Ein akzeptabler Shooter, bei dem man es mit den riesigen und stark bewaffneten Wanzern ordentlich krachen lässt.
Wo ist die Sammelleidenschaft?
Front Mission Evolved
Ein anderes Manko sind die vielen Bossfights. Diese schwanken immer wieder zwischen frustig schwer und völlig belanglos. Abgesehen davon, dass man gefühlt ein Dutzend Mal gegen den gleichen Schurken antritt, da er von Level zu Level immer wieder abhaut, sind sie vor allem eines, unerträglich langwierig, da man sich über Minuten die Raketen um die Ohren haut, bis der Energiebalken endlich am Ende angelangt ist. Während der Aufträge findet man immer wieder Munitionskisten und Power-Ups, die die Panzerung des Wanzers wieder herstellen. Um weiteres Geld zu verdienen, dürfen wir allerlei versteckte Störsender, Embleme oder Geldkoffer sammeln. Aber irgendwie macht es kaum Spaß mit einem riesigen Mech, die recht kargen Landschaften nach irgendwelchen kleinen Leuchtitems zu durchsuchen. Selten waren Sammelaufgabe derart unnötig.
Front Mission Evolved
Die Spielzeit von Front Mission Evolved ist trotz wählbarer Schwierigkeitsgrade sehr überschaubar ausgefallen. Nach maximal fünf bis sechs Stunden ist die Zerstörungsorgie vorbei. Dafür wurde eine Online-Multiplayer integriert. Hier sind verschiedene Team-Modi oder auch eine Jeder gegen Jeder-Variante vorhanden. Obwohl der Mehrspieler keine großartigen Erkenntnisse mit sich bringt, macht er kurzzeitig durchaus Spaß, da man sich nicht wie üblich mit Soldaten sondern mit tonnenschweren Mechs bekämpft, die individuell ausgestattet sind. Langfristig verliert der Online-Modus trotz Levelaufstiegen dennoch zu schnell an Reiz.
Technisch veraltete Wanzer
Front Mission Evolved
Die Optik von Front Mission Evolved ist wenig spektakulär ausgefallen. Zwar kann man hier und da etwas von der Umgebung zerlegen und auch die Explosionen sehen ganz nett aus, der Rest ist jedoch wenig schmeichelhaft für die Augen. Kantige Levelumgebungen mit unscheinbaren Texturen prägen das triste Bild. Selten sind kleinere Highlights zu bewundern. Vor allem das Kantenflimmern sieht unschön aus. Dafür ist auf dem Bildschirm recht viel los, die Sichtweite lässt nicht zu wünschen übrig, während Ruckler die Seltenheit sind. Nett anzuschauen sind zudem die Wanzer, an denen man alle neu angebrachten Ausrüstungsgegenstände sieht. Dafür zeigen sich die Hardwareanforderungen auf dem PC sehr moderat. Leider kann der Rechenknecht technisch jedoch keinen Vorsprung gegenüber den Konsolen heraus kämpfen. Ist man zu Fuß unterwegs, fallen vor allem die kargen Innenräume auf, die austauschbarer nicht sein könnten. Der Sound ist krachig inszeniert, während die englische Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln nicht weiter negativ auffällt.
