Tosender Mörser und fliegende Blechfetzen. Der etwas andere Twin-Stick Shooter auf dem Xbox Live Arcade Marktplatz.
Die Macht der Kanonen
Gatling Gears
Genauso kräftig, wie der Sound aber aus den Boxen dröhnt und geradezu den zweiten Weltkrieg ins Wohnzimmer transferiert (der Nachbar wird sich definitiv bei den satten, ohrenbetäubenden Explosionen und den dröhnenden Mörsern bedanken), trumpfen auch die diversen größeren Blechmonster und Endgegner auf, die sich unserem Getling Gear Piloten in den Weg stellen. Seien es überdimensionierte Blechfässer mit Greifhaken, übel ausgestattete U-Bote oder riesige militärische Züge, der Entwickler hat stets eine Überraschung parat, die vor allem spielerisch die Ballerorgie ordentlich auflockert und das Dauerfeuer durch taktische Manöver ersetzt. Wie bei so manch anderem Weltraumshooter oder den japanischen Schmups attackieren diese Zerstörungsmaschinen mit flambierten Angriffsmustern und einen wahren Salven-Stakkato, so dass die Griffel auf dem Controller geradezu ins schwitzen kommen und man nur noch selten Gelegenheit für einen eigenen gezielten Schlag hat. Dazu noch zusätzliche schwere Artillerie sowie ein riesiger Trupp an bis an die Zähne bewaffnete Soldaten und der unerbittliche Kampf nimmt seinen Lauf.
Gatling Gears
Zum Glück unterscheidet sich Getling Gears nicht nur aufgrund der Thematik, der leider in englisch gehaltenen Story und der optisch reizvollen Perspektive von normalen Twin-Shootern: Der Mech ist neben der Dauerfeuer-Kanone (rechter Stick) mit zusätzlichen Raketen und Granaten ausgestattet und kann damit schweres Geschütz recht schnell in seine Einzelteile zerlegen. Einzig allein die Steuerung der Granate ist äußerst gewöhnungsbedürftig und wird selbst mit Erfahrung oft das Ziel verfehlen. Wird es brenzlig, vermag die Superwaffe der letzte Ausweg zu sein. Diese ist zwar schick in Szene gesetzt, lässt die Grafikmuskeln der Konsole geradezu spielen und vernichtet alles, was auf dem Bildschirm kreucht und fleucht, mindert aber den Highscore um satte 10.000 Punkte. Dieser bildet sich aus spielerischen Erfolgen, zerstörten gegnerischen Einheiten, der eigenen Trefferquote und weiteren Dingen und wird natürlich auch im weltweiten Netz verewigt. Etwas leichter wird die Alltagsarbeit mit den zusätzlichen Upgrades. In jedem Abschnitt finden sich - nicht gerade sonderlich aufwendig versteckt - Goldbarren, die im fliegenden Shop gegen bessere Waffensysteme eingetauscht werden könne. Dadurch lohnt sich auch die Wiederkehr in ein altes Areal, da sich der Mech gestärkt wesentlich erfolgreicher durch die Pampa wälzt.
Gatling Gears
Parallel zur militärischen Karriere, der Kampagne, sorgt ein Überlebensmodus für Schweißperlen auf der Stirn. Mit dem Standard-Mech ohne erworbene Upgrades gilt es zahlreiche Wellen an feindlichen Angriffen zu überstehen und dabei die eigenen Gebäude zu schützen. Leichter gesagt, als getan, denn der Schwierigkeitsgrad zieht selbst auf dem niedrigsten Niveau recht schnell an. Getling Gears legt es geradezu auf den kooperativen 2-Spieler Mehrspielermodus an, der an einer einzigen Konsole offline, oder aber über das Internet gespielt werden kann. Die Schützenhilfe kommt vor allem im Survivel-Mode gut an, erfordert aber ein eingespieltes Team. Denn einerseits geht im schon vorhandenen Chaos die Übersicht noch mehr verloren und zum anderen scheinen die Feinde auch nicht auf dem Kopf gefallen zu sein und agieren irgendwie etwas aggressiver. Dennoch vermag der Titel zusammen mit einem Freund geradezu Höhenflüge absolvieren zu wollen und kann durchaus einige vergnügliche Spielstunden bereiten!
