Earth 2160 im Gamezone-Test

Test GreenAcid

Nicht nur Genreprofis freuen sich auf die spielerisch gelungenen Herausforderungen dieses Echtzeit-Knallers.

Vier Fraktionen - vierfacher Spielspaß

Earth 2160 Earth 2160 Die vier spielbaren Fraktionen in Earth 2160 könnten nicht unterschiedlicher sein: Angefangen beim Baustil der Basis, über das Ressourcenmanagement, bis hin zu den Einheiten - alle vier spielen sich komplett verschieden. Die Lunar Corperation beispielsweise errichtet ihre Basis an jeder beliebigen Stelle auf der Karte in Form modularer Türme, welche nicht nur mit Forschungs-, Produktions-, und Depotmodulen bestückt werden können, sondern auch gleich ganze Stockwerke zur Abwehr und Energiegewinnung besitzen. Somit kann auch auf engstem Raum eine mächtige Basis hochgezogen werden, jedoch mit der Gefahr, dass beim Fall eines Turmes gleich die halbe Basis das Zeitliche segnet. Zu diesem Zweck hat man der LC jede Menge starke Verteidigungsanlagen spendiert, ihre eigentlichen Einheiten aber etwas schwächer ausfallen lassen. Die Eurasian Dynasty gibt sich da schon eher genretypisch: Die verwinkelt angelegten Basen müssen durch Verbindungsröhren zusammengehalten werden und nehmen bei unebenem Terrain schon mal die wildesten Formen an. Genreklassiker wie dicke Panzer, schützende Mauern und gefährliche Flugeinheiten gehören hier zu den wichtigsten Erfolgs-Zutaten. Die von Robotern und Cyborgs bevölkerte UCS hingegen spielt sich wieder gänzlich anders und setzt vollständig auf erforschbare Hochtechnologie. Hier müssen alle schlagkräftigen Einheiten und Gebäude erst mühselig im größten aller Forschungsbäume entwickelt werden, außerdem können fast alle Gebäude mit Upgrade-Anbauten in ihrer Effizienz gesteigert werden. Später setzten die UCSler auf praktische Teleporter und sind somit pfeilschnell am Einsatzort. Die größte spielerische Überraschung allerdings bieten die Aliens: Dieser Gameplay-Sonderfall verfügt über keine Basen und auch über keine Forschungsmöglichkeiten, kann sich aber durch geschicktes Klonen und Transformieren von Einheiten zur absoluten Übermacht hocharbeiten. Hier werden den Weltall-Feldherren jede Menge Experimentiermöglichkeiten an die Hand gegeben, durch das Kreuzen zweier Einheiten entstehen nämlich ständig neue Kampfmaschinen, welche die Vor- und Nachteile ihrer Erzeuger teilen. Die Alien-Kampagne steht am Schluss des Spiels auf dem Programm und bringt aufgrund des völlig neuen Gameplays noch mal so richtig Schwung in die ohnehin schon sehr motivierende Einzelspieler-Kampagne.

Umfangreicher Mehrspielermodus inklusive

Earth 2160 Earth 2160 Wer Echtzeitstrategie sagt, muss auch Mehrspielermodus sagen. Hier versorgt euch Earth 2160 mit einem standesgemäßen Spielmodus über das lokale Netzwerk oder das Internet. Satte 17 Mehrspielerkarten warten darauf von euch in vier Spieltypen erobert zu werden. Neben der völligen Vernichtung des Gegners kann auch die Jagd auf dessen Helden eröffnet werden oder ein Spiel mit einer friedlichen Anfangsphase gestartet werden. Das Internetspiel funktionierte trotz des etwas umständlichen Interfaces bei uns einwandfrei, sogar verschiedene Internet-Ranglisten sind für die wahren Profis enthalten. Aufgrund der sehr differenziert spielbaren Fraktionen und der guten Spielbalance dürfte Earth 2160 wie schon seine Vorgänger sehr viele Multiplayer-Fans um sich scharen und wohl noch in einigen Jahren fleißig über das Netz gespielt werden.

Optisches Schwergewicht

Earth 2160 Earth 2160 Die in letzter Zeit bei Echtzeitstrategiespielen immer wichtiger werdende Grafik nimmt in Earth 2160 einen besonders hohen Stellenwert ein. Das Spiel begeistert visuell mit der vielleicht aufwendigsten Grafikengine des Genres und sorgt beim ersten Spiel mit Sicherheit für offene Münder vor dem Bildschirm. Hier wurden Einheiten und Gebäude mit zukunftsweisenden Shader-Effekten sowie jeder Menge Bump- und Normalmapping überzeugen und sehen deshalb im Zusammenspiel mit den sehr realistisch umgesetzten Lichteffekten absolut atemberaubend gut aus. Für zusätzliche Begeisterung sorgen auch die Echtzeit-Wettereffekte, die an einigen Stellen zum Einsatz kommende Physikengine sowie der realistische Tag- und Nachtwechsel im Spiel. Witzige Detailspielereien wie Fahrzeuge, die bei einbrechender Dunkelheit ihre in Echtzeit berechneten Suchscheinwerfer einschalten oder die Möglichkeit einer optional einblendbaren Bild-im-Bild-Funktion samt zuschaltbarer Egosicht einzelner Einheiten sind nur einige Beispiele für die Luxusausstattung in Sachen Technik. Doch so viel Grafikpracht und Detailverliebtheit schreit geradezu nach einem flotten Rechner der aktuellsten Generation und so ist es auch kein Wunder, dass auf mittelprächtigen PCs gerne und auch sehr stark geruckelt wird. Wer also nicht die neuste Hochleistungs-Höllenmaschine unter dem Tisch stehen hat, wird hier auf viele der von uns gelobten Details verzichten müssen.

Earth 2160 Earth 2160 Eine Kinderkrankheit fast aller Genrevertreter hat sich leider auch in Earth 2160 eingeschlichen: Die teilweise nicht funktionierende Wegfindung der Einheiten. Zwar finden die Soldaten und Fahrzeuge irgendwann alle zu ihrem Ziel, doch manche nehmen auch mal andere Routen als ihre Waffenbrüder und landen somit unter Umständen direkt in einem feindlichen Stützpunkt. Außerdem haben die größeren Fahrzeuge grundsätzlich in engeren Passagen starke Probleme und bleiben gerne auch vollständig stecken. Wenn ein Großangriff aufgrund sich gegenseitig verhedderter Panzer in die Hose geht, kommen auch beim gutmütigsten Strategen schnell unangenehme Frustgefühle auf. Zudem kamen auf unserem zugegeben leicht überforderten Testsystem einige Mausklicks schlichtweg nicht beim Spiel an und es war häufig zu beobachten, dass wir einen Befehl aufgrund einer sehr pingeligen Klick-Abfrage zweimal geben mussten, bis er schließlich doch ausgeführt wurde. Earth 2160 gibt sich bis auf diesen Makel allerdings mehr als Benutzerfreundlich und bietet neben vollständiger Unterstützung von Sprachübertragung sogar die Neukonfiguration der Tasten- und Mausbelegung im Optionsmenü an. Eine weitere interessante Funktion ist die Autosave-Option, welche in frei definierbaren Zeitintervallen den Spielstand ganz automatisch speichert - für experimentierfreudige Spieler eine echte Wohltat.

Earth 2160 Earth 2160 Wie schon Half-Life 2 verfügt auch Earth 2160 über eine Zwangsaktivierung. Diese ist neben der blitzschnellen Internetaktivierung allerdings auch über das Telefon möglich, zum Spielen wird keine Internetverbindung benötigt. Bei uns ließ sich das Spiel sogar auf zwei Rechnern mit der selben Seriennummer installieren, außerdem war die Internetaktivierung wirklich mehr als einfach abgeschlossen - als Entschädigung dafür benötigt das Spiel keine Spiel-DVD im Laufwerk, was für Vielspieler eine absolute Erleichterung darstellen dürfte. Wenn die sich immer weiter verbreitende Zwangsaktivierung von Software grundsätzlich nach dem kundenfreundlichen Vorbild von Zuxxez ablaufen würde, hätten wir absolut nichts dagegen.

Meinung

Wertung zu Earth 2160 (PC)

Wertung:

8.9 /10
Pro & Contra
spannende Story mit sympathischen Charakterensehr aufwendige GrafikBild-im-Bild-Funktionmehr als fordernde KIriesige Techtreesvier unterschiedliche und ausbalancierte Fraktionenpraktisches Vorspul-Featureüppiges Optionsmenüsehr lange Spielzeithervorragende deutsche Lokalisierungvorbildlicher Mehrspieler-Umfangüber 140 Seiten starkes Handbuchaufwendige Verpackung
enorme Hardwareanforderungholprige Wegfindungnichts für EinsteigerBefehle gehen manchmal ins LeereRollenspiel-Elemente wirken aufgesetztteils zähe Missionsstruktur
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