FIFA 08 im Gamezone-Test

Test Thomas Pfnür

Die PS2-Version von FIFA liegt ebenfalls noch gut im Rennen, hat langsam aber keine Luft mehr nach Oben hin.

Es hat sich was getan - beim Gameplay

FIFA 08 FIFA 08 Doch was interessiert die Spielerschaft nun wirklich? Natürlich das Gameplay. Während der Umfang nie ein Hinderungsgrund für den Kauf der Fußballreihe von EA war, konnte dies die Ballphysik, das Verhalten der KI oder gar die integrierten Taktikmöglichkeiten durchaus sein. Jahr für Jahr wird gerade der Punkt Gameplay immer sehr argwöhnisch beobachtet und ist mit Abstand der größte Streitpunkt der Videospielergemeinde - und natürlich wird sich dies auch heuer nicht ändern. "FIFA 08" legt wieder mal vor und versucht durch diverse Erweiterungen endlich näher an das realistische Spielgefühl der japanischen Konkurrenz heranzukommen. Betrachtet man nun nur die Next-Gen-Version, also die Umsetzung für Xbox360 und PS3, dann könnte man sogar sagen es ist den Entwicklern wieder ein großer Schritt in die richtige Richtung gelungen. Zwar wurde die Physik-Engine nur marginal zum Vorgänger verändert - d. h. leider auch, dass sich der Ball immer noch "zu leicht" verhält -, dafür wurde jedoch die Steuerung und auch die KI im aktuellen Teil angepasst. Zum Beispiel werdet ihr in "FIFA 08" deutlicher als je zu vor merken, wann euer Spieler an seine Leistungsgrenze stößt. Ähnlich wie beim Eishockeyableger von EA führt eine häufige Betätigung der Sprintfunktion zu einer schnelleren Ermüdung des Protagonisten. Unter anderem auch dadurch kommen immer häufiger Spielsituationen vor, die sehr an den realen Fußball erinnern - genau das was die meisten Spieler ja wollen. Die meisten deshalb, weil sich einige User auch umstellen müssen. Das typische "FIFA"-Gameplay, welches sich vor allem action-orientiert gibt, gehört von Jahr zu Jahr immer mehr der Vergangenheit an. Pässe müssen jetzt sowohl von der Länge als auch von der Richtung genau getimet werden - d. h. häufiger als einem lieb sein kann, wird der Gegner den Ball bekommen -, Schüsse gehen nach PES-Vorbild nicht immer aufs Gehäuse, sondern können durchaus in der Tribüne landen und auch das Spiel "Torchance auf Torchance" wird man vergebens suchen. Letzteres geht sogar noch weiter, denn nie war es so schwieriger das Mittelfeld erfolgreich zu überwinden, vor allem auch deshalb da der flache Steilpass in die Spitze - früher ja eine der "FIFA"-Hauptaktionen - praktisch nicht mehr möglich ist. "Die Mannschaften neutralisieren sich" wird das gern von den realen Fernsehreportern genannt, was nichts anderes heißt, als dass man Spiele ohne oder mit nur sehr wenigen Tormöglichkeiten in "FIFA 08" häufig, für manch einen vielleicht sogar zu häufig erleben kann. Realismus wird das der ein oder andere nennen - "FIFA"-Fans könnten dadurch aber auch den gewissen Flair vermissen und vom zäheren Spielfluss sogar genervt sein. Eins ist aber unbestritten, die Next-Gen-Variante kam dieses Jahr schon sehr nah an den Genreprimus von Konami heran.

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FIFA 08 FIFA 08 Aber EA wäre nicht EA, wenn nicht zumindest ein Part noch in Richtung Fun gehen würde. Denn extra für die Xbox360- bzw. PS3-Umsetzung wurde das so genannte "Pro Skill"-Feature eingebaut. Jedem Spieler, wobei hier natürlich der internationale "FIFA"-Star Ronaldinho besonders heraus sticht, wurden diverse Tricks spendiert, die man nun nahtlos aneinanderreihen und so eine Art "Combo" ausführen kann. Sieht nett aus, ist auch teilweise sehr effektiv - besonders im Spiel Eins-gegen-eins -, besonders realistisch ist es aber sicher nicht, gibt den Titel aber wieder irgendwie diese spezielle "FIFA"-Note. Genau diese hat die PS2- bzw. PC-Version auch heuer komplett beibehalten. Beide präsentieren sich in punkto Umfang im Vergleich zum Vorjahr nämlich über weite Strecken praktisch unverändert. Zwar wurde die Steuerung etwas angepasst und auch bei der Current-Gen-Variante ist es nun nicht mehr so einfach möglich Pässe bzw. Schüsse auszuführen, aber bei weitem nicht mit diesen Auswirkungen, wie noch auf der Xbox360 bzw. PS3. Schon mehr bewirkt das Feature Torwartsteuerung. Endlich ist es möglich den letzten Mann selbst zu steuern - und zwar komplett. D. h. sollte ein gegnerischer Stürmer mal durch die Verteidigungslinien brechen und alleine auf den Goalie zulaufen, könnt ihr die Kontrolle über selbigen übernehmen und durch geschicktes Winkelverkürzen ein Tor verhindern. Deutlich mehr also, wie noch in den letzten Jahren, wo das automatisierte Herauslaufen des letzten Mannes manchen User das ein oder andere graue Haar zusätzlich beschert hat. Apropos graue Haare. Die wird man immer noch aufgrund der KI der Torhüter, welche sich absolut identisch zum Vorjahr gibt, bekommen. Egal auf welchem System man "FIFA 08" nun spielt, immer noch kann man nur den Kopf schütteln über die teilweise haarsträubenden Aktionen des letzten Mannes - da werden immer noch Unhaltbare locker aus der Luft gefischt, während manch Kullerball ohne Gegenwehr die Linie überqueren darf.

FIFA 08 FIFA 08 Kommen wir aber wieder zur Current-Gen-Umsetzung zurück, denn in dieser gibt es auch wirklich sinnvolle Neuerungen, die man so selbst als Fan der Reihe kaum mehr erwartet hätte. In "FIFA 08" ist es nach langem mal wieder möglich, die Position und die Laufwege seiner Spieler selbst zu wählen bzw. zu bestimmen - ja, ihr habt richtig gelesen, endlich kann man seine eigene Taktik festlegen. Wer jetzt allerdings hier die Möglichkeiten eines "Pro Evolution Soccer" erwartet, wird schon nach wenigen Klicks enttäuscht abwinken. Aber egal, wichtig ist, dass die Entwickler endlich wieder begriffen haben, was ein Fußballspiel auch beinhalten sollte - und das ist zumindest lobend zu erwähnen.

FIFA 08 FIFA 08 Lobend erwähnen muss man auch die ganz besondere Umsetzung: "FIFA 08" für den Wii. Denn wie schon aus den anderen EA-Titeln bekannt sein sollte, wurde auch hier wieder versucht die Steuerung an die ganz besonderen Möglichkeiten eines Wii-Remote und Nunchuck anzupassen. Und diese ist nicht schlecht gelungen, auch wenn sich das Game insgesamt wie die PS2-Version verhält, spielt es sich durch die Steuerung vollkommen anders. Beispiel gefällig: Einwürfe werden durch Vorwegsbewegungen der beiden Controller ausgeführt, Schüsse werden durch zurückziehen der Fernbedienung bezüglich der Stärke bestimmt und dann mit der entsprechenden Richtung aufs Tor gefeuert, bei Pässen funktioniert es fast ähnlich usw. usw. Wem dies alles zu kompliziert ist, der kann auch bei "FIFA 08" das bereits aus "Madden NFL 08" bekannte Feature "Family Play" benutzen. Hier könnt ihr das Nunchuck abklemmen und das komplette Spiel nur über den Wii-Remote bedienen, d. h. die Laufwege der Spieler werden durch die CPU bestimmt und ihr kümmert euch nur noch darum, ob, wann und wie ihr schießen bzw. passen wollt. Wie bereits gesagt, die Wii-Version stellt eine besondere Umsetzung innerhalb der "FIFA"-Reihe dar, welcher man durch die abgefahrenen Steuerungsmöglichkeiten auch manche Unzulänglichkeiten im allgemeinen Gameplay verziehen kann - einfach weil das Spiel trotzdem Spaß macht. Und wenn wir schon ein Zwischenfazit abgeben: die beste Umsetzung - dieses Jahr sehr deutlich sogar - ist allerdings die Next-Gen-Variante, denn bei dieser merkt man wirklich spielerische Fortschritte im Vergleich zu den Vorgängern.

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