Schon wieder ein Gehirn-Spiel mit Dr. Kawashima? Gab es da nicht erst vor wenigen Tagen eines?
"Aber Moment mal! Es kam doch erst ein Gehirn-Spiel mit Dr. Kawashima für den PC auf den Markt? Testet Gamezone jetzt alle Spiele zweimal?" So könnten die Gedanken eines Lesers aussehen, der gerade den Test zu "Gehirntraining mit Dr. Kawashima" entdeckt hat. Zugegeben, auch wir waren zunächst überrascht, dass in so kurzer Zeit gleich zwei "Kawashimas" ihren Weg auf den PC fanden. Das erst kürzlich von uns getestete "Gehirn Joggen mit Dr. Kawashima" ist aber von einem anderen Entwickler und lehnt sich stärker an das DS-Vorbild an. Beim "Gehirntraining" (nicht Jogging!) handelt es sich hingegen um eine freiere Umsetzung, die speziell für den PC konzipiert wurde. Es sind also durchaus Unterschiede vorhanden, doch wie äußert sich das beim Spielen?
Das Spielprinzip bleibt das gleiche!
Auch wenn sie immer beliebter werden, sind "Hirnspiele" eigentlich sehr untypische Videospiele, die aus dem normalen Raster fallen. Auf den ersten Blick scheinen sie nicht sonderlich viel zu bieten. Es gibt keine Geschichte, die der Spieler verfolgt, keinen Hauptcharakter (außer dem Spieler selbst) und keine grafischen Offenbarungen, über die man berichten könnte. Was bleibt also übrig? Das Spielprinzip, die Statistiken und alles drumherum.
Gehirn Joggen mit Dr. Kawashima
Das Spielprinzip ist schnell erklärt: Es geht darum sein Gehirn durch das Lösen kleiner Aufgaben in Form zu halten. So wie man seinen Körper im Fitness-Studio stählt, so sorgt man anhand intelligenter Übungen für die geistige Fitness im Kopf. Im Vergleich zu anderen Videospielen also eigentlich eine tolle Sache. Was mache ich denn, wenn ich ein "normales Videogame" komplett durchgespielt habe? Ich warte auf die Fortsetzung. Bestenfalls hatte ich beim Durchspielen sehr viel Spaß und je nach Genre habe ich auch ab und an mein Köpfchen einsetzen müssen, aber einen "praktischen Nutzen" kann man daraus eher selten ziehen. Beim Gehirnjoggen ist das ein wenig anders. Obwohl man sicherlich nicht zum Einstein wird, weil man täglich ein paar Aufgaben löst, kann ein solches Spiel dennoch dabei helfen, seinem Hirn immer wieder die nötige Anstrengung zu bieten, um vor geistiger Austrocknung zu bewahren. Wer auf ein solches Training verzichtet wird natürlich auch nicht plötzlich dumm, aber es kann ja nie schaden seine grauen Zellen immer wieder auf die Probe zu stellen.
30 Übungen in vier Bereichen
Anders als beim "Gehirnjogging" sind die Übungen beim "Gehirntraining" nicht bestimmten Hirnregionen zugeteilt. Die 30 unterschiedlichen Aufgaben werden ganz banal in die vier Bereiche Logik, Gedächtnis, Rechnen und Sehen unterschieden. Es ist nicht schwer zu erraten, welcher Aufgabentyp uns beispielsweise beim Bereich des Gedächtnisses erwartet, doch um eine genauere Vorstellung der einzelnen Übungen zu bekommen, werden an dieser Stelle einige exemplarisch erläutert.
Logik
Stein, Schere, Papier
Gehirn Joggen mit Dr. Kawashima
Wer kennt es nicht, das beliebte Spiel "Stein, Schere, Papier (oder auch Schere, Stein, Papier...)? So einfach das Prinzip auch sein mag, so schnell kann man auch Fehler machen. Auf dem Bildschirm wird eine Hand angezeigt, die entweder einen Stein (= Faust), eine Schere (= Zeige- und Mittelfinger, sowie Daumen abgespreizt) oder ein Papier (= flache geöffnete Hand) darstellt. Dazu gibt es eine Anweisung, wie etwa "Gewinne!" oder auch "Verliere!". Die Regeln sind wie folgt: Schere schlägt Papier, Papier schlägt Stein und Stein schlägt Schere. Man sollte also zunächst genau lesen ob man gewinnen oder verlieren muss und dann die entsprechende Hand auswählen und mit dem Mauszeiger anklicken.
Evolution? Revolution?
Bei dieser Übung geht es darum, ein passendes Tierkind zu finden. Es werden die beiden Eltern dargestellt (z.B. der Vater mit Haifischkopf, Fischflosse, Kamelbeinen... und die Mutter mit Krokodilskopf, Hundebeinen und Kamelschwanz). Nun muss man genau schauen welche Merkmale die Eltern aufweisen, da das Kind nur aus Körperteilen bestehen kann, die bei mindestens einem Elternteil vorkommen (z.B. Kind mit Krokodilskopf, Kamelbeinen und Kamelschwanz). Es kommt immer nur ein richtiges Kind in Frage, sodass dieses identifiziert und angeklickt werden muss.
Zahnradspur
Es wird ein großes Zahnrad gezeigt, das ein ganz bestimmtes Zackenmuster besitzt. Etwa immer zwei abgerundete Zacken und dazwischen jeweils eine spitze Zacke. Darunter sind ein paar Beispiele für verschiedene Abdrücke im Asphalt dargestellt, die das Zahnrad möglicherweise hinterlassen könnte, wenn man es rollen würde. Die Spuren müssen nun also genau mit der Beschaffenheit des Zahnrades abgeglichen werden, sodass man daraus schließen kann, welche Spur dazu passt und welche nicht in Frage kommen können.
Gedächtnis
Bilderfolge
Es ist schon fast selbsterklärend, was hier vom Spieler gefordert wird. Nachdem eine Bilderfolge, bestehend aus einigen abstrakten und auch gewöhnlichen Symbolen, eingeblendet wurde (z.B. eine Lupe, ein Apfel, ein Hamburger und ein Kreis), verschwinden diese kurz darauf wieder. Sie erscheinen nun in zufälliger Reihenfolge am unteren Bildschirmrand, sodass man sie in der Reihenfolge anklicken muss, in der sie sich noch zuvor befanden. Man muss sich also anfangs die richtige Reihenfolge genau einprägen.
Wer ist wer?
Gehirn Joggen mit Dr. Kawashima
Ähnlich wie bei der Bilderfolge muss man sich auch hier eine bestimmte Vorgabe merken. Allerdings wird diese nicht aus Symbolen gebildet, sondern aus Personen. Über der Person steht ihr Name (etwa Manuel oder Melanie) und darunter sieht man ihr Gesicht und ihre Bekleidung (Hemd/Bluse, Hose/Rock). Einige haben auch einen Gegenstand dabei (Hantel, Regenschirm, Tasche). Nun wird eines dieser Merkmale eingeblendet. Es kann passieren, dass man nur einen Regenschirm zu sehen bekommt und dann nach dem Namen der Person gefragt wird, die ihn getragen hat. Das Skurrile dabei: Auch wenn eine Person Manuel heißt, war das für die Entwickler kein Hindernis, diesem (eigentlich männlichen Wesen) eine Bluse mit eindeutig weiblichen Eigenschaften zu verpassen. Hingegen gibt es auch die ein oder andere Melanie, die mit Vollbart und Hantel daher kommt. Vom Namen oder dem Gesicht allein kann man also nicht automatisch auf andere Eigenschaften schließen, sodass man sich wirklich sämtliche Details genau einprägen sollte.
Heimweg
Beim Heimweg geht es darum, den Weg nach Hause zu finden. Dabei scheint man sich wohl direkt auf einer Weltreise zu befinden, denn man kommt an der Chinesischen Mauer vorbei, streift mal eben den Schiefen Turm von Pisa oder andere bekannte Sehenswürdigkeiten wie die Pyramiden von Ägypten. Aus der Ego-Perspektive sieht man wie diese an einem vorbeiziehen. Das Entscheidende ist nun aber, wo man an welcher Sehenswürdigkeit abgebogen ist. Am Ende wird man nämlich gefragt ob man etwa beim Schiefen Turm von Pisa geradeaus, nach links oder nach rechts laufen muss. Wer also nicht aufgepasst hat verschenkt wertvolle Punkte.
