:

5.9 /10
Pro & Contra
gute Charakterentwicklungriesige Spielweltzahlreiche Monsterintegrierter Koop-Modus
sterile und eintönig inszenierte Spielweltlängst verbrauchte Storylangweiliges und unübersichtliches Kampfsystemermüdende Animationenwenige und schlecht erklärte Questszahlreiche Grafik-Bugshässliche Fehler und Hänger bei der Sprachausgabekeinerlei Musik
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk