Mit dem Koop-Modus im Gepäck macht der dritte Anlauf von F.E.A.R. richtig Spaß. Langsam gewöhnt man sich aber an die Schocker.
Fear 3
Natürlich darf man als Pointman wieder die Zeitlupe aktivieren oder stylisch in Gegner reinrutschen oder sie wegtreten. Die Moves sehen letztendlich zwar schick aus, sind jedoch kaum praktikabel, weswegen Zeitlupe und Wumme völlig reichen. Beendet man ein Level, wird es auch für Paxton Fettel im Singleplayer freigeschaltet. Pointman hat seinem Bruder zwar im ersten F.E.A.R. ein Headshot verpasst und ihn eigentlich getötet, dieser spielt dennoch als Geist eine Rolle, vor allem im Koop-Modus, der online und offline funktioniert. Hier ergänzen sich beide Charaktere perfekt und es macht gleich doppelt so viel Spaß. Fettel kann zwar keine Zeitlupe aktivieren, dafür ist es ihm möglich, in die Körper seine Feinde zu schlüpfen, sie umher zu werfen, sie zerplatzen zu lassen oder Gegenstände auf sie zu werfen. Es entsteht ein anderes Gameplay, welches dazu führt, dass man sich die Level auch mit Paxton Fettel nochmals anschaut. Denn ansonsten ist die Kampagne ziemlich kurz. Nach rund sechs Stunden ist der Spuk wieder vorbei.
Man sammelt Erfahrung
Fear 3
F.E.A.R. 3 kommt dieses Mal mit einem Erfahrungssystem daher. Dazu gilt es nicht nur bestimmte von Alma zurückgelassene Leichen zu finden, erreicht man eine bestimmte Zahl an Headshots, erledigt Gegner aus der Deckung oder mit einer bestimmten Waffe und macht genügend Nahkampfkills, werden nach Bestehen dieser Herausforderungen diverse Auszeichnungen verteilt, die wiederum Punkte auf unser Konto fließen lassen. Dadurch steigt man im Level auf. Mit der Zeit können wir mehr Munition tragen oder die Zeitlupe länger einsetzen. Das führt immerhin dazu, dass man ab und zu anders vorgeht und nicht nur eine Waffe nutzt und Variationen in seine Spielweise einbaut. Insgesamt fallen die Verbesserungen am Charakter jedoch recht rudimentär aus.
Fear 3
Klassische Mehrspieler-Modi gibt es in F.E.A.R. 3 nicht. Die vier Varianten sind eher auf Kooperation ausgelegt. So muss man zum Beispiel mit bis zu drei weiteren Spielern gegen immer stärker werdende Gegnerwellen bestehen. In einem anderen Modus übernimmt man die Körper der KI, um die meisten Seelen einzufangen. Ansonsten wehrt man sich gegen unendlich auftauchende Geistermassen, versucht die Mitspieler zu verhexen oder flüchtet an anderer Stelle vor einer todbringenden Wand, die unaufhörlich näher kommt, während man sich durch die Feinde kämpft. Immerhin spielen sich die Modi erfrischend anders, auch wenn dazu zum Teil ein Online-Pass nötig ist.
Fear 3
F.E.A.R. 3 zaubert vor allem in Innenräumen noch recht ansehnliche Lichteffekte auf den Bildschirm. Auch die Partikeleffekte inklusive der zerbröckelnden Strukturen machen einiges her. Zudem muss man F.E.A.R. 3 zugute halten, dass es fast immer flüssige läuft. Allerdings merkt man, dass die Engine nicht mehr zeitgemäß ist. Vor allem in Außenarealen kommt der Grafikmotor deutlich an seine Grenzen, wobei die Texturen die Kinnlade ebenfalls nicht runterklappen lassen, ganz im Gegenteil. Letztendlich hat die Optik zwar im Vergleich zum zweiten Teil etwas zugelegt, doch das reicht nicht, um mit der besser aussehenden Konkurrenz mitzuhalten. Dafür bekommen wir einen sehr atmosphärischen Sound, eine bedrohliche Geräuschkulisse und eine gelungene deutsche Sprachausgabe geboten.
Die deutsche Version ist leider stark geschnitten. Es fehlen alle Blut- sowie Ragdoll-Effekte in den Kämpfen und man kann keine Körperteile abtrennen. Leichen lösen sich hingegen auf und bleiben nicht liegen, während sogar ganze Sequenzen gekürzt wurden, zum Beispiel als ein Soldat bei lebendigem Leibe verbrennt. Diese Änderungen wirken sich zwar nicht unbedingt auf das Gameplay aus, kosten aber durchaus Atmosphäre.
