Als Kartograph unter antiker Technik durch den Wald. Ein, aber nur für wirkliche Fans, unvergessliches Erlebnis!
Wenn die Tugend zum Feature wird ...
Etrian Odyssey
Was wir früher noch in mühsamer Handarbeit mit Bleistift und Karopapier zu einer Komplettlösung verarbeiteten, nutzten die Entwickler von "Etrian Odyssey" als besonderes - und wirklich gelungenes - Feature! Der untere Bildschirm dient einzig allein der virtuellen Kartographisierung der 30 Waldebenen. Zahlreiche hilfreiche Werkzeuge erleichtern die Eingaben. Durchschrittene Passagen werden automatisch markiert, ihr müsst nur noch Wände und Türen hinzufügen, um das verzweigte Labyrinth optisch nachvollziehen zu können. Dazu vermerkt man mit weiteren Symbolen, wo sich Fallen befinden, Feinde hausen und nutzt die Möglichkeit aus, gewisse Hinweise auch in Textform zu "Papier" zu bringen. Die Erstellung der virtuellen Karte macht nicht nur Spaß, sie hat auch wirklich einen praktischen Nutzen. Man muss sich keine wichtigen Orte mehr merken und findet sofort den Weg zurück in die sichere Stadt. Wer also das Feature nicht ordentlich nutzt, bringt sich selber nur unnötig in Gefahr! Denn einer der größten Problematiken sind die sehr wenigen Portale, welche euch in Sicherheit bringen. Der Weg in den Wald und zurück kann eine mühselige und lange Wanderung durch gefahrvolle Gebiete bedeuten!
Etrian Odyssey
Mit diesem Feature spricht der Titel wieder die älteren Spieler an, welche bei Namen wie "Dungeon Master" oder "Eye of the Beholder" leuchtende Augen bekommen. Nostalgiker und neugierige RPG-Fans sind also gefragt, wenn es um einen Kauf dieses Titels geht. Denn optisch macht das Spiel zwar eine solide Figur, wirkt aber dennoch an allen Ecken und Enden sehr altbacken. Man hätte die alte Spielmechanik durchaus mit modernen Mitteln herausputzen können. So verzichtet man leider auf eine frei begebare Stadt und muss sich auch mit einem sehr minimalistischen Kampf zufrieden geben. Die Helden zeigen sich ausschließlich in Form von Portraits und Attacken offerieren nur einfache grafische Effekte. Alles wirkt statisch, ohne mit Animationen einen Hauch von Leben zu erzeugen. Die Entwickler haben dafür aber reichlich viel Wert auf die Charakterentwicklung gelegt. Wer gerne an den Statuswerten seiner Helden herumtüftelt, bekommt reichlich Gelegenheit. Falls ein Kämpfer nicht den Ansprüchen genügt, kann dieser auch kurzerhand in die Rente geschickt und durch jungfräuliches Kriegsblut ersetzt werden. Und auch soundtechnisch bekommt ihr nicht allzu viel erwähnenswertes auf die Ohren. Die Menü- als auch Kampfgeräusche hat man zum x-ten Mal in einem Rollenspiel vernommen, während die Musik gemächlich im Hintergrund mitsäuselt, aber sicherlich keine Hitqualitäten besitzt. Rundum erinnert "Etrian Odyssey" in erster Linie an ein antikes Kunstwerk, welches in die Jahre gekommen ist - aber genau das wird den einen oder anderen unter euch auch begeistern können!
