Gray Matter überzeugt vor allem mit seiner mysteriösen Geschichte, die den Spieler bis zum Ende bei der Stange hält.
Rätseln und Zaubern
Gray Matter
Gray Matter ist ein äußerst klassisches Adventure, das nicht gerade mit Innovationen ins Rennen geht. Hier sollen viel mehr die "alten Hasen" des Genres angesprochen werden. Das führt jedoch auch dazu, dass man sich zum Teil recht mühselig durch die interaktiven Objekte klicken muss, die zudem oft keine richtige Funktion haben und Sam oder Dr. Styles lediglich einen Kommentar dazu abgeben. Das stört den Spielfluss ein wenig und Längen entstehen. Die Rätsel selbst sind recht kreativ und laufen nicht immer nach dem selben Schema ab. Logisch sind sie auch, zumindest meistens. Nur selten fehlt der Zusammenhang, während man sich bei dem einen oder anderen Denkansatz auf die Stirn klatscht. Nach viel Herumrennerei schafft man es aber dann doch zu bestehen. Die meisten Rätsel sind sehr konventionell und verlangen von uns, bereits besuchte Orte mehrmals zu besuchen. Auf einer Übersichtskarte kann man die jeweiligen Gebiete wie die Bibliothek, das Zentrum von Oxford oder ein Krankenhaus zu jedem Zeitpunkt besuchen. Dabei wird uns auf der Übersichtkarte angezeigt, ob sich dort momentan Haupt- oder Nebenaufgaben befinden. Dadurch müssen wir nicht sinnlos durch Orte streifen, an denen es eigentlich nichts zu erledigen gibt.
Gray Matter
Auch wenn Gray Matter voll auf klassische Rätsel setzt, gibt es eine große Besonderheit anzumerken. Sam ist eine kleine Zauberin, weswegen sie bei einigen Aufgaben ihr Gegenüber mit einem kleinen Trick hinters Licht führen muss. Dazu schleppt sie stets ein Zauberbuch mit sich. Kann man einer Person "verzaubern", wird ein entsprechendes Icon sichtbar. Danach gilt es zunächst einen passenden Zaubertrick auszuwählen, der der Situation entspricht. Da meist nur einer angewendet werden kann, ist man schnell dabei. Anschließend gilt es in mehreren Schritten und auf einem separaten Bildschirm die einzelnen Punkte festzulegen. So lässt man beispielsweise einen Brief zunächst in seine Hand wandern, sorgt für Ablenkung, lässt ihn im Ärmel verschwinden, manipuliert ihn usw. Dazu sind im Schnitt ca. 4-8 Schritte notwendig. Wie ein Trick funktioniert, wird grob im Zauberbuch erklärt, der Rest soll vom Spieler durchdacht werden. Da die Reihenfolge meist sehr logisch ist und man auch vieles durch Probieren herausfindet, sind die Hürden nicht all zu groß. Und hat man den Trick falsch aneinander gereiht, muss einfach von vorne begonnen werden. Zugegeben, zu Beginn ist das Zauberinterface etwas gewöhnungsbedürftig, die Idee dahinter ist allerdings relativ schnell durchschaut. Wer Adventure-Spiele nicht gewohnt ist, kann sich bei einigen Aktionen die Zähne ausbeißen, denn die Rätsel werden uns nicht gerade auf einem Silbertablett präsentiert. An anderer Stelle gilt es sogar einen kleinen Kartentrick durchzuführen, in den man sich zunächst selbst hineinlesen muss. Da dieser jedoch recht simpel ist, ist auch diese Spielerei schnell gelöst und vielleicht kann man anschließend sogar seine Freunde damit übers Ohr hauen.
Gray Matter
Auf dem PC greift Gray Matter auf die übliche Point & Click-Steuerung zurück. Hier kann man sich durch die Objekte klicken, während sich der interaktive Cursor bei Möglichkeit sofort in das entsprechende Symbol verwandelt. Da die nutzbaren Gegenstände oft gut versteckt sind und man somit millimetergenau suchen müsste, kann man auf Knopfdruck alle verwendbaren Objekte sichtbar machen. Das erspart viel Zeit und Ärger. Auf der Xbox 360 gibt es keinen Cursor, den wir mit dem Analogstick frei bewegen können. Die Entwickler haben sich eine andere Lösung ausgedacht, in der man mit dem Triggerbutton ein Kreismenü öffnet und dort dann mit dem Stick alle in der Nähe befindlichen Aktionen durchführt. Sam bzw. Styles gehen dann selbstständig zum jeweiligen Gegenstand, um ihn zu verwenden. Da viele Objekte allerdings nah beieinander liegen, stellt sich diese Lösung als etwas zu fummelig dar. Irgendwie kommt man letztendlich damit zu recht, wobei die Maussteuerung natürlich weit überlegen ist. Das Inventar ist hingegen verbesserungswürdig und etwas zu chaotisch ausgefallen. Die Ladenzeiten zwischen den Einzelbildschirmen sind zwar häufig, jedoch auch recht kurz. Zudem gibt es komfortable Mechanismen, in denen die Spielfigur nicht erst von links nach recht durch den Bildschirm laufen muss. Hier wird sofort der Ladescreen eingeblendet. Stellt sich am Ende die Frage, wie lange man benötigt, um Gray Matter durchzuspielen. Profis, die jedes Adventure angehen und gut um Ecken denken können, sind mit 10-12 Stunden gut bedient. Neulinge, die gerne ideenlos durch die Gegend streifen und vergeblich nach Lösungen suchen, was garantiert geschehen wird, brauchen viele weitere Stunden.
