Eternal Sonata im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Auch auf der PS3 ist das Spiel ein wunderschönes Märchen zwischen Traum und Wirklichkeit aus dem Leben Chopins.

Eternal Sonata Eternal Sonata Wie Freude und Trauer, beides in "Eternal Sonata" eng beisammen liegend, spielt Licht und Schatten eine tragende Rolle. Beides ist als Element in den diversen Rüstungsgegenständen immer wieder zu finden, hat aber vor allem auf dem Schlachtfeld große Auswirkungen. Schatten zum Beispiel in Form von Wolken ziehen über das Land, während ein regnerischer Tag wiederum die Welt ohnehin in Dunkelheit hüllt. In der Kampfarena muss man nun darauf achten, ob man im Licht oder Schatten steht, denn je nach Element wird ein anderer Spezialzauber durch die Spezialtaste ausgelöst. Polka und Frédéric zum Beispiel können nur im Licht heilend eingreifen, während sie auf der Schattenseite mit mächtigen Schattenangriffen aufwarten. Aber auch die Feinde reagieren entsprechend auf die Lichtverhältnisse und verwandeln sich sogar entsprechend, sollten sie sich in ein anderes hinein bewegen. Meist sind die Schattengegner deutlich schwerer auszuschalten, als ihre Counterparts auf der lichten Seite. Somit bietet "Eternal Sonata" nicht nur ein simples Buttonsmashing-Prinzip, sondern auch eine geringe taktische Note. Es ist nicht viel, aber das aktive Kampsystem macht Laune. Später wird dieses mit zahlreichen Besonderheiten erweitert, oder aber auch für den Spieler straffer gestrickt. Denn während man zu Beginn endlose Zeit zum Nachdenken bekommt, läuft die Zeit später sofort ab.

Audiovisuelle Symbiose aus Kunst und Spiel

Eternal Sonata Eternal Sonata Das, was bei "Eternal Sonata" aber sofort ins Auge sticht, ist der ganz eigene Stil, der sich vor allem in der grafischen Präsentation extrem entfaltet. Der Bann entsteht von der ersten Sekunde an und lässt einem nicht mehr los - es sei denn, eine extreme Phobie gegen knuddelige Charaktere und eine Zeichentrickwelt besteht. Malerisch verträumte Wälder, idyllische Blumenwiesen und weite Felder, klare Bächlein und hübsche Städte prägen das Landschaftsbild. Garniert wird dies mit wahnsinnig liebevolle und sympathische Charaktere, die man einfach ins Herz schließen muss. Die melancholische Polka, deren Leben bald dem Ende zugeht, der ebenfalls nachdenkliche Chopin, der nicht genau weiß, was er in dieser Welt tut oder aber Beat und Allegretto, die beiden Chaoten, die immer für einen Spaß zu haben sind - sie alle scheinen den Charme mit Löffeln gefressen zu haben. Doch was wäre ein Spiel über einen großartigen Komponisten, ohne eine tolle musikalische Untermalung? Denn nicht nur die Lebensgeschichte des Chopin wird präsentiert, natürlich darf man auch seinen weltberühmten Kompositionen lauschen. Zahlreiche Werke fanden ihren Weg in den Soundtrack, welcher dadurch recht klavierbezogen daher kommt, aber dennoch eine sowohl passende wie auch traumhaft schöne musikalische Untermalung der Märchenwelt bietet. Dennoch dürfen obligatorische RPG-Jingles ebenfalls nicht ausbleiben. Ferner ist die umfangreiche Sprachausgabe sehr stimmt und gelungen, welche aber nur in Englisch, wahlweise auch Japanisch zur Verfügung steht. Übersetzungen als Texte können aber hinzu geschalten werden, wobei auch der Rest des Spiels komplett in Deutsch zur Verfügung steht.

Exklusive PS3 Inhalte

Eternal Sonata Eternal Sonata Die auffälligsten Merkmale der Playstation 3 Version dürften von Beginn an die neuen Storyinhalte sein. Die Geschichte um Polka, Frédéric und alle weiteren Charaktere wurde durch zusätzliche Videosequenzen angereichert - man kommt sich quasi wie bei einem Director's Cut eines guten Kinofilms vor. Es sind zum Teil nur wenige und oftmals geschickt eingeschobene Sequenzen, die aber einzelne Charaktere noch deutlicher herausstellen und deren Gedankenwelt eindeutiger offenbaren. Wer zum Beispiel ist plötzlich diese Emilia, von der Frédéric zu Beginn des Spiels spricht? Insgesamt bleibt der Gesamtkontext aber erhalten, da sich die neuen Inhalte stark in Grenzen halten. Interessant für Kenner dürfte nur sein, das uns veränderte Endszenarien beim mehrmaligen Durchspielen geboten werden! Ein weiteres Schmankerl dürfte Prince Crescendo mit seiner Begleiterin Serenade darstellen. Die Herrscher über die verschneite Stadt Baroque spielen schon in der Xbox 360 Version eine geschichtlich tragende Rolle. Mit der PS3 Variante stehen die Beiden nun als spielbare Charaktere zur Verfügung. Natürlich offenbaren auch sie eigene Spezialangriffe und besondere Vorlieben, da das Schiff mit bisher neun Helden aber schon zum bersten voll war, machen zwei weitere Haudegen den Bock nicht mehr fett. Mit den Hoheiten halten aber auch neue Gebiete und Dungeons Einzug in das Spiel und bieten daher auch einige nette Überraschungen für Spieler, die sich wirklich auskennen. Unter anderem warten auch neue Gegner auf diese Abenteurer.

Eternal Sonata Eternal Sonata Schweift der Blick aber auch mal zu den Details, fallen durchaus noch zahlreiche, wenn auch teils nur marginale Feinheiten auf, die sich seit dem Original verändert haben. Insgesamt ist die PS3-Version etwas anspruchsvoller geworden. Zwar fällt der Einstieg nach wie vor leicht aus, da uns Allegretto auch optimal in das Kampfsystem einführt, doch alsbald kommt es zu handfesten Auseinandersetzungen mit teilweise auch tödlichen Folgen. Unter anderem liegt das an etwas trickreichern Feinden, die auch deutlich unregelmäßiger in den Arenen auftauchen. Auf der Xbox 360 kannte man mit der Zeit schlichtweg das Schema auswendig und wusste, wo sich die Feinde aufhalten. Nun sollte man die Kamerafahrt zu Beginn eines Kampfes auch tatsächlich für einen optimalen Überblick ausnutzen. Die Spielbalance ist dennoch recht gelungen, nicht zu leicht und auch nicht überfordernd. Ein weiterer Grund stellt das Fotografieren dar. Beat hat stets seine Kamera dabei und kann im Kampf, wenn der entsprechende Spezialangriff auch aktiviert wurde, Abzüge der Feinde machen. Diese erwiesen sich als wahre Goldgrube und erleichterten das Abenteuer ungemein. Denn Geldsorgen gab es, wenn man sich geschickt angestellt hatte, eigentlich keine. Damit ist nun endgültig Schluss, denn die Händler zahlen für die Negative nur noch einen geringen Hungerslohn, mit dem man sich nicht einmal mehr ordentlich mit Heilgegenständen eindecken kann. Dies wiederum sorgt auch dafür, dass das Aufleveln der Charaktere etwas schwieriger ausfällt, da man sich nicht mehr ungehindert jederzeit und kostengünstig heilen kann. Somit gewinnt das Feilschen wieder an Bedeutung. Alte Rüstungsgegenstände versauern nicht mehr im Inventar, sie werden nun endlich auch zu Gold gemacht, damit man sich doch noch mit dem einen oder anderen Accessoire beim Händler eindeckten kann.

Eternal Sonata Eternal Sonata In audiovisueller Hinsicht braucht man fast gar eine Lupe, um wirklich Unterschiede feststellen zu können. Und dennoch wirkt die Playstation 3 Fassung einen Tick schöner und vor allem schärfer. Auch der Sourround-Sound kommt deutlich knackiger, klarer sowie mit besserer Abstimmung herüber. Darüber hinaus haben die Entwickler der PS3-Fassung zusätzliche Musikstücke und erweitertes Material spendiert, was ein aufmerksamer Hörer sicherlich auch recht schnell bemerken wird. Dies sind zwar nur marginale Verbesserungen, sorgen aber für eine leicht bessere Fassung für die Sony-Besitzer.

Meinung

Wertung zu Eternal Sonata (PS3)

Wertung:

8.6 /10
Pro & Contra
Wahnsinnig liebevolle Landschaften und Charakteredurch den Verzicht auf übermäßige Komplexität sehr einsteigerfreundlichtolles Kampfsysteminteressante Storydie Märchen und Realität geschickt vermischteinfacheaber nicht stumpfsinnige Steuerungauch für Musikliebhaber interessanttolle musikalische Untermalung und viele Stücke von Chopin selbstnettes Partitur-Feature
Sehr linearer Aufbauwenig Taktik und Komplexität was AusrüstungWaffen und Handel anbelangtetwas eigenwilliger Stilzu wenige Neuerungen können einen erneuten Erwerb nun für die PS3 nicht rechtfertigen
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