Lest in unserem Test, warum Forza Motorsport 4 schlicht die beste Fahrsimulation für die Xbox 360 ist.
Die Kinect-Features
Forza Motorsport 4
Bevor wir uns den Community-Features widmen, lasst uns erst einen Blick auf die Kinect-Funktionen werfen, denn die haben es durchaus in sich. An erster Stelle sei die Sprachsteuerung erwähnt, die nicht als Ersatz zur normalen Navigation per Pad gedacht ist, sondern um diese zu unterstützen. Wir kennen das, wir befinden uns eben noch im Editor, haben ein neues Design für unser Lieblingsauto entworfen und wollen nun schnellstmöglich das nächste Rennen mit dem frisch lackierten Auto fahren. Dazu müssen wir das aktuelle Design erst speichern, dann mehrere Schritte zurückgehen, um dann wieder mehrere Schritte vorwärts bis zum nächsten Karriererennen zu navigieren. Mit der Sprachsteuerung per Kinect können wir uns das komplett sparen, denn noch im Editor sagen wir einfach "Xbox, nächstes Rennen" und all die aufgeführten Schritte werden automatisch ausgeführt. Das aktuelle Design wird gespeichert und wir landen direkt am Start des nächsten Rennens. Umgekehrt geht das natürlich auch, indem wir "Xbox, Auto lackieren" sagen, oder "Xbox, Autos kaufen" etc... Dafür ist auch keinerlei Training nötig, die Sprachsteuerung funktioniert von Anfang an, und das recht gut. Die funktioniert sogar so gut, dass Kinect manchmal auf die Stimme von Jeremy Clarkson reagiert, der uns im Autovista Interessantes zu den ausgestellten Fahrzeugen erzählt. In solch einem Fall sagt man dann einfach "Abbrechen" oder drückt den B-Button.
Forza Motorsport 4
Das nächste interessante Kinect-Feature ist das Headtracking, welches wir übrigens vor jedem Rennen aktivieren oder deaktivieren können, ohne irgendwo tief in der Menüstruktur suchen zu müssen. Aktivieren wir es, sucht Kinect die Position unsere Kopfes und zeigt sie in einem Kontrollbild an. Genau dort muss der Kopf dann auch bleiben, wir dürfen also während des Rennens nicht die Sitzposition auf der Couch wechseln. Sodann werden nämlich zwei Dinge ausgewertet, unsere Blickrichtung und unsere Neigung. Schauen wir also an den rechten Rand des Screens, richtet sich auch die Kamera leicht danach aus, die entsprechende Empfindlichkeit lässt sich übrigens stufenlos einstellen, und beugen wir uns seitlich, macht das auch die Kamera bzw. das virtuelle Auge des Fahrers. Prädestiniert dafür ist natürlich die Cockpitsicht und ein wahrlich Erlebnis wird es, wenn wir das Multi-Screen-Feature nutzen, also vor drei Screens sitzen, ein Luxus den wohl nur wenige Spieler genießen werden können. Doch damit das Headtracking auch wirklich gut funktioniert, ist eine gleichmäßige Ausleuchtung des Kopfes nötig, was beim künstlichen Wohnzimmerlicht am Abend durchaus Probleme bereiten kann. Hatten wir bei unseren Tests tagsüber mit dem Feature keine Schwierigkeiten, sah das bei künstlicher Beleuchtung von einer Seite aus schon anders aus. In dem Fall wurde nämlich nur noch der Blick in Richtung der Lichtquelle korrekt erkannt, der in die andere Richtung hingegen komplett ignoriert. Eine gleichmäßige Ausleuchtung des Spielerkopfes ist also das A und O um das Headtracking vernünftig nutzen zu können.
Forza Motorsport 4
Das dritte wichtige Kinect-Feature ist das Lenken bzw. Fahren ohne Controller, einfach indem man seine Hände vor sich ausstreckt, so als ob man ein Lenkrad in der Hand hält. Da dies wahrlich keine Steuerungsmethode ist um Bestzeiten hinzulegen und erst Recht nicht für den Core-Gamer geeignet ist, kann man diese Funktion auch nicht im normalen Spiel aktivieren. Stattdessen kann man beim Start von Forza Motorsport 4 per Winken in einen speziellen Kinect-Mode wechseln. Dort können wir dann ganz frei irgendeine Strecke und irgendein Fahrzeug wählen um mit dem Luftlenkrad ein paar Runden zu drehen. Witzig wird das ganze aber erst im Splitscreen-Mode, wo dann zwei Spieler gleichzeitig ihre Fahrzeuge mehr oder minder kontrolliert über den Asphalt jagen können. Dabei müssen wir wirklich nur Lenken, alles andere übernimmt die KI des Spiels. Es wird also automatisch Gas gegeben und gebremst, weswegen dieser Modus ideal geeignet ist um zum Beispiel mit seinen Kindern seinen Spaß zu haben, und wenn man dabei einfach nur die teuren Luxuskarossen zerlegt. In diesem Kinect-Modus lassen sich übrigens auch die kompletten Menüs per Kinect steuern, man muss also kein einziges Mal zum Controller greifen.
Autovista
Forza Motorsport 4
Autovista und Kinect gehören zusammen wie Pech und Schwefel. Laut Aussage von Dan Greenawalt, dem Game Director bei Turn 10, hätte es ohne Kinect auch kein Autovista gegeben. Mit diesem virtuellen Showroom wird uns ein Erlebnis geboten, welches wirklich zeigt, dass Forza Motorsport 4 von Auto-Enthusiasten, für Auto-Enthusiasten gemacht wurde. Denn durch Kinect bekommen wir wirklich das Gefühl all die Autos, die wir uns nie im Leben leisten werden können, welche wir vielleicht nicht mal je in der Realität sehen werden, anzufassen und sie zu erleben. Wir können um die Autos herumgehen, die Türen öffnen, die Spoiler ausfahren lassen oder das Verdeck öffnen, sogar auf allen Sitzen Platz nehmen können wir und das Auto starten, worauf wir die Möglichkeit erhalten mit ihnen direkt eine Herausforderung zu fahren. Beugen wir uns über den Motor des Autos, können wir uns nähere Infos zu ihm erklären lassen, sogar zu den Scheinwerfern, den Reifen und weiteren Details stehen Infos für uns parat, wobei natürlich die Ausführungen von Jeremy Clarkson aus der TV-Show Top Gear die absoluten Highlights darstellen. In seiner bekannt süffisanten Art und Weise teilt er uns zum jeweiligen Objekt der Begierde seine persönliche Meinung mit. Zugegeben, es ist deutlich praktischer all diese Funktionen mit dem Pad auszulösen, ohne sich aus der Couch zu erheben, doch der Hund am Autovista-Feature liegt ganz woanders begraben. Nämlich bei der Anzahl der Autos die in Autovista verfügbar sind, man kann nämlich nicht jedes Auto im Spiel in diesem Showroom bewundern, sondern nur eine kleine und begrenzte Auswahl. Auf den Punkt gebracht sind es vorerst nur 25 ausgewählte Luxuskarossen die uns in Autovista zur Verfügung stehen, inklusive des Halo Warthog und eines Bentley aus dem Jahre 1931, beides Fahrzeuge die im Spiel selbst nicht nutzbar sind.
Da sich in Autovista aber bereits jetzt ein geheimes Auto befindet, welches deutlich als DLC-Car gekennzeichnet ist, gehen wir davon aus, dass sich mit den später angebotenen Autos auch bald das Angebot in Autovista erweitern wird.
