Ob die Dynasty Warriors mit Empires endlich den Sprung aus dem Mittelmaß schaffen?
Dynasty Warriors 6 Empires
Während wir uns der einfachen Fußsoldaten sehr einfach erwehren können, werden die Kämpfe gegen die Leutnants schon deutlich anspruchsvoller, denn diese wissen unsere Attacken zu parieren und weichen auch gerne mal aus, wenn wir zurückschlagen. Richtig fordernd werden aber die Kämpfe gegen die feindlichen Offiziere auf dem Schlachtfeld, denn diese setzen ihr gesamtes Können gegen uns ein. Seien es nun Spezialangriffe oder lange Kombinationsattacken, wenn wir gegen sie gewinnen wollen, müssen wir alle Register ziehen. Selbstverständlich gilt dies nur für die höheren Schwierigkeitsgrade, denn wenn wir Dynasty Warriors 6 Empires auf leicht spielen, dann fehlt eine wirkliche Herausforderung in den Kämpfen. Mit dem niedrigen Schwierigkeitsgrad erleichtert Koei aber vor alle Neueinsteigern den Einstieg in das Spiel. Wenn wir als Herrscher gegen einen feindlichen Offizier kämpfen, dann nehmen wir diesen automatisch gefangen, sofern wir ihn besiegt haben. Zudem bedeutet in Empires eine Niederlage auf dem Schlachtfeld nicht das man Game Over ist. Die Schlacht kann zwar verloren sein, der Krieg aber noch lange nicht. Nächsten Monat kann man ein weiteres mal in den Krieg ziehen. Die Geschichte um den Krieg von China wird im Spiel kaum weitererzählt sondern dient lediglich als Aufhänger für die zahlreichen Schlachten. Am Ende des Einzelspielermodus können wir jedoch für jeden Charakter, mit welchem wir das Reich vereint haben, eine abschließende Videosequenz bewundern. Fernab des Empire-Modus bietet der Titel zudem die obligatorische Bibliothek mit umfangreichen Hintergrundgeschichten zu den zahlreichen Charakteren und der chinesischen Geschichte und ist durchaus interessant.
Verbesserte Technik?
Dynasty Warriors 6 Empires
Auch in Sachen Optik setzt man bei Koei auf Bewährtes. Die grafische Qualität ist auf Höhe von Dynasty Warriors 6 anzusetzen, wobei man einige Verbesserungen im Detail vorgenommen hat. Lob verdienen die zahlreich eingesetzten Wettereffekte. Egal ob wir tagsüber oder Nachts angreifen, neben ruhigen Verhältnissen bekriegen wir uns im strömenden Regen, erwehren uns stürmischer Winde oder kämpfen uns durch verschneite Bergpässe, während immer neuer Schnee vom Himmel fällt. Auch in der Umgebungswelt hat Koei für eine höhere Detaildichte gesorgt. So gibt es nun auch vereinzelte Grashalme und Büsche. Der Witz daran ist, dass diese erst beim näherkommen aufploppen und sobald wir sie erreichen auch wieder verschwinden und lediglich eine grüne, matschige Texturtapete auf dem Boden hinterlassen. Es ist zwar löblich, dass die Spielwelt nun mit ein paar Details mehr aufwartet, wenn diese allerdings nur temporär vorhanden sind, kann das nicht gerade überzeugen. Es wäre mit Sicherheit kein Problem, das optische Niveau etwas anzuheben. Zwar muss bei einem Spiel, bei dem derart viel auf dem Bildschirm los ist natürlich grafisch etwas zurückgesteckt werden, es ist aber offensichtlich, das Koei bei Dynasty Warriors 6 Empires sehr viel Potential nach oben hin verschenkt. Während die Fußsoldaten in eher einheitlichen Uniformen daher kommen fallen die Offiziere hingegen durch ihre detaillierten Rüstungen auf, welche auch im Editiermodus ausgewählt werden können. In Empires bekämpfen wir zudem auch Tiere wie große Tiger und Geister, welche anhand von Staubwolken dargestellt werden. Allerdings wirken einige der Animationen sehr krude, hier ist etwas Nachbesserung nötig. Insgesamt bewegt sich die grafische Qualität von Dynasty Warriors auf mittelmäßigem Niveau. Die wichtigen Charaktere wurden zwar äußerst detailliert in Szene gesetzt, dafür muss jedoch der Rest des Titels ordentlich zurückstecken.
Dynasty Warriors 6 Empires
Vor allem große, matschige Texturen, wie das Wasser, welches sozusagen nur aus einer blau/braunen Tapete besteht, die an Nintendo 64-Zeiten erinnern sind im Zeitalter der HD-Konsolen einfach ein Unding und wären mit Sicherheit vermeidbar gewesen. Zudem kommt es selten zu Einbrüchen in der Bildwiederholungsrate, was das Spielgeschehen für kurze Zeit ausbremst. Dafür sind die Ladezeiten erfreulich kurz ausgefallen und schon nach wenigen Sekunden können wir uns ins Getümmel stürzen. Lob hingegen verdient der üppige Soundtrack des Titels, beinhaltet dieser doch auch Stücke aus den vergangenen Dynasty Warriors-Titeln und erlaubt es uns während dem Ladebildschirm die Musik für das kommende Areal festzulegen. Eine deutsche Sprachausgabe gibt es nicht, die Bewohner des alten China sprechen allesamt fließend Englisch, zumindest in Empires. Allerdings scheinen die Entwickler aus dem Hause Koei auch die Bedeutung des Wortes Lippensynchron nicht zu kennen, denn während im Spiel die Tonspur abgespielt wird, bewegen die Figuren ihre Münder wie Comicfiguren auf und zu und das oft länger als benötigt. Technisch sind zudem sowohl die Xbox 360- als auch PlayStation 3-Version identisch. Keine der Versionen nutzt die Power der jeweiligen Konsole wirklich aus und beide Fassungen kämpfen mit den selben Defiziten.
