Far Cry 2 entführt uns in die hitzigen Gefechte des Bürgerkriegs unter der prallen Sonne Afrikas.
Was für eine Hundewetter
Far Cry 2
Sehr schön dabei ist, dass wir während des Spiels keinerlei Ladezeiten hinnehmen müssen. Die komplette Welt wird gestreamt und das Game muss nur nachladen, wenn wir einen neuen Spielstand laden oder bestimmte Häuser betreten, wo bestimmte Aktionen ausgelöst werden. Das funktioniert auf der PS3 genauso gut, wie auf der Xbox 360, wobei die PlayStation 3 erstmal eine Installation hinnehmen muss. Nur wenn wir mit dem Bus von einer Ecke der Karte zu anderen reisen, ist erneut ein Ladebildschirm fällig. Ebenfalls sehr gelungen ist das dynamische Wettersystem, welches uns nahtlose Übergänge zwischen strahlendem Sonnenschein bis hin zu tropischen Stürmen bietet. Dabei nimmt der Wind selbst eine sehr wichtige Rolle ein, denn er facht Brände an und bläst sie in die entsprechende Richtung. So können wir mit etwas Geschick und einem einzigen Molotow Cocktail ein ganzes Lager ausräuchern, oder uns selbst anzünden, wenn wir nicht auf die Windrichtung achten. Die Physik-Engine, die für die Feuerberechnung verantwortlich, ist einzigartig in der Videospielwelt. Schön zu sehen ist, wie abseits der Kriegsführung Bäume sowie Stürmen durchgeschüttelt werden, während sich hohe Gräser gemächlich im Wind bewegen. Zudem macht es einfach einen fantastischen Eindruck, wenn man am Horizont die Sonne aufsteigen oder untergehen sieht. Übrigens: Ein Tag in Far Cry 2 dauert sehr lange, weswegen man in den sicheren Häusern die Zeit vorspulen kann. Hier bekommt man zusätzlich einen beeindruckenden Zeitraffer der Tagesverlaufs vorgesetzt.
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Um uns auf dem gigantischen Gelände zurecht zu finden, haben wir immer ein tragbares GPS-System dabei. Es zeigt uns nicht nur die unmittelbare Umgebung sowie die aktuellen Missionspunkte, zusätzlich verfügt es über eine Anzeige die uns auf in der Nähe befindliche Diamantkoffer aufmerksam macht. Je näher wir einem sind, desto hektischer Blinkt die LED, bis sie schließlich dauernd leuchtet, wenn wir uns unmittelbar davor befinden und in die richtige Richtung blicken. Auf diese Art und Weise können wir unseren Vorrat an Diamanten aufstocken, die wir beim Waffenhändler wieder loswerden. Leider kann man keine Wegpunkte setzten oder sich an einem Pfeil orientieren, der das nächste Ziel anzeigt. Immer wieder muss die Karte während der Fahrt zu Rate gezogen werden, was auf die Dauer etwas zu umständlich und unnötig kompliziert wirkt, aber so ist es nun mal realistisch, werden sich zumindest die Entwickler bei Ubisoft gedacht haben.
Waffen-Shopping
Far Cry 2
Apropos Waffen: Was macht es für einen Sinn sich selbst teure Wummen zuzulegen, wenn wir doch einfach die Waffen der niedergestreckten Gegner aufsammeln können? Ganz einfach, Far Cry 2 bietet uns ein System der alternden Waffen. Je älter eine Waffe ist, was man schon an ihrem Äußeren erkennen kann, desto mehr neigt sie zu Fehlfunktionen. Ist natürlich ärgerlich wenn sich mitten im Gefecht eine Patronenhülse verklemmt und die Waffe vorübergehend unbrauchbar macht. Dagegen wirken können wir indem wir möglichst schnell die X-Taste bearbeiten, was meist hilft, manchmal aber auch die Waffe komplett zerstört. Mehr verlass ist da schon auf neue Waffen, die wir selbst gekauft haben, zudem erwerben wir so das Recht uns im Waffenlager neben dem Waffen-Shop nicht nur mit neuer Munition versorgen zu dürfen, auch eine einmal gekaufte Waffe können wir dort immer wieder abholen. Außerdem können Waffen gegen Diamanten auch noch verbessert werden, zum Beispiel in Sachen Präzision. Um an bestimmte, neue Waffen und Verbesserungen zu gelangen, müssen wir jedoch für den Waffenhändler kleinere Aufträge erledigen, die darin münden, dass wir einen Konvoi, mit eben einer Waffenlieferung, überfallen müssen.
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Allerdings können wir nur maximal drei Waffen mit uns tragen, vom vorhandenen Messer einmal abgesehen. Als da wäre die primäre Waffe, also eine Maschinenpistole, ein Scharfschützengewehr oder eine Pumpgun, sowie die sekundäre Einhandwaffe, also diverse Pistolen. Als drittes im Bunde gesellt sich die Spezialwaffe dazu, wobei es sich um so martialische Teile wie einen Raketen- oder Granatwerfer handelt. Besonders die primäre Waffe will je nach Einsatz gut gewählt werden, denn man muss niemandem erzählen, dass ein Scharfschützengewehr im Nahkampf recht unhandlich ist und man mit einer Pumpgun niemand in der Ferne erwischen kann. Von der Waffenwahl hängt der Verlauf einer Mission also stark ab. Und wenn wir schon dabei sind: Die über 30 Haupt-Missionen sind abwechslungsreich, finden stets an recht stimmigen Schauplätzen statt und erfordern immer wieder neue Herangehensweisen. Aufgrund des Speichersystems ist man außerdem immer angespannt, wodurch die Kämpfe intensiviert werden. Allerdings kann man sich durchaus Mal fragen, wieso ein Kämpfer mit nacktem Oberkörper eigentlich ein halbes Magazin einer AK-47 verträgt, bis er endlich zu Boden geht, aber das nur nebenbei.
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Auch das Health-System ist etwas anders, als bei der Genrekonkurrenz. Der Lebensbalken ist in mehrere Segmente unterteilt, die sich für sich wieder regenerieren, sobald man in Deckung geht Werden diese Segmente irgendwann trotzdem aufgebraucht, muss man sich eine Spritze verpassen, um die Gesundheit wieder auf ein Maximum zu bringen, wobei nur eine begrenzte Zahl an Lebensspendern mitgeführt werden darf. Die Erste-Hilfe-Kästen hängen allerdings überall in der Welt herum, wobei man sich darüber streiten kann, ob hell blinkende Gegenstände heutzutage noch passend sind. Wenn wir jedoch ganz schwer verwundet werden, müssen wir uns zuerst verarzten, indem beispielsweise eine Kugel mit dem Messer aus Arm oder Bein entfernt wird. Im Eifer des Gefechts sicherlich kein leichtes Unterfangen. Etwas nervig ist zudem, dass wir in einer heißen Phase einen Malaria-Anfall bekommen können und das Bild prompt verschwimmt, da heißt es schnell die Tabletten einwerfen. Zu einem ungünstigen Zeitpunkt wird man schnell mit Kugeln durchsiebt.
Die Steuerung auf der Konsole funktioniert soweit gut, obwohl die Erfassung des Feindes präziser ausfallen könnte. Manchmal wirkt die Bedienung schlicht zu unrund Worin man sich auch einfinden muss, ist der umfangreiche Karteneditor, mit dem man mit fast allen Objekten des Spiels richtig schicke Werke kreieren kann und sie dann auch online anspielen darf. Das wertet den Multiplayer-Modus auf, der ansonsten solide Kost mit den üblichen Spielmodi auf manchmal etwas zu weitläufigen Karten bietet. Die vielen Waffen, das schnelle Sammeln von Erfahrungspunkten und Rängen sowie die benutzbaren Fahrzeuge, bringen allerdings Würze in die Partien.
