Auch wenn die spielerischen und optischen Highlights ein wenig fehlen, zeigt sich der Wii-Shooter ohne größere Schwächen.
Kontrolle ist alles
GoldenEye 007
GoldenEye lässt sich auf verschiedene Arten steuern. Wer kein Risiko eingehen will, nutzt den Classic- oder GameCube-Controller. Wenn man sich jedoch für die Bedienung via Wiimote und Nunchuk entscheidet, braucht man zwar als Maus- und Gamepad-Akrobat zwar etwas Eingewöhnungszeit, doch dafür bekommt man eine der präzisesten Steuerungsmöglichkeiten auf der Wii. Zwar kann man sich manchmal nicht schnell genug drehen, doch dank vieler zuschaltbarer Hilfen und Empfindlichkeitseinstellungen entsteht ein sehr gutes Gefühl für die einzelnen Waffen. Es macht einfach Spaß mit der Wiimote auf den Feind zu zielen. Nur das Steuerkreuz für das Wechseln der Knarren ist für einige Hände sicherlich etwas ungünstig platziert worden, ebenso wie die Nachtsicht auf dem "2"-Button, für den man mit der Hand umgreifen muss.
Zuträglich sind die verschiedenen Steuerungsvarianten im Multiplayer-Modus, der klassischerweise einen Splitscreen für bis zu vier Spieler unterstützt. Dafür geht die Übersicht ein wenig flöten. Der Online-Modus für bis zu acht Teilnehmer ist da weitaus motivierender, auch wenn der direkte Kontakt mit Freunden ebenfalls seine Vorteile hat. In jedem Fall stehen eine Vielzahl von Spielvarianten zur Verfügung, die allesamt sehr gut ausbalanciert sind. Man besetzt Flaggen, gibt sich Deathmatches hin oder jagt einem speziell ausgewählten Spieler. Je nach Können und erfolgreichem Abschluss einer Partie werden Punkte verliehen, mit denen man im Rang aufsteigt und allerlei Waffen und Modifikationen freischaltet. Der Multiplayer ist ungemein motivierend, denn normalerweise kennt man einen solchen Umfang nur von der Xbox 360 und der PlayStation 3. Dummerweise wird WiiSpeak nicht unterstützt, weswegen man sich mit Teamkameraden nicht per Voice Chat unterhalten kann. Um noch kurz auf den Gewaltgrad zu kommen: Kein Blut, keine all zu expliziten Ragdoll-Animationen und sich auflösende Leichen, GoldenEye ist wahrlich kein blutrünstiger Ego-Shooter.
Technisch gelungene Neuauflage
GoldenEye 007
Technisch bietet uns GoldenEye auf der Wii ein guten Eindruck. Das liegt hauptsächlich an der sehr flüssigen Grafik, die leider viel zu oft mit austauschbaren und tristen Gängen erkauft wird. Hier und da gibt es zwar mächtige Explosionen zu vermelden, im Detail wirken sie jedoch zu grob. Dennoch, mit einer HD-Auflösung und kleineren Optimierungen würde GoldenEye selbst auf den "großen" Konsolen eine ordentliche Figur machen. Die Entwickler haben im Prinzip recht viel aus der Wii geholt und einige "EyeCatcher" entworfen. Zudem sind Teile der Umgebung wie Glas und Deckungen aus Holz oder gar Beton durch Beschuss zerstörbar. Die Physik-Engine leistet da sehr gut Dienste und entschädigt für das starke Kantenflimmern.
Ebenfalls zu Gute muss man GoldenEye die ansehnlichen Charakter-Modells halten, die in begrenztem Maße auch Emotionen vermitteln können. Ein Spielabschnitt in einer Disko ist bezeichnend dafür, dass man versucht hat, die dann doch etwas begrenzte Hardwarepower der Wii mit allerlei Tricks zu kaschieren, um den HD-Konsolen die Stirn zu bieten. In besagtem Nachtclub besteht ein Teil der tanzenden Kundschaft aus flachen Silhouetten. Doch irgendwie wirkt das Gesamtbild dennoch stimmig und sogar stylisch. Der Soundtrack orientiert sich an den orchestralen James Bond-Themen und treibt das Geschehen gekonnt voran. Dank der Synchronsprecher von Daniel Craig und Judy Dench gibt es auch bei bei der Sprachausgabe nichts zu meckern.
