Es ist schwer, Fairytale Fights quantitativ zu bewerten. Denn eigentlich macht der krude Mix aus Hack and Slay, Jump’n’Run und abgedrehter Killer-Märchen Story echt Spaß und sorgt für Kurzweil. Leider verfällt der Spieler dabei schnell in Automatismen und entwickelt eine gewisse Routine, viel Abwechslung kommt eh nicht vor, weshalb repetitive Spielelemente zur Tagesordnung gehören. Auch macht es einen Unterschied, wie man spielt: Der Singleplayer weiß zwar als Spiel für Zwischendurch zu überzeugen, so recht Spaß macht das ganze aber erst im Multiplayer-Modus mit Kumpels – und am besten viel Bier, damit die immer gleichen Levels nicht zu stark ins Gewicht fallen. Technisch ist Fairytale Fights ansprechend gestaltet und wartet mit einer süß animierten Comicwelt auf, die vor allem von ihrem ganz eigenen Charme und den genialen Hintergründen lebt. Nervig ist dennoch der häufige Verlust der Übersicht, sei es nun durch Dynamic Slicing-Einblendungen oder das Gewusel, wenn mehrere Figuren am Kämpfen sind. Der Levelaufbau ist ansonsten sehr linear, Abzweigungen und große Entscheidungsmöglichkeiten gibt es nicht, man tötet alle Feinde im Gebiet und zieht weiter, bis die nächste Horde Holzfäller, Zwerge oder Lebkuchenmänner anrückt. Rätsel- und Sprungeinlagen wechseln sich hier mit dem Gehacke ab, wirklich viel Abwechslung bringen sie aber nicht ins Gameplay ein. Deshalb lebt FF auch zu Hundert Prozent von seinem abgedrehtem und sehr grenzwertigen Humor, davon, dass man Tiere und kleine, unschuldige Kinder zerhacken kann, davon, dass Lebkuchemännern bröseln und nicht bluten. Wer den Witz und die Überdrehtheit dabei nicht versteht, die Thematik am Ende sogar ernst nimmt, sollte lieber nicht zugreifen, wer ansonsten auf schwarzen Humor steht und ein Partygame oder das schnelle Spiel für zwischendurch sucht, kann sich einen Kauf überlegen.