Solide und umfangreiche Kost, doch so manches mal wünscht man sich das gute alte Gamepad zurück!
Der Kinect-Fluch
Eurosport Winter Stars
Nach dem verheerenden Unfall bemüht sich Winter Stars aber tatsächlich, mehr Eindruck zu hinterlassen und bietet neben Infotexten in den Ladepausen auch Trainings für sämtliche Disziplinen an. Keine schlechte Sache, denn während das grundlegende Spielprinzip wohl recht schnell durchschaut ist, liegt es in den Feinheiten der Steuerung, die zwischen Sieg und Niederlage entscheiden können. Aller Anfang ist leicht, doch nach einigen gewonnenen Turnieren wird vor allen in manch einer Herausforderung so einiges abverlangt. Siege müssen aber her, andernfalls kommt man in der nicht ganz linearen Karriere irgendwann nicht mehr weiter. Da man immer wieder mal versagt, dehnt sich die Spielzeit recht bald und man wird sich weit mehr als zehn Stunden mit Winter Stars beschäftigen müssen, bevor der Abspann über den Bildschirm flimmert.
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Alle einzelnen Disziplinen nun darzulegen, würde den Rahmen eines Reviews sprengen, vor allem da viele Sportarten keinesfalls Minispiel-Charakter aufweisen können. Vielmehr versuchte Entwickler 49Games das auf schnelles Tippen richtiger Tasten basierende Grundprinzip der Serie auf Kinect umzusetzen und dabei die Bewegungen der Realität nachzuempfinden. Beim Viererbob nehmen wir erst mal rennend Anlauf, müssen dann zum Einsteigen in die Hocke gehen und anschließend das Geschoss mit Bewegungen zur Seite in der Bahn halten. Mit den Ski unter den Füßen nehmen wir Anlauf, dürfen mit dem Snowboard per Figur Tricks ausführen und mit den Armen am Gleitschirm ziehen, um im Flug die Richtung zu beeinflussen. Spielerisch wird es bisweilen richtig komplex, sich alles zu merken, der Sensor hat aber leider ebenfalls alle Mühen, die Eingaben zielgerichtet zu erkennen und macht durchaus mal Fehler. Bei Ski Alpin hat es uns sogar mal derart gedreht, so dass unser junges Sporttalent plötzlich den Berg hinauf fahren wollte, natürlich ohne Erfolg. Umkehren oder wenden war nicht mehr möglich und damit die Herausforderung nicht mehr machbar.
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Meist ist es schlicht die Ungenauigkeit, die ins Spiel kommt, oder aber ein langweiliger Ablauf vor der Kamera. Finger sollte man auch tunlichst von der Famlien-Steuerung lassen, die Oma und Opa wie auch Papa und Mama für das Mehrspielerspektakel begeistern soll. Hier werden viele Bewegungen ausgelassen und man kommt sich wie bei einem interaktiven, aber äußerst langweiligen Film vor, oder die Abwandlung der Handhabe ging völlig in die Hose. Paraski, um hier nur eines von vielen Beispielen aufzuführen, ist im Familienmodus einfach nicht spielbar. Sobald die virtuelle Sportskanone dank des Gleitschirms vom Boden abhebt und seine Kunststücke in luftigen Höhen ausführt, kommt dieser nur noch widerwillig auf die Piste zurück. Segeln in der Luft ist aber lahmarschig und nur wer über den Schnee brettert, wird das Ziel auch vor den Konkurrenten erreichen. Nutzt man dagegen die volle Profisteuerung, wird es zwar wesentlich komplizierter, aber man hat durchaus mehr Kontrolle über das Geschehen. Letzteres wäre übrigens immer gegeben, wenn man wenigstens wie in der Playstation 3 Version optional das Gamepad hatte unterstützt.
Abseits der Karriere
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Mit der Steuerung steht und fällt der Titel und Kinect macht mit Winter Stars nur bedingt eine gute Figur. Manche Disziplinen machen ja durchaus Spaß, gar keine Frage, andere wiederum fühlen sich wie ein übles Pflichtprogramm an, vor allem in der Karriere. Denn dort kommt man schließlich nur weiter, wenn das Siegertreppchen erklommen wurde. Mit einigen Feinheiten wie Windschatten, Adrenalin, der Möglichkeit, Kontrahenten durch Rempeln von der Piste zu jagen und mittels halsbrecherischer Tricks zusätzlichen Schub zu bekommen, hat 49Games aber immerhin versucht, etwas mehr Tiefgang zu bieten. Und wer per se nicht weiter kommt, kann das Team mit gewonnenen Erfahrungspunkten aufrüsten. Neue Ausrüstung, ein passendes Training und Accessoires warten auf den Spieler, wobei die Auswirkungen auf Steuerung und Gameplay kaum spürbar sind.
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In der Karriere wird man immer wieder auf Turniere treffen, welche drei bis vier Disziplinen zusammenfassen. In den Herausforderungen werden unter Zeitdruck Münzen eingesammelt oder Kunststücke an den Tag gelegt. Winter Stars beschäftigt aber nicht nur Solisten, denn neben dem Herzstück der Story bietet der Titel einen Mehrspielermodus für bis zu vier Spieler per Splitscreen oder gar online. Dabei können nicht nur eigene Turniere entworfen werden, die Sportarten werden auch noch im Stil eines Shooters ausgetragen und es gilt Flaggen einen Abschnitt lang zu halten oder Münzen zu sammeln, ohne dass diese von habgierigen Kontrahenten wieder geklaut werden. Inhaltstechnisch haben sich die Entwickler durchaus was einfallen lassen und alles auch in eine zumindest angenehme Präsentation gepackt. Bisweilen ist zwar der Bildaufbau zu erkennen, wenn sich Texturen nach und nach über die Berge legen, der weiße Winter wurde ansonsten aber recht nett eingefangen.
