Forza Motorsport im Gamezone-Test

Test Peter Grubmair

Unser garantiert auf der Verkaufsversion basierendes Forza-Review sagt euch wirklich was Sache ist.

Die Online-Karriere

Absolut einmalig in Forza ist die Möglichkeit seine Karriere nicht nur offline sondern auch online vorantreiben zu können. Steht uns beispielsweise ein Rennen für Heckmotoren mit Heckantrieb in der A1-Klasse bevor, können wir uns anzeigen lassen wie viele solche Rennen eben online stattfinden und einfach daran teilnehmen. Durch die vorgegebene Klasse ist festgelegt, dass alle Fahrer im Feld ziemlich gleich starke Autos besitzen und Chancengleichheit herrscht. Trotzdem ist das Feld nicht gezwungen dieselben Autos zu benutzen. An dieser Stelle bemerkt man wie ausgereift das verwendete Klassensystem ist, das sich besonders online voll entfalten kann.

Die Online-Konkurrenz ist stark Die Online-Konkurrenz ist stark Online gelten dieselben Regeln wie bei der Offline-Karriere, es werden also nach dem Rennen, entsprechend unseres Schwierigkeitsgrades und abzüglich des angerichteten Schadens am Fahrzeug und den Gegnern Credits ausbezahlt. Verwendeten wir beispielsweise keine Ideallinie erhalten wir mehr Credits als die Mitfahrer mit eingeschalteter Ideallinie usw. Auch wirken sich die Credits wieder direkt auf unseren Fahrerlevel aus. Es kann also jeder Teilnehmer für sich entscheiden wie hoch der Anspruch sein soll, obwohl alle am selben Spiel teilnehmen. Die Teilnehmerzahl ist übrigens auf acht Spieler gleichzeitig beschränkt.

Der wäre doch was Der wäre doch was Benötigen wir offline noch wenigstens die Profile zweier Spiele um mit Fahrzeugen handeln zu können, genügt online unser eigenes Profil und wenigstens ein tauschwilliger Spieler. Wie bei den Rennen selbst eröffnet man eine Lobby für maximal acht Spieler gleichzeitig, und schon kann man munter seine Autos verschachern. Doch empfiehlt es sich die Warnung im Spiel ernst zu nehmen, seltene Autos die man gewonnen hat lieber nicht zu verkaufen, da sie später nicht mehr vom Spiel selbst angeboten werden. Sind sie erst einmal weg, gibt es nur noch den Weg sie von anderen Spielern zu erstehen.

Xbox Live

Ab von der mehr als fordernden Karriere existieren in Forza auch noch die bekannten Xbox Live Modi. Ohne also auf unsere Karriere Rücksicht nehmen zu müssen und auf die Autos in unserem Besitz beschränkt zu sein, können wir per bekannter Funktionen des Opti- und Quickmatches Rennen austragen. Auf Wunsch jedoch ist es auch bei diesen Rennen möglich sie bewerten zu lassen, oder eben nicht, wie es uns bzw. dem Host gefällt. Neben dem kann die Fahrzeugklasse ebenso festgelegt werden wie die Auswirkung des Schadens auf das Fahrverhalten, welches sich von Kosmetisch über Begrenzt bis hin zu Simulation einstellen lässt. Am spannendsten freilich werden die Online-Rennen bei aktiviertem Spritverbrauch und Reifenabrieb, was die Boxenstopps unumgänglich macht.

Wie man von einem Online-Spiel der neuesten XBL-Generation erwarten kann ist es auch möglich einen eigenen Forza-Autoclub zu gründen. Bis zu 100 Spieler können sich in so einem Club vereinen und sodann nicht nur für sich selbst, sondern auch für den Club die Punkte einfahren. Denn neben den Statistiken zu den einzelnen Fahrer existieren selbstverständlich auch ausführlichste Club-Statistiken. An dieser Stelle offenbart sich wie praktisch es ist diverse Designs abspeichern zu können. Denn so ist es möglich dieses Design weiterzugeben um beispielsweise alle Autos im Club oder einer bestimmten Klasse im selben Look erscheinen zu lassen.

Das XBL-Menü Das XBL-Menü Wofür wir uns allerdings eine Nachbesserung wünschen würden wäre die Möglichkeit Sprachnachrichten aus Forza heraus verschicken zu können, dies geht augenblicklich nämlich nur über die Funktion jemanden einzuladen, was in Verbindung mit dem zweiten Manko, nämlich an Online-Rennen nicht teilnehmen zu können wenn man als Anfänger noch keinen entsprechenden Wagen besitzt, zu einem Problem aufschaukelt. Erhalten wir nämlich die Einladung zu einem Karriererennen und wollen joinen, kann es passieren das wir die Meldung erhalten, dass dies nicht geht weil uns ein entsprechendes Auto fehlt. Das Problem daran ist, das uns nicht verraten wird welches Auto damit gemeint ist, und wir, und damit sind wir wieder beim ersten Manko, auch nicht in der Lage sind den jeweiligen Host mitzuteilen weshalb wir nicht im Spiel erscheinen. Da hilft es nur selbst ein Spiel aufzumachen und von dort aus eine Einladung mit Sprachnachricht zu verschicken.

Statistikfreunde unter den Forza-Spielern können sich freuen, denn was uns hier geboten wird schlägt alles bis dato erhältliche. Praktisch für jede Strecke und jede Klasse existiert eine eigene Rangliste. Darüber hinaus gibt es natürlich ausführlichste Fahrer- und Club-Ranglisten, die mannigfaltig unterteil wurden, auf das man genau analysieren kann wer wo die schnellste Runde, die fehlerfreiste Fahrt oder die schnellste Zeit eingefahren hat.

Für Forza-Spieler ohne Xbox Live besteht noch die Möglichkeit bis zu acht Xbox-Konsolen lokal miteinander zu vernetzen.

Auf die Augen...

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, basiert unser Forza-Review auf der tatsächlichen Verkaufsversion, und nicht auf einer noch nicht fertiggestellten Presse- bzw. Beta-Version. Auch sämtliche gezeigten Screenshots stammen aus dieser Version, stellen also genau das dar was auch ihr auf eurem Schirm sehen werdet.

Gelungene Auto-Modelle inkl. Fahrer Gelungene Auto-Modelle inkl. Fahrer Die Autos selbst sind über jeden Zweifel erhaben, sehen mehr als gut aus und sind hochdetailliert. Man kann die einzelnen Spiegel in den Frontscheinwerfern ebenso erkennen wie den Fahrer bei seiner Arbeit im inneren des Autos. Jede Lenk- und Schaltbewegung führt er in Echtzeit aus, gerade so als würde er den Wagen führen. Auch die Felgen und Chromteile am Auto sind hervorragend umgesetzt und wirken wie echt. Wirklich erstaunlich aber wirkt erst das Schadenssystem, das unglaublich differenziert reagiert. Stossen wir einen Wagen von Hinten an, hinterlassen wir ein formschöne Beule samt Lackkratzer am Vordermann, und schlittern wir an ihm entlang, hinterlässt das hässliche Spuren am Lack, bis das blanke Metal hervorschaut. Bei den höheren Schwierigkeitsgraden aber endet das Schadenssystem nicht bei den Kratzern, sondern lässt uns Spoiler abbrechen und wirkt sich direkt auf das Fahrverhalten aus. So können wir nach einem seitlichen Aufprall nicht mehr damit rechnen, dass unser Auto geradeaus fährt, stattdessen wird es seitlich zu ziehen beginnen und bei höheren Geschwindigkeiten nervös zu Tänzeln beginnen. Dies geht bis zum Totalausfall des Wagens, was das Ausscheiden aus dem Rennen bedeutet und ziemlich ins Geld geht.

Nürburgring Nordschleife Nürburgring Nordschleife Die gebotenen Welten, von den Stadtstrecken in New York über die Hill Climbs in den Alpen bis hin zu den reinrassigen Rennstrecken wie sie die Nordschleife des Nürburgrings darstellt, müssen sich nicht verstecken. Zwar gibt es keine Bewegung in der Umwelt, doch ist der Detailgrad recht hoch und die Texturqualität mehr als gut. Besonders auf der Nordschleife fällt uns auf, da wir sie inzwischen ja schon in einigen Rennspielen befahren haben, wie Detailverliebt die Entwickler waren. Denn wo uns in den anderen Spielen immer eine leere Nordschleife geboten wird, besitzt die in Forza viele Zuschauer und Objekte neben der Strecke. Eben so wie es an einem Rennwochenende im Herbst aussieht wurde die Nordschleife umgesetzt, mit vielen Campingbusen, Zuschauern die neben der Strecke Grillen und nicht zuletzt dem braunen Blättern auf den Bäumen, die uns die Strecke ganz anders erscheinen lassen als im sommerlichen Grün der anderen Rennspiele. Nicht unerwähnt lassen darf man die hervorragende Sichtweite in Forza Motorsport, den besonders auf der Nordschleife, aber auch auf den Alpenstrecken bemerkt man wie weit man sehen kann. Oft sieht man schon Streckenteile die man erst in einer Minute erreichen wird, ganz ohne dass Straßenteile wieder verschwinden oder abtauchen würden. Kritisch betrachtet aber bemerkt man schon die ineinander gesteckt Baumstrukturen, die flachen Zuschauer und ganz selten auch eine sich beim Nähern noch ändernde Textur sowie fast schon vernachlässigbare PopUps. Dies alles hält sich aber soweit in Grenzen, dass man es beim Spielen selbst nicht bemerkt, gerade mal ein Zuschauer ist in der Lage den einen Baum am Berggipfel zu erkennen der etwas zu spät seine hochaufgelöste Textur geladen bekommt. Demgegenüber steht der bereits im Vorfeld groß angekündigte und tatsächlich absolut individuell ausgefallene Straßenbelag. Es scheint tatsächlich keinen Meter Asphalt zu geben der dem vorhergehendem gleicht. Zudem bleibt jede Bremsspur und jeder verlorene Splitter das komplette Rennen über erhalten. Ebenfalls sehr gelungen ist der Dunst im Spiel, wenn man ein Rennen recht früh am Morgen fährt. Dann nämlich erscheint die ganze Welt leicht unscharf und die Farben verlieren sich in der Entfernung, was für einen herrlichen Spieleindruck sorgt.

Die Stoßstangenkamera Die Stoßstangenkamera Während der Fahrt können wir aus vier verschiedenen Kameraperspektiven wählen, welche uns am idealsten erscheint. Es gibt zwei verschieden hoch positionierte Stoßstangenkameras, beide mit eingeblendetem Rückspiegel und der Möglichkeit per rechtem Stick auch seitlich schauen zu können, sowie zwei Verfolgerkameras, wovon sich die eine recht nah am Wagen befindet und die zweite, weiter entfernte einen etwas steileren Blickwinkel für die maximale Weitsicht bietet. Eine Innenkamera allerdings gibt es nicht, wir bekommen also nie die Armaturenbretter unserer Fahrzeuge zu Gesicht.

Die Verfolgeransicht Die Verfolgeransicht Auch im 16:9-Mode gibt es nichts an Forza zu mäkeln, denn es füllt - anders als von Electronic Arts her gewohnt - den kompletten Bildschirm bis zu den Rändern aus, auch die Menüs sind absolut bildfüllend, ganz so als wäre Forza sowieso für Breitbildschirme gemacht. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass es auch am 50 und 60 Hertz-Mode nichts zu bemängeln gibt. Weder ist einer der beiden Modi weniger flüssig noch wird man gezwungen ausschließlich mit Spielern der gleichen Bildwiederholfrequenz zu spielen. So wie man es heutzutage von einem vernünftig programmiertem Spiel erwarten kann können 50 Hertz-Spieler problemlos mit 60 Hertz-Spielern zocken, ohne das jemand benachteiligt wird.

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