F-Zero GP Legend im Gamezone-Test

Test GreenAcid

So viel Umfang hatten wir uns nicht erwartet: GP Legend strotzt nur so vor Spielmodi und Langzeitspaß.

Rasant und umfangreich

F-Zero ist schon seit dem frühen 16-Bit Jahren der Videospielkultur ein Begriff für rasante Renn-Action und neben Wipeout sicherlich der bekannteste Funracer der es bis auf die aktuelle Konsolengeneration geschafft hat. Nun gibt sich der bereits zweite Teil auf dem GBA ein Stelldichein und überzeugt mit einem gewaltigen Umfang und einem Gameplay, das man als echter Retrofan einfach lieben muss.

Die GBA-Umsetzungen von F-Zero sind natürlich spielerisch und auch technisch sehr nah am SNES-Original dran. Dies bedeutet, dass man sich auch heute noch über ziemlich abgefahrene, aber flache Landschaften bewegt, Sprungschanzen optimal ausnutzt und mit diversen Turbos seine Gegner im richtigen Moment geschickt überholt. Da man keinerlei Waffen benutzen kann, ist man alleine auf eine präzise und trickreiche Fahrweise angewiesen, um letztendlich als erster durch die Ziellinie fahren zu können. Ein paar Kleinigkeiten haben sich spielerisch dann aber schon getan: Wie auch schon bei der letzten Gamecube-Umsetzung habt ihr unbegrenzt viele Turbos, allerdings mit der entscheidenden Einschränkung, dass jeder Turbo auch etwas Schildenergie kostet. Dadurch werden die grünen Energiestreifen auf der Strecke um einiges interessanter, da ihr hier nicht nur Energie, sondern somit auch eure Turbos aufladen könnt. Auch hat eine neue Dash-Attacke ihren Weg in das Spiel gefunden, durch zweimaliges Drücken der Schultertasten macht euer Vehikel einen ordentlichen Satz zur Seite, was sich hervorragend dazu eignet die lästigen Gegner von der Strecke zu schubsen.

Doch das, was den jüngsten Spross der Serie so gelungen abrundet, sind weniger die spärlichen Änderungen bei Gameplay und Steuerung, sondern vielmehr die überaus großzügige Auswahl an Spielmodi: Ganz zentral dreht sich nun alles um einen umfangreichen Storymodus, in dem ihr mit acht verschiedenen Charakteren insgesamt 40 Missionen bestehen müsst. Um dem Modus auch gerecht zu werden, bietet euch das Spiel zwischen den einzelnen Rennen und Verfolgungsjagden schmuck animierte, allerdings meist völlig sinnfreie Comicgeschichten. Viel Tiefgang oder besonders liebenswerte Charaktere braucht man sich hier nicht zu erwarten, aber für ein Rennspiel ist das Gebotene durchaus brauchbar. Sobald man einen Handlungsstrang des Storymodus erfolgreich gemeistert hat, werden weitere Charaktere freigeschaltet, welche wiederum ein paar neue Missionen zu bieten haben. Manchmal überschneiden sich die Geschichten auch und man fährt die gleiche Mission mit zwei verschiedenen Charakteren, beim gebotenen Umfang geht das aber schon in Ordnung. Schade nur, dass mit dem im Storymodus verdienten Geld rein gar nichts angestellt werden kann: Man bekommt nämlich nach jedem Rennen ganz nette Sümmchen gutgeschrieben, nur ausgeben kann man das Geld an keiner einzigen Stelle - ein Shop mit Upgrades oder Bonusfeatures hat wohl leider nicht mehr auf das Modul gepasst.

Neben dem Storymodus gibt es noch den klassischen Grand Prix Modus, welcher den Spielern der Vorgänger bestens bekannt sein dürfte. Man fährt in drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden durch drei verschiedene Cups, welche allesamt ziemlich fordernd und sehr gut gelungen sind. Jede hier befahrene Strecke wird zudem im Zeitfahren- und Trainingsmodus verfügbar, hier kann man dann auch seine Bestzeiten bis zur Perfektion optimieren. Überaus interessant und überraschend motivierend ist der Zero-Test Modus ausgefallen: Hier müsst ihr keine kompletten Rennen bestreiten, sondern lediglich kurze Teilstücke (insgesamt 48 Stück) verschiedenster Strecken. Diese haben es aber in sich und strotzen nur so vor komplexen Kurvenkombinationen und haarsträubenden Sprüngen. Wie bei "Gran Turismo" gibt es für jede Strecke bereits vorgegebene Bestzeiten in den Abstufungen Gold, Silber und Bronze und um hier überhaupt Fuß fassen zu können, müsst ihr euch gehörig ins Zeug legen. Zu guter Letzt bietet das Modul noch einen Mehrspielermodus per Linkkabel, weshalb ein paar heißen Rennen gegen bis zu drei Freunde nichts mehr im Wege steht.

Bis man alle Missionen und Herausforderungen einmal durchgespielt hat, vergeht schon eine gewisse Zeit und das liegt nicht nur am gewaltigen Umfang des Spiels: Es ist auch stellenweise höllisch schwer. Gerade im Zero-Test Modus fällt dieser Umstand schnell auf, denn um dort etwas Besseres als einen Bronze-Pokal einfahren zu können, muss man schon mehr als nur fingerfertig sein. Auch fiel uns beim Test ziemlich häufig auf, dass man durch einen Fahrfehler nun viel leichter in die Seitenbegrenzung gerät, welche das eigene Fahrzeug direkt in die gegenüber liegende Seitenbegrenzung schleudert. Dieser Flipperkugel-Effekt ist bei F-Zero nicht unbekannt - nur in diesem Ableger der Serie ziemlich stark ausgeprägt. Wer allerdings die Strecken mal verinnerlicht hat und jede Kurve wie seine eigene Westentasche kennt, wird keine Probleme damit haben. Ob sich blutige Anfänger aber wirklich darauf einlassen werden, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Meinung

Wertung zu F-Zero GP Legend (GBA)

Wertung:

8.7 /10
Pro & Contra
klassisches F-Zero Gameplayorigineller und fordernder Zero-Test Moduswesentlich größerer Umfang als beim Vorgänger
bisweilen etwas zu schwerspielerisch nicht viel Neues
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