Lest in unserem Test, warum Forza Motorsport 4 schlicht die beste Fahrsimulation für die Xbox 360 ist.
Die Community-Features
Forza Motorsport 4
Wie schon in Forza 3 können wir auch in Forza 4 nicht nur Fotos schießen und Replays aufzeichnen, es ist auch möglich diese in den Shop hochzuladen, um sie anderen Spielern zur Verfügung zu stellen oder sie auf der Website forzamotorsport.net anzusehen. Die Standard-Fotos werden in einer 0,9 Megapixel Auflösung gespeichert, wohingegen es neuerdings möglich ist sogar Fotos in 8,9 Megapixel Auflösung aufzunehmen. Dazu braucht die Xbox 360 zwar eine geschätzte Minute zum generieren, das Ergebnis aber ist atemberaubend. Die so erzeugten Aufnahmen können wir im Forza-Shop auch gegen Credits zum Kauf anbieten, so wie unsere selbst erstellten Mustergruppen, Tuning-Setups, Auto-Designs oder gleich die kompletten Fahrzeuge, praktisch alles lässt sich im neuen Shop anbieten und kaufen.
Forza Motorsport 4
Bei den wirklich neuen Community-Features handelt es sich aber nicht um die neuen Funktionen im Shop, sondern um die Auto Clubs und den Rivalenmodus. Das mit den Rivalen kennen wir schon aus anderen Rennspielen. Damit besitzen wir die Möglichkeit einen anderen Spieler aufzufordern unsere erbrachte Rennleistung zu überbieten. Ist dieser Spieler auch noch in unserer Freundesliste, kommt das Message Center zum tragen, welches ein komplettes, ins Spiel integriertes Email-System darstellt. Dort erhalten wir nicht nur die Benachrichtigungen von Turn 10 über bevorstehende Events oder Herausforderungen gegen die Entwickler anzutreten, auch News zum Spiel werden dort verteilt und eben auch die Aufforderungen oder Erfolgsmeldungen unserer Rivalen. Damit ergibt sich eine wahrlich endlose Kette an neuen Rennen die wir anzugehen haben, bis wir an den Meister gelangt sind, den wir nicht mehr schlagen können, auf das wir uns den nächsten Rivalen suchen.
Forza Motorsport 4
Das vielleicht mächtigste Community-Feature sind die Auto-Clubs. Jeder Spieler kann einen Club gründen oder einem beitreten, also wirklich nur einem, man kann nicht in mehreren Clubs Mitglied sein. Diese Clubs können sich nun nicht nur gegenseitig herausfordern, worüber selbstverständlich ausführliche Statistiken geführt werden, sie verfügen auch über eine gemeinsame Club-Garage. Das bedeutet, dass man als Clubmitglied auf alle Fahrzeuge der Clubmitglieder zugreifen kann, auch derer, die nicht online sind. So kann man auch als einzelnes Clubmitglied daran arbeiten den eigenen Club an die Spitze der Leaderboards zu bringen. Was die Clubs selbst dadurch auch unglaublich mächtig macht, ist der Umstand, dass man seine Fähigkeiten teilen kann. Es kann sich also der Technikfreak um das Tuning der Club Cars kümmern, der Manager sorgt für die Rennen und der Designer für das entsprechende Aussehen der Club-Autos. Diesbezüglich dürfte Forza Motorsport 4 für eine Bindung unter den Spielern sorgen, wie es sie bisher in keinem Rennspiel ever gab.
Grafik und Sound
Forza Motorsport 4
Was Forza 4 von seinem Vorgänger grafisch deutlich abhebt, ist das neue, IBL (Image Based Lighting) getaufte Beleuchtungssystem. Diese aus der Hollywood-Filmindustrie stammende Technik sorgt für eine natürliche Beleuchtung der Szenerie, welche im Spiel für die gefühlte Überbelichtung der Schweizer Alpen sorgt und auf dem Nürburgring für die typisch deutsche Sonne. Die wahre technische Leistung dahinter aber ist, dass es in Forza 4 keine Framedrops gibt, die Simulation läuft in jeder Sekunde mit stabilen 60 Frames. Egal welche Kameraperspektive wir wählen, egal ob im Spiel oder im Replay, immer läuft die Simulation absolut flüssig ohne Framerate-Einbrüche. Selbst in den mehreren vorhandenen Rückspiegeln und den Spiegelungen auf den Autos selbst wird wirklich alles permanent mit 60 Frames pro Sekunde projiziert. Natürlich kommt an dieser Stelle die Frage ins Spiel, weswegen es in Forza 4 keinen Regen oder keine Nachtrennen gibt, worauf uns Dan Greenawalt auch eine absolut ehrliche Antwort gab. Zum einen nämlich wollte man keinesfalls, wie andere Entwickler, aufgrund eines aufwändigen Partikelsystems, wie es für Regenrennen notwendig gewesen wäre, die Framerate einbrechen lassen, denn irgendwo liegt auch die Leistungsgrenze einer Xbox 360 verborgen, und zum anderen wäre für Nachtrennen ein komplett anderes Beleuchtungssystem vonnöten gewesen. Denn man bedenke, bei 16 Autos auf der Strecke, von denen jedes zwei Scheinwerfer vorne und zwei Rückleuchten hinten besitzt, wäre die Berechnung der Lichteinflüsse deutlich komplizierter geworden. Das ist zwar kein Ding der Unmöglichkeit, aber es wäre innerhalb der angepeilten Entwicklungszeit und mit den 350 Fachkräften die zur Verfügung standen, einfach nicht möglich gewesen. Im Gegenzug bietet uns Forza 4 aber herrliche Stimmungen, welche wir besonders bei den Meisterschaften genießen können. Dort wird nämlich das jeweils erste Rennen am Morgen und das zweite Rennen am Abend des selben Tages ausgetragen, welches uns ein und dieselbe Rennstrecke bei absolut anderen Lichtverhältnissen erleben lässt.
Forza Motorsport 4
Der Sound von Forza 4, welcher die verschiedenen Motoren nahezu perfekt einfängt, ist fast über jeden Zweifel erhaben. Die gesamte Kulisse wird natürlich von den Motoren dominiert, Umgebungsgeräusche gibt es kaum wahrzunehmen, aber sie sind vorhanden, wie das Rauschen der Wasserfälle oder das Zwitschern der Vögel. Trotzdem halte ich die Windgeräusche nach wie vor für etwas unterdimensioniert und auch die Kollisionsgeräusche wirken sehr generisch. Besonders auffällig ist das Klirren von Glas, obwohl keine Scheibe optisch zu Bruch geht. Technisch scheint zudem der Soundchip mitunter in die Knie zu gehen, der nach längerem Spielen leichte Knackgeräusche von sich gibt. Dieses Phänomen konnten wir auf verschiedenen Xbox 360 Konsolen feststellen, auch wenn wir deutlich anmerken müssen, dass es nur auf hochwertigen Soundsystemen wirklich hörbar war und subjektiv empfunden auch erst nach längeren Sessions.
