E3-Fazit: Die Enttäuschungen der E3 2012

Special Michael Sosinka Sandro Odak Peter Grubmair Michael Stadler

Die E3 2012 ist zu Ende. Gamezone sortiert die Highlights von den Enttäuschen aus, analysiert diese Messe und fasst dieses Messejahr in einem Fazit zusammen. Und: Was denkt ihr von der diesjährigen Messe?

Enttäuschung der E3 2012

Wir haben unsere Redakteure Sandro "RIPchen" Odak, Michael "Database" Sosinka, Peter "Pitlobster" Grubmair und Michael "ME2S" Stadler nach ihrer größten Enttäuschung der E3 2012 befragt. Überraschend: Was für den einen zum Highlight gehört, ist für den anderen schon die Enttäuschung des Jahres.

Was waren eure Enttäuschungen der diesjährigen E3? Schreibt uns eure Hassspiele und -momente in den Kommentaren und diskutiert mit Fans und Redaktion über die E3 2012!

"Splinter Cell Blacklist - überflüssige Gewaltverherrlichung und die vollkommen falsche Richtung" - Sandro Odak

Die Frage nach DER Enttäuschung der E3 2012 ist eine schwere. Wo soll ich da nur anfangen? Bei Ushers Auftritt auf der Microsoft Pressekonferenz? Okay, das mag eventuell an der billigen Tonübertragung im Livestream gelegen haben, oder einfach daran, dass er mir musikalisch nicht taugt. Aber selbst dieser Showact wird übertroffen von der Präsentatioin von Splinter Cell Blacklist. Das Spiel sieht zwar toll aus, aber schwächelt meiner Meinung nach gleich an zwei Fronten: Erstens ist es einfach unnötig ultrabrutal und feiert diese geheimdienstliche Gewaltverherrlichung auch ohne gleichen und außerdem passt das Spiel so gar nicht zur Splinter-Cell-Reihe. Klar, darin ging es schon immer um einen Superspion, der auch mal tötet, aber es war eben eine Schleichreihe. Es ging eher darum, ungesehen ein und aus zu gehen, niemanden zu töten und Informationen zu beschaffen. Der neue Sam Fisher hingegen wirkt wie ein Jack Bauer auf Drogen. Er ruft Luftschläge herbei, mäht haufenweise Gegner mit einer Killerdrohne um und ballert sich nun ohne Skrupel durch Terrorcamps. Wo bleibt der Anspruch, wo bleibt der schleichende Sam? Dieser durchamerikanisierte Rambo ist eine Bankrotterklärung an das Genre und Ubisofts sicherer Hafen. Das traurige: Mit diesem Call of Duty: Splinter Cell werden die Macher bestimmt richtig Geld verdienen. Nicht zurecht meckern auch schon User in den Kommentaren, das einstmals geniale Spiel wäre nun ehe ein "Splinter Sales".

"Wie sehr war ich auf die Wii U gespannt, so sehr wurde ich doch enttäuscht..." - Michael Sosinka

Uiuiui, war ich gespannt auf die Pressekonferenz von Nintendo, immerhin wollte ich vom Kauf der Wii U überzeugt werden. Nintendo hat mich tatsächlich überzeugt, jedoch anders als erwartet, denn nach den rund 70 Minuten am Dienstag war mir eins so klar wie bisher noch nie bei einer neuen Konsole: Du wirst die Wii U auf gar keinen Fall zum Launch kaufen. Ich konnte noch nie sonderlich viel mit Mario anfangen, weswegen mich ein neues New Super Mario Bros. dementsprechend nicht "flashen" konnte. Aber irgendwie hatte ich die Hoffnung, dass dieses Mal alles anders wird. Zudem konnte mir Nintendo nicht so richtig den Mehrwert der Konsole und des Controllers vermitteln, vor allem wenn man schon die Xbox 360 und die PlayStation 3 hat. Klar, einige Features werden zu Anfang ganz witzig sein, aber irgendwann ist der Reiz des Neuen weg und es bleiben die Spiele.

Und was hab ich gesehen? Bis auf einige Nintendo-Exclusives, bei denen Fans natürlich mit den Ohren schlackern werden, hat mich Nintendo extrem lange mit irgendeiner Minispielsammlung namens Nintendo Land gelangweilt. Das hat man auf der Wii schon zur Genüge gesehen. Und dann nimmt man sich für ein Spiel namens Batman: Arkham City extrem viel Zeit, dass für alle anderen Spieler ein alter Hut ist. Damit will man Käufer überzeugen? Mit Portierungen kann man mich nicht locken, dafür aber mit High-End-Grafik (ja, ich bin eine Grafikhure). Doch selbst da konnte Nintendo nicht zeigen, dass man "besser" als Xbox 360 und PlayStation 3 ist. Also nein, was Nintendo da auf der PK abgeliefert hat, ist für eine absolute Enttäuschung. Mir ist ein Rätsel, wie die Jungs damit einen Verkaufserfolg hinlegen wollen.

"SmartGlass oder SmartAss?" - Peter Grubmair

Meine persönliche Enttäuschung der Messe ist das SmartGlass-Feature für die Xbox 360. Ich mein, was soll das? Will ich mit meinem Handy wirklich die Konsole bedienen? Will ich mit meinem Internet-fähigen Tablet tatsächlich den Browser auf dem großen Screen bedienen, der noch dazu irgendwas zeigte, aber nicht das, was ich als Internet kenne? Obwohl ich technischen Spielereien durchaus aufgeschlossen bin, erschließt sich mir nicht wirklich, warum ich mich auf SmartGlass freuen soll. Schon das Beispiel mit dem Film, den ich auf dem Tablet anfangen und auf der Konsole fertig schauen kann, halte ich in der Praxis für ein Problem. Denn wetten, dass da das DRM kräftig mitmischen und uns vorschreiben wird, was wir wann und wie benutzen dürfen?

"Nicht gerade wenige Flops..." - Michael Stadler

Für Flops sorgte die E3 in meinen Augen auch nicht gerade wenig. Sei es nun, dass die besten Wii U Titel nur von Drittherstellern geliefert werden, dass alle Konsolen zunehmend mit immer mehr Software-Schrott bis zur Erblindung zum casual gaming gebracht werden, oder alles jetzt sozial und vernetzt werden muss. Irgendwann gerät das Spielen eines Videospiels auf der Konsole in den Hintergrund weil wir uns dauernd mit unseren Avataren zum freudigen Sozial-Nonsens treffen, sinnlose Statistik-Vergleiche machen und am Ende genauso schlau, wenn nicht sogar dümmer, sind als davor. Ich kann auf all diese Features der Verbindung von Konsole, Tablet und Smartphone liebend gerne verzichten.

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