Ein bisschen Comic-Grafik, ein bisschen Shooter, ein bisschen MOBA - das war auf der diesjährigen E3 bei vielen Publishern zu sehen. Microsofts Eigengewächs heißt Gigantic - und wirkt irgendwie generisch.
Shooter-MOBAs sind ganz offensichtlich in. Blizzard hat Overwatch, 2K Games Battleborn und Microsoft – ja die haben Gigantic. All diese Spiele haben eins gemein: Den Comic-Look. Gigantic kommt von Motiga Games, einem unabhängigen PC-Studio, für Xbox One und Windows 10. Sogar untereinander kann man spielen. Jedoch nur, wenn man dies ausdrücklich wünscht – weil man mit Maus eben besser zielen kann als mit dem Gamepad.
Fünf plus eins
Quelle: Motiga
Spieler müssen andere Spieler oder Mobs töten, um ihren Hüter zum Angriff auf den anderen Hüter vorzubereiten.
In Gigantic treten jeweils fünf Spieler gegeneinander an. Zusätzlich dazu hat jedes Team einen gigantischen Hüter – daher auch der Name. Um diese Hüter, beispielsweise in Form einer Schlange oder einer Eule, geht es: Das Team, das den gegnerischen Hüter zuerst besiegt, gewinnt. Direkt angreifen geht aber nicht. Wir müssen erst Kraft aufbauen, indem wir Mobs und kleine Monster töten, die zum gegnerischen Team gehören. Und natürlich fremde Spieler. Mit jedem Kill gewinnt unser eigener Hüter an Kraft für einen Angriff auf den Feind. Ist der Fortschrittsbalken voll, greift unser Gigant den gegnerischen an – und lähmt ihn. Jetzt ist er für kurze Zeit ungeschützt – perfekt um anzugreifen!
Doch der Weg ist weit: Anfangs stehen sich die Giganten auf der spiegelverkehrt gegenüber. Um anzugreifen, muss man sich also tief ins Feindgebiet kämpfen. Nach dem Angriff geht das Ganze von vorn los: Beide Teams versuchen schnell genug Mobs zu töten, um zu einem neuen Schlag auszuholen.
Komischer Comic-Shooter
Quelle: Motiga
Das Ziel ist: Den feindlichen Hüter töten.
Seit einem Jahr befindet sich Gigantic in einer Alpha-Preview. Die Entwickler wollen das Balancing richtig hinbekommen, deshalb testen sie schon so lange, erzählen sie auf der E3. Aus 16 Helden kann man derzeit wählen. Sie sind typische Comic-Typen: Knallbunt, nicht zu ernst und trotzdem soll es ein Shooter sein. Einer der vorgestellten Charaktere hat beispielsweise ein Schild bei sich. Mit dem reflektiert er Schaden – entweder wild im Raum oder direkt zurück zum Absender.
Ein Schild, so die Macher, schützt aber nicht nur den Spieler selbst. Viele der Fähigkeiten und Gadgets sollen sich auch auf die Umwelt auswirken. So können wir beispielsweise zwischen einen unserer Mobs und einen Angreifer springen und den Schaden reflektieren. Auf diese Weise verweigern wir dem Feind einen Kill – und damit die Power, die nötig ist, um unseren Hüter anzugreifen.
Doch bei all dieser Taktik, so recht will Gigantic bei uns nicht fruchten. Das Spielprinzip wirkt etwas lieblos und passt so gar nicht in die MOBA-Szene. Bei einem Publikum, das League of Legends und Dota gewöhnt ist, hat es Gigantic mit seinen alternativen Spielszenarien und dem "One-Lane"-Prinzip schwer. Und als reiner Shooter geht es bei Action-Freunden eben auch nicht durch. Am meisten scheint aber leidet das Gameplay: Gigantic vermischt PvP, PvE und diese gigantischen Hüter. Das wirkt überfrachtet.
