Golden Sun: The Lost Age im Gamezone-Test

Test GreenAcid

Ein Nachfolger der zwar nicht viele Neuerungen bietet, aber dennoch für lange Zeit begeistern kann.

Eine himmlische Erweiterung!

"The Lost Age" oder "Die vergessene Epoche" ist eigentlich kein "echter" zweiter Teil von Golden Sun, das Spiel hat sich nämlich in seinem Gameplay und seinen Features überhaupt nicht verändert, vielmehr wird die spannende Geschichte rund um Isaac und seine Freunde hier nahtlos weitererzählt. Dieser Nachfolger wirft den Spieler diesmal direkt ins Geschehen, er beginnt zeitlich gesehen am Ende des Vorgängers, allerdings bei einer anderen Gruppe von Abenteurern welche sich aus Felix, Jenna, und Kraden zusammensetzt. Diese sind gerade dabei sich durch den Venus Leuchtturm zu kämpfen, als die Geschichte ein weiteres mal eine überraschende Wendung nimmt und die tapfere Gruppe auf einen völlig neuen Kontinent verschlägt, auf dem es natürlich viele neue Orte zu entdecken und noch größere Feinde zu bekämpfen gibt.

Es ist natürlich möglich, aufgrund einer kurzen Einführung zu Beginn des Spiels, direkt mit diesem Nachfolger in die fantastische Welt von Golden Sun einzutauchen, wir aber empfehlen jedem Interessierten den Anfang dieser epischen Geschichte selbst zu spielen. Dies macht vor allem auch deshalb Sinn, weil man dann nicht nur ein besseres Verständnis für die komplexen Zusammenhänge der Story hat, sondern auch seinen Spielstand inklusive aller Charakterwerte und Items aus dem Vorgänger übernehmen kann.

Golden Sun gibt dem Spieler sehr viel Freiheit, das ist natürlich in gewisser Hinsicht von Vorteil, so kann man sich stellenweise auch mehreren Aufgaben in beliebiger Reihenfolge widmen und hat dabei ein viel größeres Gefühl von spielerischer Freiheit. Diese birgt natürlich auch einige Gefahren, denn es ist auch uns des öfteren passiert, dass wir nach einer langen Reise quer durch die Welt am Ziel angekommen sind, nur um dann verärgert festzustellen, dass ein wichtiges Item oder eine wichtige Aufgabe an anderer Stelle vergessen wurde. Das Spiel hätte hierbei den Spieler etwas mehr an der Hand nehmen können und ihm den Zugang zu neuen Bereichen erst ermöglichen sollen sobald er die nötigen Vorraussetzungen dafür erfüllt hat. In diesem Zusammenhang können die zufallsgesteuerten Kämpfe natürlich besonders zu nerven anfangen, weil man ein weiteres mal an das andere Ende der Welt reisen muss, nur um die vergessene Aufgabe zu erledigen. Zwar können die Kämpfe oftmals durch einen äußerst praktischen Zauberspruch namens "Avoid" vermieden werden, in Gegenden mit stärkeren Feinden wird aber auch dieser zwecklos. Auch hätten wir uns eine Art "Questlog" gewünscht, in dem man nachsehen kann was als nächstes ansteht und was bereits erledigt wurde. Besonders nach längeren Spielpausen hätte so ein Feature eine willkommene Erleichterung dargestellt.

Dies war es dann aber auch schon mit den negativen Seiten von Golden Sun, das Spiel ist ansonsten einfach fantastisch und macht geradezu süchtig - so wie eben ein gelungenes Rollenspiel sein soll. In den zahlreichen Dungeons wird nicht selten das logische Denken des Spielers gefordert, stellenweise äußerst knacke Schiebepuzzles und Rätsel sorgen für reichlich Abwechslung. Hinzu kommen natürlich etliche versteckte Schätze, die nur dem wirklich engagierten Abenteurer, der auch den letzten Winkel absucht, auffallen werden. Diese fesselnde Such- und Sammellust wird durch das einmalige Feature der "Djins" auf die Spitze getrieben. Ein "Djin" ist ein magisches Wesen, welches sich oftmals erst nach einem Kampf unserer Gruppe anschließt und die Fähigkeiten und Zaubersprüche des Trägers aufbessert. Wer also möglichst alle Djins sammelt, hat es im späteren Spielverlauf wesentlich einfacher. Nicht selten verstecken sich diese kleinen Magiewesen an den verrücktesten Stellen und es braucht schon einige Überlegungen bis man sie endlich zu fassen bekommt. Wer sich hierbei etwas an die berühmten Pokemon erinnert fühlt, liegt gar nicht mal so daneben, eine vergleichbare Sammellust stellt sich auch hier sehr schnell ein.

Das Kampfsystem des Spiels folgt größtenteils den Regeln der Konsolen-RPG's, hat aber auch so manche Besonderheiten: Wenn man z.B. alle Partymitglieder den selben Gegner angreifen lässt, dieser aber bereits von unserem ersten Kämpfer besiegt wird, dann sind die übrigen Mitstreiter leider nicht schlau genug um sich automatisch den nächsten Bösewicht vorzuknöpfen. Hier hätten wir sehr gerne eine Verbesserung zum Vorgänger gesehen - schade drum. Wer seine Djins übrigens vor einem Kämpf ablegt, darf diese in den Kämpfen zu extrem mächtigen Waffen werden lassen: Inspiriert von Final Fantasy's "Guardian Forces" können sich hier mehrere Djins der gleichen Sorte zu einer besonders heftigen Waffe verbinden, welche ebenfalls mit einer wunderschönen Animation aufwarten kann und so ziemlich alles an Gegnern regelrecht vom Bildschirm putzt.

In technischer und grafischer Hinsicht hat sich, wie bereits eingangs erwähnt, nicht viel getan, die Entwickler des Spiels sind aber auch gar nicht darauf aus gewesen. Wer sich hier ein noch besser aussehendes Spiel erwartet, wird enttäuscht sein, aber bereits die Grafik des Vorgängers konnte sich, vor allem in den Kampfsequenzen, durchaus sehen lassen und reizte die Möglichkeiten eines GBA mehr als gelungen aus. Auch dieser Nachfolger braucht sich nicht vor Vergleichen mit erfolgreichen SNES-RPG's zu scheuen, das Spiel hat grafisch so ziemlich alles zu bieten was ein gutes Rollenspiel auf 16-Bit Niveau benötigt. Musikalisch wird man zwar nicht mit sonderlich neuen Stücken verwöhnt, hier gilt aber ebenfalls das Motto: "Was bereits so gut war, kann kaum noch verbessert werden". Der Soundtrack von Golden Sun ist sicherlich einer der Besten auf dem GBA und man hört ihn auch im Nachfolger immer noch sehr gerne.

Meinung

Wertung zu Golden Sun: The Lost Age (GBA)

Wertung:

9.2 /10
Pro & Contra
sehr viele Puzzles und Rätselspannende Storyinnovatives Djin-Featuresehr lange Spielzeitoptisch und akustisch herausragend
stellenweise etwas zu viel spielerische Freiheit
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