Empire Earth 2 im Gamezone-Test

Test GreenAcid

Empire Earth 2 hat sich einen Platz in der Sammlung erfahrener und anspruchsvoller PC-Strategen redlich verdient.

Klassische Kampagne und vielfältiger Mehrspielermodus

Empire Earth 2 Empire Earth 2 Einzelspieler stürzen sich natürlich sofort auf den Kampagnenmodus des Spiels. Hier werden allerdings keine größeren Überraschungen geboten, auch wenn der Umfang durchaus überzeugen kann. Neben dem obligatorischen, aber dennoch sehr vorbildlich inszenierten Tutorial stehen die historisch inspirierten Geschichten von drei Völkern im Vordergrund. In jeweils acht Missionen werden knapp 3000 Jahre der koreanischen Geschichte erzählt, über 500 Jahre lang der Aufstieg Preußens verfolgt und schließlich die amerikanische Geschichte vom 20. Jahrhundert an bis in die Zukunft hinein strategisch anspruchsvoll nachgespielt. Neben den drei Kampagnen stehen auch noch zwei historische Ereignisse zum Nachspielen bereit: Einmal die bei Spieldesignern sehr beliebte Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944 und die deutlich unverbrauchtere Geschichte der drei Königreiche Chinas Shu-Han, Wei und Wu zwischen 220-589 n. Chr. Das eigentliche Missionsdesign ist allerdings recht linear gestrickt und überrascht alte Hasen zu keiner Zeit. Auch wenn alternative Spielrouten und trickreich aufgebaute Karten fast gänzlich fehlen, wird auch hier genügend Anspruch durch den meist sehr schlauen Computergegner geboten. Zwar ist der geschichtliche Hintergrund sehr interessant, spielerisch wurde das Ganze aber eher durchschnittlich ausgearbeitet.

Empire Earth 2 Empire Earth 2 Der umfangreiche Mehrspielermodus, welcher von bis zu zehn Spielern übers Netzwerk oder Internet (Gamespy) bestritten werden kann, überzeugt vor allem durch seine äußerst vielfältigen Spielmodi. Natürlich kann man sich in Empire Earth 2 bis zum letzten Mann in Teams oder auch gegeneinander bekämpfen, doch richtig innovativ wird das Spiel erst bei den zusätzlichen Spielmöglichkeiten: So geht es einmal um das neue Kronensystem, welches den Schlüssel zum Sieg darstellt und ein anderes Mal um den Königsmord, bei dem die Spieler alles daran setzen müssen ihren König zu beschützen. Auch die eher aus Shootern bekannten Spielvarianten wie "Herr des Hügels" oder "Territorienkontrolle" sorgen für angenehme Abwechslung und zeigen sehr deutlich, dass auch im Echtzeitgenre mehr als nur simple Eroberungsspiele möglich sind. Dass ein leicht zu bedienender Karteneditor für fleißige Spieler ebenfalls vorhanden ist, gehört bei einem derart auf den Mehrspielermodus ausgelegten Spiel selbstverständlich zum guten Ton.

Dürftige Technik im Kern

Empire Earth 2 Empire Earth 2 Wenn es um die grafische Präsentation des Spiels geht, müssen Spieler des Vorgängers mit keinen größeren Überraschungen rechnen. Dies liegt an dem simplen Umstand, dass sich im Vergleich mit dem über drei Jahre alten Empire Earth in Sachen Technik nur wenig getan hat. Die Grafik glänzt zwar jetzt mit zahlreichen Explosionen und Partikeleffekten sowie wesentlich klareren Texturen, doch der Detailgrad von Einheiten und Gebäuden lässt trotzdem zu wünschen übrig. Auch das eigentliche Interface wird aufgrund seiner Schlichtheit keinen Preis für besonders schönes Screendesign gewinnen. Andere Vertreter der dreidimensionalen Echtzeitstrategie haben in den letzten Jahren ganz klar bewiesen, dass es deutlich ansprechender und schöner geht. Der Grund für die mitunter recht durchschnittliche Optik des Spiels offenbart sich recht schnell, sobald sich sehr viele Einheiten auf dem Bildschirm tummeln oder gar epische Massenschlachten ausgetragen werden: Da Empire Earth über kein Einheitenlimit verfügt, wird in solchen Situationen auch der potenteste Rechenknecht in die Knie gezwungen und äußerst dies trotz einfach gehaltener Grafik mit sehr starkem Ruckeln. Besonders viele Polygone verträgt die Engine des Spiels anscheinend nicht, weshalb man in grafischer Hinsicht mit einfachen Mitteln arbeiten musste - das eigentliche Problem des Ruckelns ist aber trotzdem bestehen geblieben. Auch während der Zwischensequenzen hat man sich auf Ingame-Bilder oder extrem verrauscht dargestellte Artworks berufen, was wohl die historischen Atmosphäre verbessern soll, dafür aber den optischen Eindruck weiter schmälert.

Soundkulisse mit kleinen Macken

Empire Earth 2 Empire Earth 2 Das akustische Erlebnis von Empire Earth 2 folgt einem gewissen Genrestandard, weshalb euch in den Missionen typisch-martialische Märsche, aber auch asiatische Klänge erwarten - jeweils passend zum aktuellen Szenario eben. Die deutsche Lokalisierung wurde anscheinend sehr aufwendig realisiert, weshalb sich die gesprochenen Texte während diverser Einführungssequenzen und auch im Spiel recht glaubhaft und ordentlich anhören. Das eigentliche Problem liegt bei der Abmischung: Die Lautstärke ist leider oftmals völlig falsch eingestellt worden, weshalb die Texte entweder in der Hintergrundmusik untergehen oder selbst bei voll aufgedrehten Boxen noch immer zu leise sind. Im Tutorial ist der Sprecher dafür wieder viel zu schnell, was zwar für ein paar Lacher gut ist, dem lernhungrigen Spieler aber nur wenig nützt. Die Befehlsbestätigungen der Einheiten sind dafür fast schon wieder zu laut, gehen aber sowieso nach kürzester Zeit auf die Nerven, da auch bei diesem Spiel ein altbekannter und für das Genre typischer Fehler gemacht wurde: Die Einheiten wiederholen sich viel zu oft und können in den meisten Fällen auf gerade mal zwei Alternativen zurückgreifen. Aber auch manche Waffengeräusche und ähnliche Soundeffekte sind nicht immer ideal ausgewählt worden, weshalb man die gesamte Geräuschkulisse recht schnell auf eine erträgliche Minimallautstärke herunterregelt.

Meinung

Wertung zu Empire Earth 2 (PC)

Wertung:

8.4 /10
Pro & Contra
viele sinnvolle Detailverbesserungengeniale Bild-im-Bild-Funktiontolle Wettereffekteinnovative Kriegsplan-Funktioninteressantes Kronen-SystemStraßen und Brückenvorbildliche Erklärung von Missionszielen und Spielfunktionensehr viele und gelungene Mehrspielermodiintegrierter Karteneditor
für Einsteiger zu schwer und komplexüberladen wirkendes Gameplaysehr lineares Missionsdesigngrafisch veraltettrotzdem häufiges Ruckelndiverse Soundproblemeschnell nervende Befehlsbestätigungen
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