Auch auf der PS2 hat Full Spectrum Warrior nichts von seiner Faszination eingebüsst, trotz der Verspätung.
Steuerung & Interface
Full Spectrum Warrior
Das verwendete Interface unterscheidet sich naturgemäß stark von allem was man bisher in diesem Genre gesehen hat. Die meiste Zeit sieht man das Geschehen aus der 3rd-Person Perspektive des jeweiligen Teamleaders oder der jeweils ausgewählten Person. Mit einfachem Tastendruck wechselt man zwischen den beiden Teams, in einigen Einsätzen kommt auch ein drittes Team "Charlie" dazu, durch. Bewegungsbefehle geben wir Anhand eines recht absonderlichen Kursors, der die Zielposition der vier Soldaten anzeigt, wobei der Teamleader, der zum Beispiel dafür zuständig ist als erstes um die Ecke zu schauen, hervorgehoben ist. Geben wir gleichzeitig den Befehl eine Richtung besonders zu schützen, verwandelt sich der Kursor in einen mehr oder weniger runden Kreis der das Blickfeld der Soldaten symbolisiert. Dieser zeigt auch an welche Stellen von der Position des Soldaten aus nicht einsehbar sind, so dass sich das jeweils andere Team darum zu kümmern hat. In dieser Situation begegnen wir auch einem alten Bekannten, nämlich dem Fog of War. Aktivieren wir diesen, werden alle Bereiche die von den Jungs nicht eingesehen werden können in einer künstlichen Unschärfe gezeigt. So kann man einzelne Soldaten anweisen in eine bestimmte Richtung zu schauen um auch alle gefährlichen Ecken abzudecken.
Mit dem Digikreuz kann man jederzeit zwischen den einzelnen Teammitgliedern durchschalten, um den Teamleader auszuwählen der das GPS bedient oder den Grenadier um Granaten zu platzieren. Einen direkten Schuss gibt man als Befehlshaber also nie ab, hat auch nie die direkte Kontrolle über die Soldaten, die darauf programmiert sind unsere Befehle streng nach den US-Army Regeln umzusetzen. Lediglich beim Einsatz des Granatwerfers bestimmen wir relativ exakt wie und wohin geschossen werden soll, den Abzug betätigt aber wieder der zuständige Grenadier.
Schwächere Grafik als Xbox und PC
Full Spectrum Warrior
Wer bereits die Xbox oder die PC-Fassung von Full Spectrum Warrior gespielt hat, dem fällt sofort die deutlich reduzierte Grafik auf. Um der Hardwareleistung der PS2 gerecht zu werden hat man deutlich an der Grafikschraube gedreht. Schlecht sieht der Titel zwar trotzdem nicht aus, doch ist die niedrigere Qualität der Texturen ebenso deutlich zu sehen wie die eingesparten Details und die deutlich niedrigere Framerate. Daraus resultierend sieht das was auf dem Schirm angezeigt wird gerne recht kontrastarm und matschig aus. Trotzdem muss man Pandemic ein Lob aussprechen, denn das Gameplay wurde nicht im Geringsten beschnitten und PS2-Spieler können sich auf dasselbe Spielerlebnis freuen wie Xbox und PC-Spieler.
Die Soundkulisse voller Blei
Full Spectrum Warrior
Erwartungsgemäß fiel die Soundkulisse ebenso authentisch aus wie der Rest des Spiels. Besonders die Gespräche zwischen den Soldaten geben ihr den letzten Schliff. Zwar hat man deren Stimmen nicht ins Deutsche übersetzt, lediglich die Texte sind in Deutsch vorhanden, das war aber sicher die bessere Lösung, da ansonsten viel von dem authentischen Spieleindruck verloren gegangen wäre. Denn schließlich handelt es sich ja um amerikanische Soldaten, da sollen sie ruhig Englisch sprechen. Denn zusätzlich ist das verwendete Englisch eher von der leicht verständlichen Sorte, so dass dies kein Hindernis darstellen sollte.
Die Waffengeräusche wurden ebenso gut ins Spiel integriert wie der generelle Kriegslärm, der uns von rasselnden Ketten über pfeifende Schüsse bis hin zu den knackigen Explosionen und den manchmal verzweifelten Rufen der Soldaten alles fürs Ohr bietet was es in einem Kriegsgebiet zu hören gibt. So habe ich mich nur selten so über das Geräusch eines Hubschraubers gefreut wie beim spielen von Full Spectrum Warrior, wenn die Pilotin mit ihrer seltsamen Aussprache meldet, dass sie alle Feindziele auf unserem GPS markiert hat und der Weg zum Evakuierungspunkt frei ist. Dann heißt es nur noch "Alpha and Bravo move!" bevor sich ein neuer Scharfschütze in Stellung bringen kann.
Coop per Netzwerkadapter
Full Spectrum Warrior
Per Netzwerkadapter ist auch ein richtiges Online-Gaming möglich. Dies beschränkt sich zwar auf zwei Spieler gleichzeitig, wovon jeder die Kontrolle über eins der beiden Teams übernimmt, wäre aber mit mehr Spielern kaum möglich gewesen. Derweil hat man auch zu Zweit beim erfüllen der gebotenen Missionen mehr als genug zu tun. Denn spielt sich beim alleine spielen die gesamte Taktik nur im Kopf des Spielers ab, gilt es beim Online-Zocken jeden Schritt mit seinem Mitstreiter abzusprechen, weswegen man um den Einsatz des USB-Headsets nicht herumkommt. Denn nur wenn man sich gegenseitig schützt und gemeinsam vorgeht hat man Aussicht auf Erfolg. Ein Vorankommen in der Art "Du gehst da 'rum und ich geh dort 'rum", wie wir es von einigen Egoshootern her kennen, ist in Full Spectrum Warrior nicht möglich. Denn nach wie vor gilt, dass bereits wenige Gramm ummanteltes Bleigeschoss die gesamte Mission gefährden können und sich hinter jedem Fenster und jeder Ecke ein Scharfschütze verbergen könnte. Denn auch der Aufklärungshubschrauber sieht nicht alles. Genau darum sollte man sich beim online Spielen immer genau an die Vorgehensweise halten die man in der Grundausbildung gelernt hat.
