Far Cry 2 entführt uns in die hitzigen Gefechte des Bürgerkriegs unter der prallen Sonne Afrikas.
Licht und Schatten
Far Cry 2
Grafisch und Soundtechnisch macht das Spiel einen hervorragenden Eindruck. Die Atmosphäre Afrikas wurde gekonnt eingefangen. Während die untergehende Sonne realistische Schatten wirft und sich die Bäume im Wind wiegen, sehen wir wilde Tiere durch die Steppe ziehen und Rauch am Horizont aufsteigen, wohl ein weiterer Konflikt zwischen den verfeindeten Parteien. Dabei sorgt das konsequente Blicken durch die Augen unseres Protagonisten für das mittendrin statt nur dabei Gefühl. Egal was wir tun, eine Waffe bedienen, ein Fahrzeug besteigen oder die Landkarte studieren, immer sehen wir alles durch die Augen unseres virtuellen Egos. Zwischensequenzen gibt es keine. Ein Feature, das etwas stört, ist der Umstand, dass das Bild bzw. unser virtuelles Augenpaar sich zuerst an Licht und Dunkelheit gewöhnen muss. Wenn wir aus der gleißenden Sonne in einen dunklen Raum stürmen, sehen wir für kurze Zeit nur eine dunkle Fläche, der ideale Moment für den Feind.
Far Cry 2
Das Gesamtwerk passt einfach und fügt sich in die beklemmende Atmosphäre einer Welt ein, in der ein Menschenleben nichts zählt. Das Spiel bietet abseits des unbewohnten Dschungels viele interessante Orte, die einen realistischen Eindruck hinterlassen. Die PC-Version sieht dabei merklich besser aus, als die Brüder auf der PlayStation 3 und der Xbox 360, nicht nur wegen der höheren Auflösung. Die Texturen sind schärfer, die Schatten feiner und Pop-Ups im Hintergrund gibt es auch nicht mehr. Dabei zeigt sich Far Cry 2 recht bescheiden, was die Hardwareabforderungen angeht, zumindest für das gebotene Bild. Selbst auf den minimalen Anforderungen (3,2 Ghz Prozessor, 1 GB Ram sowie eine Geforce 6800) lassen sich mit verminderten Details akzeptable Ergebnisse erzielen. Für die Ultra-Hoch-Einstellung benötigt man natürlich aktuelle Hardware und Windows Vista für die DX10 Effekte, doch hier zeigt sich Far Cry 2 längst nicht so gierig wie ein Crysis bzw. Crysis Warhead. Dennoch sehen die Crytek-Werke am Ende dennoch besser aus und überzeugen mit ihren Grafik-Spielereien.
Erstaunlich für ein aktuelles Spiel ist zudem die schlanke Installation von etwa 3,2 GB. Da ist man normalerweise deutlich mehr gewohnt. Zur Aktivierung erfordert Far Cry 2 einen Online-Zugang, der nur eine begrenze Anzahl an Installationen zulässt. Am Sound mag man sich hingegen kaum satt hören. Schließt man die Augen, möchte man meinen, dass man mitten in der Flora und Faune von Afrika steht. Jede Waffe hat ihren charakteristischen Klang, während sich die Feinde, ohne Kenntnis unserer Anwesenheit, in einer guten deutschen Synchronisation über Gott und die Welt unterhalten.
