From Dust im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Ihr habt das Leben der Menschen in der Hand. Eine göttliche Simulation oder nur ein halbgares Aufleben eines gar ausgestorbenen Genres?

Naturkatastrophen am laufenden Band

From Dust From Dust Mit zunehmendem Spielverlauf steigt vor allem auch der Schwierigkeitsgrad geradezu exponentiell an und man muss wahrlich schon das Hinterstübchen auf Hochtouren bringen, um den zahlreichen Gefahren und dem unwegsamen Terrain trotzen zu können. Nicht immer landen die Menschen im Paradies, denn immerhin verheißen Wüsten, Lavaschluchten und trostlose Gegenden zumindest keinen guten Anfang für eine neue Siedlung. Dennoch wird das Volk emsig versuchen, zu überleben und feiert jeden gemeinsamen Erfolg mit euch. Darüber hinaus wechseln sich Naturkatastrophen wie Vulkanausbrüche und Tsunamis fast schon im Minutentakt ab. Wer nicht schnell genug Gegenmaßnahmen einleitet, versagt und muss viele seiner Gläubige dem Fährmann übergeben - ist der Verlust gar zu groß, seid auch Ihr als Gott ruhmlos Geschichte!

From Dust From Dust Dies zu verhindern gilt es sakrale Hilfe anzunehmen. Erobern die wuselnden Gläubigen in unserem Auftrag bestimmte Opferschreine, bekommen wir unterschiedliche Spezialfähigkeiten, die mit bedachtem Einsatz regelrecht Wunder wirken. Trennt ein reißender, wilder Fluss unbarmherzig das Eiland vom Hoffnungsschimmer umfluteten Portal, der Sog zu stark und schnell, als dass man nur feinen Sand aufschütten könnte, muss man zu anderen Mitteln greifen. Bevor dieser binnen Sekunden den Sand wegschwemmen kann, wird das Wasser kurzerhand für einige Sekunden in einer Zeitlupe gefroren. Schon entschwindet die Kraft der Naturgewalt und man kann Türmchen bauen, oder aber das fest gewordene Wasser per Zeiger aufsammeln und dann einfach eine Schneise herausschneide. Spätestens jetzt verspürt man die göttliche Allmacht über Leben und Tod und teilt wie Moses das Wasser um den Pfad zur Glückseligkeit zu offenbaren. Das sieht nicht nur biblisch aus, es ist genauso grandios göttlich.

From Dust From Dust Gegen einige Katastrophen können sich die Stammesbewohner durch mystische Kräfte gar selber währen, ohne dass ihr Gott Wasser über das Feuer schüttet, sich diverse spezielle Pflanzen zu Nutze macht oder schlicht einen Fluss entsprechend umleitet. Erlangen die Menschen bestimmte Artefakte, kann zum Beispiel eine Flutwelle die Flora und Fauna verwüsten, nicht aber das Dorf, welches unweigerlich dem Erdboden gleich gemacht worden wäre. Schafft man es also rechtzeitig vor Eintreffen einer Naturkatastrophe das jeweilige Wissen zu erlangen, überleben die Menschen und man muss nicht erneut mühselig alles aufbauen. Derartige Gedankenfallen bietet From Dust vor allem in der zweiten Hälfte des Abenteuers, welches gewaltige Naturkatastrophen in den Weg stellt und diesen unbarmherzig mit riesigen Stolpersteinen pflastert. Wenn alle möglichen Dinge aufeinander einprasseln und wir als Gott alle Hände voll zu tun haben, entfaltet der Titel aber sein komplettes Potenzial und lässt aus einem einfachen Download-Titel fast gar den Gegenwert eines Vollpreises rechtfertigen!

From Dust From Dust Fast! Denn der Spielumfang ist dennoch nicht sonderlich hoch und wird nur aufgrund von insgesamt 30 zusätzlichen, aber äußerst kniffligen Herausforderungen einigermaßen hoch gehalten. Diese wissen aber zu begeistern und sorgen noch mehr dafür, dass man über gegebene Situation nachdenken und des Rätsels Lösung finden muss! Für die besonders Hartgesottenen wird jede Insel im Abenteuermodus immer zu dem Zeitpunkt gespeichert, an dem man sie verlassen hat. So kann man auch später zurückkehren, und eine Welt weiterspielen. Es gibt immerhin optionale Ziele, wie etwa Flora und Fauna zu 100% auszubauen oder geheimes Wissen der Alten, welches als Kompendium im Menü eingesehen werden kann.

Tolle Optik

From Dust From Dust Grafisch gibt sich From Dust ebenfalls von seiner Schokoladenseite, ist zugegeben aber auch ein kleiner Blender, der vor allem mit schicken Effekten einen Augenschmaus serviert. Auf dem ersten Blick fällt der wabernde Nebel im Menü auf, der unsere Sinne fast gar umschmeichelt, dann aber ein meist sehr helles, mit sattem Grün und kontrastreichen Farben geprägtes Paradies, welches alsdann sich abwechselt mit staubigen Wüsten und feurig roter Laver durchzogen wird. Der zweite Blick offenbart die extensive Nutzung der Weichzeichnung, die darüber hinaus mit kleinen Flimmereffekten und Staubpartikel garniert wurde. Dadurch bekommt der Titel aber seinen ganz eigenen Stil und zusammen mit dem tollpatschigen Einwohnern einen eigenen Charme. Gerade wenn man das Treiben aus der Nähe betrachtet, fallen richtig ausgearbeitet Animationen der herum wuselnden Bürger auf!

From Dust From Dust Der Titel sieht für ein Downloadgame beeindruckend aus und wirkt zudem richtig Lebendig. Gefallen hat uns darüber hinaus die physikalische Spielerei mit Lavaströmen, Killerwellen und dem Sand, der richtig schön durch unsere Hände rieselt und kurz darauf mit einer üppig detaillierten Flora & Fauna überwuchert wird, nur um alsdann vom Wasser weggespült zu werden. Schütten wir einen Bach irgendwo auf und stauen ihn, wird er zwangsläufig den Sand mit der Zeit ausspülen oder sich seinen Weg anderswo bahnen. Veränderungen in der Natur sind also mit Vorsicht zu genießen und können sich immer wieder anderweitig auswirken - eine Gefahr, dessen man sich bewusst sein und daher auch darauf aufpassen sollte. Riesenwellen und Vulkanausbrüche verändern zudem das Aussehen der kompletten Insel in sekundenschnelle, da bleibt keine Verschnaufspause für Urlauber!

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