... ist eines dieser Spiele, welches derart motivierend ist, dass man es am liebsten in einem Zug durchspielen will.
God of War 3
God of War 3 macht einfach süchtig und weist kaum eine Länge auf. Man kann dem Spiel höchsten ankreiden, dass es keine all zu großen Neuerungen im Vergleich zu den Vorgängern bietet. Teilweise wird man das Gefühl nicht los, dass man die eine oder andere Stelle fast genau so im letzten Teil gesehen hat. Im Kern bleibt der Rachefeldzug des Ex-Gottes grundsätzlich ein gewöhnlicher, dafür aber extrem spaßiger, Hack & Slay-Titel, den man zu gerne mehrmals durchspielt. Darüber hinaus geht der Umfang völlig in Ordnung, da man für den ersten Durchgang ca. 10 Stunden benötigen wird. Da der Wiederspielwert durchaus gegeben ist und man sich sogar noch in diversen Herausforderungen versuchen darf, bekommt man genügend Inhalt für sein Geld. Selbst die Trophäen sind ungemein motivierend verteilt. God of War 3 ist fast bis ins letzte Detail durchgestylt.
Eine technische Augenweide?
God of War 3
Ja, kann man so behaupten, auch wenn God of War 3 genreübergreifend auf der PlayStation 3 nicht die Grafikkrone gewinnen wird. Da sah ein Uncharted 2: Among Thieves in Sachen Texturen, Licht- und Schatteneffekten sowie dem Design einen kleinen Tick besser aus. Ein ähnlich gestricktes Dante's Inferno wird jedoch in Grund und Boden gestampft. Die Abwechslungsreichen Areale, die sich von der tiefsten und dunkelsten Unterwelt bis zur Spitze des Olymps ziehen, weisen extrem viele Momente auf, bei denen man kurz anhalten und bewundern muss. Die Architektur der Gebäude kann entzücken und wird durch gelungene Kamerafahrten positiv unterstützt. Leider verliert man wegen der nicht frei justierbaren Kamera ab und an den Überblick. Darüber hinaus ist God of War 3 technisch nahezu fehlerfrei, obwohl kleine Ruckler zu bemerken sind. Wenn Kratos jedoch mit seinen Verbannungsklingen gegen mehr als 30 Feinde gleichzeitig antritt, wird ein wahres Feuerwerk entbrannt, bei dem man diesen kleinen Fehler getrost vergessen kann, abgesehen von der teilweise enormen Weitsicht.
God of War 3
Während die Texturierung nie Anlass zu Kritik gibt, hätten die Macher vielleicht bei dem einen oder anderen Lichteffekt etwas nachbessern können, genau so wie bei den Animationen. Kratos wirkt in den Zwischensequenzen häufig zu steif. Die Mimik ist hingegen sehr gut gelungen, was auch den Polygon-haltigen Modellen zu verdanken ist. God of War 3 benötigt keinerlei Installation. Zudem muss das Spiel nach dem Spielstart nur ein einziges Mal laden, danach marschiert man durch das gesamte Abenteuer, ohne nur einen einzigen Ladebildschirm zu sehen. Von dem Streaming im Hintergrund bekommt man ebenfalls nichts mit. Die Optik von God of War 3 ist sicherlich nicht perfekt, durch das tolle Design und die kaum auftretenden Ungereimtheiten hat sich das Spiel die vollen 10 Punkte in der Grafikwertung ganz knapp verdient.
God of War 3
Der orchestrale Soundtrack von God of War 3 ist hingegen eine unvergessliche Wucht, perfekt abgemischt, wahlweise in 7.1. Jede einzelne Stimmung wird nahezu perfekt eingefangen und rundet das Geschehen gelungen ab. Doch auch hier muss man festhalten, dass sich die Entwickler deutlich bei den Vorgängern bedient und viele Stücke übernommen haben, auch wenn man ebenfalls neue Klänge zu hören bekommt. Dennoch möchte man den Jungs die Wiederverwertung kaum übel nehmen. Es kracht wirklich an jeder Ecke, weswegen die Spieler ihrer Surround-Anlage dankbar einen Schmatzer verpassen sollten, und virtuell natürlich auch den Entwicklern. Typisch für Sony ist auch die deutsche Sprachausgabe mehr als gelungen ausgefallen, obwohl das englische Original am Ende einen Tick besser klingt. Dennoch gibt uns Sony kaum einen Anlass über die Sprecher zu meckern, ganz im Gegenteil, Kratos wurde perfekt synchronisiert, das ist ein Niveau, wie man es von Hollywood-Filmen kennt, nicht mehr, nicht weniger.