Die vielen Bugs vermiesen den Spielspaß, welcher teilweise im Titel schlummern könnte!
Der Höllentrip ist nicht in Worte zu fassen
Dungeons & Dragons: Daggerdale
Dann doch lieber als Egoist bzw. Solist auftreten und zum Schluss die Lorbeeren ungeteilt abstauben - spielt sich eh einfacher und angenehmer! Zum Beispiel hat der Sensenmann auch online seine dreckigen Finger im Spiel und nutzt die unbändigen Käfer rigoros aus, um bisweilen einen Mitstreiter in die ewigen Jagdgründe zu locken. Während alle anderen fleißig ackern, bleibt gerne mal bei jemanden der Bildschirm mehr oder weniger schwarz und seine Avatar ist dem Feinden hilflos ausgeliefert. Der Tod hat quasi einen Ladebildschirm spendiert bekommen! Auch anderweitig kommen ähnliche Fehler gerne vor. In der Konversation mit den Zwergen kann der Krieger frei in der Welt bewegt werden, während die Kamera starr das Antlitz des Bärtigen präsentiert. Zum Glück ist die KI der Höllenkreaturen ebenfalls jenseits von Gut und Bösem, da wird immerhin ein Teil der dämlichen Fehler wieder ausgebügelt und erträglich gemacht.
Dungeons & Dragons: Daggerdale
Wer dennoch den Weg über den Jordan antritt, darf sich mit dem unmöglichen Speichersystem herumschlagen. Schon erledigte Teile eines Auftrags müssen wiederholt werde - das übrigens sogar, wenn vor Beendigung der Quest gespeichert und das Spiel verlassen wird! Gefühlte Stunden sind deshalb im Sand verlaufen und lösten mehr als nur einmal an den Nerven nagenden Frust aus. Dank eines wohl weiteren Spielfehlers bietet diese Speichermethode aber den Vorteil, in brenzligen Situationen das Schlachtfeld zu verlassen und mit voller Energieleiste bei der nächsten Session in der Stadt zurückzukehren. Dem Gevatter Tod ein virtuelles Schnippchen geschlagen? Sauber! Außerdem erscheinen sämtliche Fässer, Kisten und Feinde wieder. Ihr könnt also dasselbe Gold nochmals abstauben!
Dungeons & Dragons: Daggerdale
Fern ab vom spielerischen Standard, welcher dank überall herumkrabbelnder Käfer bisweilen unerträglich wird, missfällt das Design. Über die abgrundtief eintönige, triste und optisch regelrecht angestaubte Optik von Daggerdale könnte ein jeder sicherlich hinwegsehen, wenn die Technik ansonsten ihre Arbeit makellos verrichten würde. Doch die schmucklose Fassade ist durchzogen mit nervigen Popups, die bisweilen den kompletten Screen schwarz aufflackern lässt und vor allem immerwährendes Tearing serviert. Selbst für ein Spiel der letzten Konsolengeneration wäre eine solche Pracht kaum schmeichelhaft gewesen, doch optisch ist schlicht mehr vorhanden! Auch akustisch wird nur minimalistische Kost von kaum nennenswerten Melodien und Geräuschen geboten. Oftmals bleibt der Sound gar aus und man muss mit dem lieblosen Geschrei der Höllenkreaturen oder dem gähnend langweiligen Grunzen der Zwerge vorlieb nehmen. Vielleicht wollte uns der Entwickler aber auch nur schonend das gebrochene Deutsch beibringen, denn jeder Lektor hätte den Rotstift gezückt und den für die Übersetzung verantwortlichen Praktikanten unverzüglich in Rente geschickt!
