Das märchenhafte Echtzeit-Strategiespiel überzeugt mit tollen Charakteren, gelungener Story und tiefgängigem Gameplay.
Komplex und dennoch durchdacht
Grim Grimoire
Erstaunlicherweise geht die Handhabe der zahlreichen Einheiten trotz des Wirrwarrs auf dem Bildschirm und einer Gamepad-Steuerung recht flott von der Hand. Zahlreiche Tastenkombinationen erleichtern das Zaubererleben, ermöglichen einen schnellen Zugriff auf bestimmte Fabelwesen und den Wechsel über die Minikarte an einen Brennpunkt. Falls riesige Drachen den Blick verwehren, kann man per simplen Knopfdruck durch die verschiedenen Einheiten auf dem Bildschirm wechseln. Praktischerweise nötigt "GrimGrimoire" den Spieler nicht zum raschen Handeln, denn solange eine Einheit oder ein Runenportal ausgewählt und somit das Aktionsfeld oder Baumenü aufgerufen ist, wird das Spielgeschehen pausiert. Dadurch wird eine unnötige und für Konsolenspiele tödliche Hektik aus dem Spiel genommen. Doch da die Buttonbelegung durchaus recht komplex ist, wird eine gewisse Einarbeitungsphase von Nöten sein. Die ersten Unterrichtseinheiten an der Akademie dienen aber als Tutorial und bieten einen optimalen Einstieg in das Spielprinzip. Und trotz aller Möglichkeiten kommt es immer wieder vor, dass man den Überblick nicht mehr wahren kann - der Kampf läuft dann schlichtweg aus den Rudern.
Grim Grimoire
Dennoch wird man seinen Spaß mit dem tiefgründigen Spielsystem haben, was vor allem der engen Verknüpfung zwischen den unterschiedlichen Fabelwesen zu verdanken ist. Euch stehen zahlreiche Möglichkeiten der Erweiterung zur Verfügung und das Repertoire an Kreaturen ist atemberaubend. Vor allem sehen die Tierchen auf der Bildröhre sehr gelungen aus. Tolle Handzeichnungen, flüssige Animationen und ein konstanter Bildaufbau trotz zahlreicher Charaktere auf einem Bildschirm untermauern den optischen 2D-Hochgenuss. Einzig allein die Tatsache, dass man anscheinend immer in denselben Gängen des Akademieturms sein Unwesen treibt, schmälert den Eindruck und vermittelt durchaus Abwechslungsarmut. Denn immerhin müsst ihr es mindestens 20, wenn nicht sogar 30 Stunden vor dem Fernseher aushalten, bis der Abspann über den Bildschirm flimmert. Zahlreiche Missionen mit unterschiedlichen Zielen (erledigt alle Monster, zerstört alle gegnerischen Runen, überlebt eine bestimmte Zeit) halten euch bei Laune, wobei diese durchaus mal zwischen 1-2 Spielstunden beanspruchen können. Leider könnt ihr innerhalb des Kampfes nicht abspeichern und seid gezwungen, das Missionsziel zu erreichen. Das ist nicht immer gerade vorteilhaft, vor allem bei solch umfangreichen Aufgaben. Und um den Sound nicht zu vergessen, wollen wir nochmals die hervorragenden Synchronsprecher loben. Sie hauchen den Charakteren nicht nur Leben ein, sie verpassen jedem Individuum auch eine Persönlichkeit. Aber auch die musikalische Begleitung ist nicht von schlechten Eltern und unterstützt mit orchestralen Klängen das Geschehen, während zahlreiche und passende Laute der Kreaturen das Kampfgetümmel beleben. Rundum ist das Spiel ein durchaus ungewöhnliches Kleinod geworden.
Zu diesem Titel können wir euch auch ein Gamezone-exklusives Videoreview anbieten, welches ihr euch nicht entgehen lassen solltet: Grim Grimoire Videoreview
