Fairytale Fights im Gamezone-Test

Test Sandro Odak

Ehrlich, wer wollte nicht schon immer mal mit Rotkäppchen blutige Jagd auf den bösen Wolf und andere Fieslinge machen?

Fairytale Fights Fairytale Fights Am meisten Spaß macht Fairytale Fights aber nicht im Singleplayer - auch wenn der kurzzeitig durchaus zu unterhalten weiß. Mit bis zu drei Mitspielern lässt es sich nämlich auch im Koop an der heimischen Konsole kämpfen. Wer da den Friendly Fire Modus aktiviert lässt, lebt nicht allzu harmonisch: Häufig passiert es da, dass mal aus Versehen der Mitspieler getroffen wird. Wer von vorn herein gleich nur den Kumpels eins aufn den Deckel geben will, der kann in speziellen Arenen gegeneinander antreten: Hier gilt es, als erster das Kill-Limit zu erreichen oder aber nach Ablauf eines Counters am meisten Kills gesammelt zu haben. Ist man mit guten Freunden am Zocken geht es auch schnell hoch her: trotz repetitiver Spielelemente macht es einfach Spaß, sich zu verkloppen.

Technisch erfrischend

Fairytale Fights Fairytale Fights Grafisch erinnert Fairytale Fights in seinen ruhigen Szenen an ein beschauliches und friedliches Kinderspiel. Seinem comicartigen Look und dem kruden Setting verdankt das Spiel letztendlich auch die Jugendfreigabe in Deutschland, das Gezeigte wirkt dadurch nicht annähernd realistisch und wirklichkeitsnah, als dass es abstoßend wirken würden. Der grafische Stil überspitzt das ganze Thema Gewalt und zieht es schnell ins Lächerliche, spätestens dann, wenn (Multiple) Realtime Dynamic Slicing zum Zuge kommt. Gemeint ist damit eine Technik, welche die Mannen von Playlogic dann zum Einsatz bringen, wenn unsere Spielfiguren genug Power gesammelt haben. Je nachdem, wie man seinen rechten Controller-Stick dann bewegt, zerhackt man sein feindliches Gegenüber auch dynamisch an exakt der Stelle und kann, wenn man will, bestimmte Gliedmaßen abtrennen. Illustriert wird das anhand eines aufpoppenden Bildschirmabschnitts, der aber in manch einer hektischen Situation dazu führt, dass die Übersicht flöten geht.

Fairytale Fights Fairytale Fights Übersichtlich ist Fairytale Fights aber generell nicht sonderlich. Nur in den ruhigeren Jump'n'Run-Einlagen und den Gehwegen, also dann, wenn man gerade am Verschnaufen zwischen zwei Kämpfen ist, hat man einen guten Blick über das Spielfeld. Sobald Gegner hinzukommen und versuchen uns zu erwischen, wird es chaotisch weil wir selbst umherrennen wie ein aufgeschrecktes Huhn und unsere Gegner es uns gleichtun. Auch an Effekten wird nicht gespart, Blut spritzt, Arme und Gegenstände fliegen umher. Kampfanimationen wie etwa die Slicing-Einblendung passen zwar, von mangelnder Übersicht mal abgesehen, gut ins Bild, zu Framedrops oder ähnlichem kommt es aber glücklicherweise trotz der vielen Bewegung auf dem Schirm nie.

Fairytale Fights Fairytale Fights Musikalisch liefert das Team aus den Niederlanden gute Arbeit ab. Der einlullende Sound, der an Kinderstube und Aufzug-Aufenthalte erinnert, passt so gar nicht zum quietschbunten Kill-Setting und verstärkt dadurch noch die Skurrilität des Ganzen. Vertont wurde aber leider nur wenig, fast alles was an Text im Spiel vorkommt, muss der Spieler mitlesen. Unschön, da es häufig so einiges zum Lesen gibt und einem aus Langeweile oder Faulheit viele witzige Kleinigkeiten nicht auffallen werden. Unschön aber auch, weil in der heutigen Zeit eine anständige Synchronisierung zum guten Ton gehören sollte.

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