Free Running im Gamezone-Test

Test Jonas Küßner

Es gibt Spiele, die machen Spaß und solche wie Free Running. Die PC-Version unterscheidet sich kaum von der alten PS2-Fassung.

Dass die nicht ungefährliche Freestyle-Sportart Parkour immer beliebter wird, merkt man nicht nur daran, dass man auf Youtube täglich neue Videos inklusive waghalsiger Sprünge zu sehen bekommt. Auch trauen sich immer mehr Entwickler an die Materie - nach "Free Running" für die PSP und die PS2 erregte im vergangenen Jahr vor allem Mirror's Edge, das sich an diesem Vorbild orientierte, für Aufsehen. Das Erstgenannte hingegen wurde nun von Reef Entertainment, ehemals Core Design (Tomb Raider), noch einmal überarbeitet und nachträglich für den Computer veröffentlicht. Ob sich für Fans der Kauf lohnt?

Wer bin ich und was mache ich hier?

Free Running Free Running Der Einstieg in Free Running läuft schnell und unkompliziert, nach der Eingabe des gewünschten Profilnamens sucht man sich einen von sieben Sportlern aus, welche sich in Aussehen, Geschlecht und in der Ausprägung dreier verschiedenerer Fähigkeiten (Laufgeschwindigkeit, Widerstandsfähigkeit und Sprinttempo) unterscheiden. Danach geht es gleich in die Trainingshalle, um die Grund- und weiterführende Steuerung des Spieles zu erlernen, was einem schon hier gehörig auf die Nerven geht, aber dazu später mehr. Wer sich auf eine Story freut und hofft, den kleinen Anfänger im Laufe der Zeit zum größten Parkours-Künstler der Welt zu verwandeln, wird enttäuscht werden. Zwar muss man bestimmte Aufgaben erfüllen und kann seinen Sportler verbessern, präsentiert wird das Ganze jedoch langweilig und unmotivierend.

Free Running Free Running Immerhin wartet Free Running aber mit einigen unterschiedlichen Spielmodi auf, die zumindest anfangs für die nötige Portion Abwechslung sorgen. Neben Wett-, Zeit- und freien Rennen muss man etwa bestimmte Checkpoints erreichen oder mit Tricks Highscores knacken. Wirklich gefallen hat aber lediglich "Crashtest", wo es darum geht, seinem Läufer durch schlecht ausgeführte Tricks möglichst viel Schaden hinzuzufügen. Hat man eine Aufgabe gemeistert, bekommt man zur Belohnung etwa neue Musik- oder Kleidungsstücke spendiert, letztere können gar - warum auch immer - die Fähigkeiten des Spielers verbessern. An sich zwar ein nettes Feature, das aber aus logischen Gründen stark an den Haaren herbeigezogen ist. Das Trick-Repertoire, selbstredend wichtig für das eigenwillige Parkour, erstreckt sich neben gewöhnlichen Sprüngen über Wall-Runs, -Flips und Kicks, die jeweils mit speziellen Tastaturanschlägen zu bewältigen sind. Auch von diesen lassen sich im Verlaufe des Spieles durch das Erfüllen von Missionen weitere freischalten und fortan beim Umherstreifen nutzen.

Wer ungern alleine auf Bestzeit- und Punktejagd gehen möchte, kann dies auch mit einem weiteren Kollegen. Ärgerlich ist, dass dies jedoch nur über LAN funktioniert, Split-Screen oder Online-Funktionen sind leider Fehlanzeige.

Wo bin ich und wo komme ich her?

Free Running Free Running Ungeachtet aller anderen Vor- und Nachteile von Free Running sticht vor allem die Steuerung hervor - negativ. Gerade bei einer solch schnellen und komplizierten Sportart sind fixe Trick-Kombinationen und perfektes Timing überaus wichtig, wegen der trägen Tastatur-Steuerung beißt man sich aber nicht selten die Zähne am Schreibtisch aus. So reagiert das Spiel oft zu spät oder gar nicht auf die getätigten Befehle, auch in Sachen (Ziel-) Genauigkeit beim Laufen hapert es gewaltig. Dazu trägt auch die genauso langsame und unglücklich in Szene gesetzte Kameraführung bei, die mit Richtungswechseln kaum klar kommt und die Übersicht beim Spieler somit zunichte gemacht wird. Ob hier die Wahl der Third-Person-Perspektive die Richtige war, ist zumindest zu bezweifeln, zumal gerade in Mirrors Edge die Ego-Sicht hervorragend funktioniert hatte.

Free Running Free Running Auch grafisch bekommt man hier nur mittelmäßige Kost geliefert. Langweilige, da monotone Texturen, unspektakuläre und zum Teil unrealistische Animationen, sowie der ein oder andere Clipping-Fehler sorgen für Ernüchterung. Immerhin kommen die verschiedenen Locations recht abwechslungsreich daher, sodass man in Einkaufszentren, im Hafen oder auf Baustellen sein Umwesen treiben kann. Wer aber einen fetzigen Soundtrack erwartet, sollte lieber selbst für die musikalische Untermalung sorgen: Wenige, dafür aber qualitativ grausame Songs sorgen eher, und das ist traurigerweise nicht übertrieben, für Frustration und Aggression, als beim Spieler auch nur irgendeine Art von Feeling hervorzurufen. Kaum mehr zu erwähnen ist, dass Lippenbewegungen und die (halbwegs gelungene) Synchronisation auf Kriegsfuß zu stehen scheinen.

Meinung

Wertung zu Free Running (PC)

Wertung:

3.2 /10
Pro & Contra
Genre unverbrauchtviele Spielmodiordentliche Synchronisationunterschiedliche UmgebungenFreischaltbares
Altbackene Grafiktrauriger Soundtracklangsame und ungenaue Steuerungträge und unübersichtliche Kameraführungkeine StoryMehrspielermodus nur zu zweit im LAN…
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