FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010 im Gamezone-Test

Test Cubefanatiker

Auch unterwegs kann man sich jetzt schonmal auf den 11. Juni einstimmen. Aber wie schlägt sich die Handheld-Version zur WM?

Am 11. Juni geht es endlich los, dann findet das Eröffnungsspiel der WM statt und die Fußballwelt befindet sich für auf den Tag genau einen Monat im Ausnahmezustand. Dann fiebern auf einmal sogar (auch weibliche) Leute mit, die sich für den mindestens genauso spannenden Club-Fußball überhaupt nicht interessieren, und laufen mit schwarz-rot-gold angemalten Gesichtern durch die Gegend. Während die WM quasi ein allumfassendes Event ist, das die Massen auf der ganzen Welt für den Fußball mobilisiert, drücke ich dagegen als "echter" Fußballfan jetzt zum Ende der Saison erstmal den Bayern im Champions-League-Finale die Daumen, bevor ich wirklich an die WM denke. Für alle, die es kaum noch erwarten können oder denen der Kampf um die Krone Europas egal ist, bringt EA schon eineinhalb Monate vor Beginn der WM das offizielle Spiel zum Turnier auf der PSP raus. Kommt die Stimmung auch auf dem gegenüber den Konsolen technisch limitierten Handheld gut rüber?

Lizenzen und Spielmodi auch für unterwegs

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010 FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010 Wie die großen Brüder auf den Konsolen bietet auch die PSP-Version 199 Original-Teams und alle 10 WM-Stadien. Im Herzstück des Spiels, dem WM-Modus könnt ihr euch entscheiden, ob ihr entweder nur die Endrunde oder auch die Qualifikation zur WM spielen wollt. Das schicke Spielmenü im fifa.com-Style und der Globus, auf dem ihr euer Land direkt auswählen könnt, haben es leider nicht auf die UMD geschafft. Dafür sind neben dem Freundschaftsspiel auch die Modi Mannschaftskapitän, Geschichte der Qualifikation und Training mit an Bord. Mannschaftskapitän, so heißt jetzt der aus den Vorgängern bekannte Be-A-Pro-Modus, in dem ihr einen selbst erstellten Spieler oder einen bestehenden Profi auswählt, um euch durch gelungene Aktionen in eurem Team zum Kapitän zu spielen und dieses im besten Falle zum Gewinn der Weltmeisterschaft zu führen. Ganz besonders interessant für diejenigen, die oft mal kurz unterwegs die PSP anwerfen, sind die Herausforderungen in der Geschichte der Qualifikation. Hier greift ihr in Szenarien aus meist spektakulären Spielen der Qualifikation zur WM 2010 und der WM 2006 ein. Mal gilt es, nur ein Vorsprung bis zum Ende zu halten, ein anderes Mal muss beispielsweise ein 1:5 Rückstand mit Argentinien gegen Bolivien noch gedreht werden. Dabei bekommt ihr Punkte, je nachdem, ob ihr das Ergebnis haltet und kein Gegentor kassiert oder sogar noch mit zwei Toren Unterschied gewinnt. Mit diesen Punkten werden weitere Szenarien freigeschaltet. Zu Beginn sind leider nur sehr wenige Herausforderungen anwählbar, von denen erst sehr viele geschafft werden müssen, bis ihr an die nächsten herangelassen werdet. Während die Szenarien auf den großen Konsolen eine nette Dreingabe sind, ist dieser Modus auf der PSP für eine schnelle Runde zwischendurch perfekt geeignet. Ein Wermutstropfen ist aber die Tatsache, dass das geniale Feature, durch welches Szenarien zur aktuellen WM direkt nach den Spielen nachgeliefert werden, Besitzern einer PSP verwehrt bleibt.

Atmosphärisch und spielerisch auf der Strecke geblieben

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010 FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010 WM-Stimmung im Wohnzimmer - die vermag die PSP-Version nur bedingt zu erzeugen. Dazu fehlt einerseits dem von uns auf den Konsolen so hochgelobten Stadionsound der Druck. Andererseits gibt es weder bemalte Fans noch am Spielfeldrand schimpfende Trainer zu sehen. Außerdem kommentieren die altbekannten Sebastian Hellmann und Tom Bayer selbst im WM-Finale Tore so, als würden sie gleich einschlafen. Durch die Hardware bedingt fällt auch die Optik stark ab. Während dem laufenden Spiel werden Kenner die Spieler nur an Statur und Haarfarbe erkennen können, denn die Gesichter sind nur Pixelhaufen. Immerhin sind die meisten Spieler ihren realen Pendants wenigstens in der Nahaufnahme einigermaßen gut nachempfunden.

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010 FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010 Während also schon die Optik an alte Zeiten erinnert, trifft dies ebenso auf das Gameplay zu. Hier fühlt man sich ein wenig in die Zeit zu Beginn des Jahrtausends zurückversetzt, bevor FIFA seine ersten großen Schritte hin zum Realismus gemacht hat. Natürlich ist die Entwicklung zur Simulation nicht ganz spurlos an der PSP vorbeigegangen, auch hier gibt es z. B. das 360° Dribbling. Positiv aufgefallen sind auch die gegenüber früheren Teilen besseren Laufwege der KI-Mitspieler. Dennoch spielt sich FIFA auf dem Handheld viel mehr "wie früher". Es ist leichter, durch die gegnerischen Abwehrreihen zu sprinten, da der Ball den Spielern fester am Fuß klebt. Eine Ausnahme ist jedoch die Ballannahme, bei welcher der Ball bei einer bestimmten Drehung des Spielers weit vom Fuß springt. Tore fallen fast immer gleich per Flachschuss aus einer Position innerhalb das Strafraums heraus, abgesehen von etwas zu häufigen Treffern per Fallrückzieher. Die jedes Jahr aufs Neue kritisierten Torwart-Aussetzer sind auch noch lange nicht ausgemerzt. Besonders bei abgefälschten Ballen sehen die Schlussmänner oft schlecht aus. Und die Ballphysik ist, was die Flugkurve des Balles und Stärke von Pässen und Schüssen angeht, noch weiter vom Realismus entfernt als in den diesbezüglich der Konkurrenz aus dem Hause Konami ohnehin schon seit jeher unterlegenen Konsolenversionen. Trotzdem muss ich aber zugeben, dass das dadurch eher wieder in Richtung Arcade tendierende Gameplay trotzdem Spaß macht und für ein Handheld vielleicht auch gar nicht so verkehrt ist.

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