Auch der PSP-Version von F1 2006 hat man das versprochene Online-Feature kommentarlos vorenthalten.
Grafik und Sound
Formel 1 2006
Es ist klar, die PSP besitzt nur begrenzte Ressourcen, weswegen man den Entwicklern schon ein besonderes Lob aussprechen muss, dass sie die 20 Fahrzeuge praktisch ruckelfrei auf die Piste bekommen haben. Noch dazu, wo die Wagen selbst wirklich hervorragend aussehen, egal ob von Außen oder Innen betrachtet. Das komplette Fahrwerk wurde ebenso nachgebildet wie die mechanische Aufhängung inklusive der Stoßdämpfer und Federn, und so richtig beeindrucken kann uns das herrlich nachgebildete Interieur der einzelnen Fahrzeuge. Besonders die verschiedenen Lenkräder, von spartanisch bis überladen, laden zum probieren der verschiedenen Fahrzeuge ein.
Dem gegenüber steht die etwas karg ausgefallene Umgebung, deren Detailarmut auf der PSP besonders ins Auge fällt, da dieser Version der Unschärfeeffekt komplett fehlt. Aber auch die diversen Gebäude wurden sehr einfach gestaltet und bestehen oft nur aus einer flachen Wand mit aufgemalten Details. In erster Linie fallen dabei die Fahrerlager an der Boxengasse negativ aus dem Rahmen, die wie leere Pappkartons wirken. Ebenfalls etwas schade ist, dass die Rückspiegel nicht funktionieren, sie zeigen einfach immer eine unscharfe Farbmasse die uns keinerlei Information vermittelt. Wer wissen will was hinter einem angeht, muss die entsprechende Taste drücken.
Formel 1 2006
Dafür weiß die Soundkulisse wieder vollends zu überzeugen, denn die Motoren der einzelnen Rennwagen hören sich nicht nur sehr unterschiedlich an, sie besitzen allesamt auch einen herrlich bissigen Sound der einen zum Gasgeben verleitet. Umso monotoner hingegen klingt der Sportkommentator Christian Danner, der wirkt als hätte man ihm im Sprachstudio nichts zu trinken gegeben. Noch dazu spricht er in der PSP-Version gerade mal am Start einige Worte, um sodann komplett zu verstummen. Zwar engagierter, trotzdem etwas belanglos, kommt die unbekannte Stimme des Boxenfunks rüber. Dies liegt aber weniger am gesprochenem Wort, als vielmehr an der Tatsache, dass sich das Gesagte schnell wiederholt und oft auch unnötig ist. Zwar ist es noch ganz nett auf bevorstehende Boxenstopps hingewiesen zu werden, insofern man tatsächlich mal die eigene Strategie vergessen haben sollte, doch wenn einem der Boxenfunk jedes Überholmanöver kommentiert, würde man diesen gerne einfach abschalten können.
Multiplayer
Ein Spiel ohne Multiplayer-Feature auf den Markt zu bringen ist keine Schande. Im Vorfeld einer Veröffentlichung den Fans aber den Mund wässrig zu machen, indem man Features verspricht die man vorher nicht zu erhoffen wagte, wie gemeinsames Online-Gaming von PSP und PS2-Spielern, nur um dann wenige Tage vor dem Release so zu tun als hätte es diese Ankündigung nie gegeben, sehr wohl. Denn Faktum ist, weder die PSP noch die PS2-Version besitzt ein Online-Feature, es wurde still und heimlich entfernt. Auf der PS2 ist wenigstens noch die Möglichkeit geblieben sich zu Zweit per Splitscreen, bei vollem Starterfeld wohlgemerkt, zu vergnügen. Die PSP-Version hingegen bietet uns nicht einmal mehr das, nicht per Adhoc und nicht per Infrastructure-Mode. Der Online-Mode wurde ersatzlos gestrichen. Geblieben ist die Möglichkeit seinen Spielstand per USB-Kabel von der PSP auf die PS2 und umgekehrt zu transferieren, was auch problemlos in unserem Test funktionierte.
