Endlich dürfen auch die Xbox-Homies den PS2-Megaseller spielen. Kommt mit uns auf eine Reise ins legendäre San Andreas.
Legendärer Soundtrack inklusive
GTA San Andreas
Wer GTA sagt, der muss auch Soundtrack sagen. Spätestens seit dem dritten Teil sind die kultigen Radiosender und ihre witzigen Sprecher einfach nicht mehr aus der Serie wegzudenken. Das es diesmal natürlich vorrangig schwarze Musik zu hören gibt, war schon länger klar, wie gut Auswahl sein wird aber noch nicht. Und die ist absolut hervorragend, ja sogar selbst für Leute mit HipHop- und Rap-Allergie. Diesmal gibt es satte zehn verschiedene Musiksender, welche neben viel Gangstarap, Hip Hop und Soul auch House, Rock und Reggae zu bieten haben. So glänzt "Radio Los Santos" mit knallhartem Rap von Public Enemy, 2 Pac, Dr. Dre, NWA, Cypress Hill und Ice Cube während "CSR 103.2" mit softem Soul von En Vogue, Boyz II Men, SWV und Bobby Brown aufwarten kann. Wer nicht auf schwarze Musik steht, wird auch nicht im Regen stehen gelassen: Guns'n'Roses, Depeche Mode, Faith no More oder Kiss sorgen für die richtige Musik auf dem Highway. Alles in allem eine hervorragende Musikauswahl, mit über 150 verschiedenen und unvergessenen Songs - da sollte wirklich für jeden etwas dabei sein. Wer trotzdem nicht auf seine persönliche Musiksammlung verzichten will, darf in die Xbox-Version selbstverständlich eigenen MP3s von der Festplatte mit einbinden, das Spiel steuert auf Wunsch sogar einen eigenen Radiosprecher bei. Ach ja, echten Dolby Digital 5.1 Sound bietet die Xbox-Variante des Spiels selbstverständlich auch.
Die Technik: Was bietet die Xbox-Umsetzung?
GTA San Andreas
Leider hat man die Umsetzung auf Microsofts Konsole in technischer Hinsicht nur sehr geringfügig aufgemöbelt. Die Sichtweite ist im Prinzip die gleiche wie auf der PS2, nur die plötzlich auftauchenden Häuser und Fahrzeuge hat man größtenteils ausgemerzt. Trotzdem fällt der sehr häufig eingesetzte Hitzeflimmern-Verwisch-Effekt auf, welcher hier mindestens so oft wie auf der deutlich schwächeren PS2 zu sehen ist. Ganz besonders bitter sind uns auch die Ladezeiten aufgestoßen: Die Xbox verfügt über ein wesentlich schnelleres Laufwerk und kann die Spieldaten auch noch auf der Festplatte zwischenspeichern - trotzdem lädt San Andreas hier öfter nach als auf der PS2! Gerade zu Beginn des Spiels fallen die deutlich längeren und häufigeren Ladepausen auf - selbst an den Stellen, wo auf der Playstation überhaupt nicht geladen wurde. Später normalisiert sich das Ladeproblem zwar wieder etwas und die gesamte Spielwelt wird auch hier weiterhin im Hintergrund nachgeladen, aber trotzdem hatten wir gerade in dieser Hinsicht einen kleinen Fortschritt erwartet. Kenner des Vorgängers werden aber dennoch über den optischen Durchschnitt des Spiels hinwegsehen können, gerade in Hinblick auf die enorme Größe und Detailverliebtheit der Spielwelt. Außerdem bietet die Xbox-Version ein neuartiges Feature, welches es euch ermöglicht, die letzten 20 Sekunden des Spiels per Replay noch mal zu erleben. Einfach ins Pause-Menü gehen, dort Replay anwählen und schon kann der letzte Mega-Stunt erneut bewundert werden.
GTA San Andreas
Aber selbst die kleinen optischen Schwächen der zugrunde liegenden Renderware-Engine hat man diesmal geschickt durch schmucke Effekte wie wunderschöne Sonnenuntergänge oder regnerisches und nebliges Wetter kaschiert und es gibt genau deshalb auch genügend Momente im Spiel, wo ihr einfach nur die schöne Aussicht genießen werdet. Denn die Details spielen auch diesmal eine sehr große Rolle, ganz besonders in Sachen Texturen: Die wurden nämlich äußerst sorgfältig gestaltet und platziert - von der einfachen Werbetafel bis hin zur haushohen Straßenkunst ist alles mit dabei und sorgt für genau die richtige Atmosphäre. Für die Xbox-Umsetzung hat man einige der wichtigen Pixeltapeten etwas aufgemotzt und die PS2-Spieler werden sicherlich neidisch auf die endlich gut erkennbaren Schriftzüge und Plakate an den Wänden der Stadt schielen. Allerdings hat man sich diese Mühe nicht bei allen Texturen gemacht, es gibt weiterhin matschige und unansehnliche Häuserfassaden, aber glücklicherweise nur bei den Gebäuden, die wirklich unwichtig sind.
Um eine USK 16 Freigabe zu erlangen, wurden natürlich auch ein paar Dinge geschnitten, unserer Meinung nach aber in sehr gut erträglichen Dimensionen, denn bis auf ein paar extrafiese Tötungs-Animationen wurde alles in Sachen Gewalt und Blut beibehalten. Unserer Meinung nach sogar etwas zu viel, denn allein die Thematik dieses Spiels ist mit Sicherheit nicht für Minderjährige geeignet und wird garantiert wieder für einiges an Gesprächstoff in Sachen "Videogemetzel" sorgen.
